Erklärungen

Lehrmeister Gogo.

Nicht nur viele Leute, welche die Ideen Gesells auf dem Umweg über die Gogos als praktisches alternatives Gesellgeld kennen lernen, finden dabei eine große Verständnishilfe, sogar der Erfinder der Gogos erlebt immer wieder, wie die Gogos in Verbindung mit Einwänden und Einsichten anderer ihn zu neuen Erkenntnissen und Einsichten verhelfen.

Noch jeder Einwand und jedes vermeintliche Problem der Gogos fand eine einfache Lösung in kurzer Zeit. Verständlicherweise müssen diese Problemlösungen erst in der Praxis erprobt werden und niemand kann erwarten, dass etwas, was die Welt verändern wird in einigen Monaten in die Praxis umgesetzt wird, selbst wenn die Logik der Lösungen für jeden Einsichtigen auch schon in der theoretischen Planung ersichtlich ist.

Am deutlichsten zeigt sich das in der praktischen Entwicklung der Gogos. Ursprünglich wurde angenommen, dass alternatives Gesellgeld nur in einer wirtschaftlichen Situation, wie sie zum Zeitpunkt der Experimente während der Weltwirtschaftskrise von 1930 bis 1936 herrschte Aussicht auf Erfolg hätte. Die Anhänger Gesells entwickelten daher auch seither keinerlei Methoden für eine alternative Einführung und begnügten sich mit Überzeugungsarbeit auf politischer und wirtschaftswissenschaftlicher Ebene mit sehr bescheidenen Erfolgen.

Anstelle alternatives Gesellgeld für den allgemeinen Markt zu entwickeln, wurden zerrissene Teile der Gesellgeldidee in alternativen Märkten, wie Tauschkreisen propagiert.

Der Erfinder der Gogos hatte dieselben Anschauungen und dachte nur daran in Vorbereitung für eine kommende Deflation ein praktisches Gesellgeld zu entwickeln, welches die Fehler von Wörgl vermeiden würde. Dazu untersuchte er die Geschichte von Wörgl und der folgenden unbrauchbaren nordamerikanischen Experimente mit umlaufgesichertem Geld.

Nach einigen unerklärlichen Eingebungen und schrittweise wurde zuerst ein Kaufkraftstandard für so ein Geld, die Verrechnungseinheit V80 geschaffen, eine Form der Umlaufsicherung angelehnt an die der Brakteaten gefunden und dann, gemeinsam mit einigen Interessenten, der Gogo getauft.

Die praktische Erfahrung, dass befragte Kaufleute schon zum Zeitpunkt einer Stagflation bereit waren, die Gogos zu akzeptieren, brachte dann deren Fortentwicklung, welche vorläufig so weit gediehen ist, dass ein Anfangsbestand von Gogoscheinen gedruckt worden ist, einige vorzeitig unter das Publikum gebracht wurden und auch schon an andere geplante Gogogebiete weiter gegeben wurden. Noch ist eine Verbreitung zu einem wirksamen Umlauf nicht erfolgt, aber das ist nur mehr eine Frage kurzer Zeit. Es dauerte von Idee, Entwicklung der Idee, Druck der Gogoscheine bis zur ersten Ausgabe nur Monate und er wird voraussichtlich auch nur mehr Monate dauern bis die Gogos eine merkbare Geschäftsbelebung verursachen werden.

Wenn man die Erfahrungen von Wörgl betrachtet, könnte das sehr schnell der Fall sein und auch eine weitere Ausbreitung könnte atemberaubend schnell erfolgen. Der Anfang ist jedenfalls gemacht. Dass dieser Anfang auch noch bescheidenere Ausmaße als der Anfang der Wära mit 11 Teilnehmern oder der Anfang von Wörgl mit 1000 Schilling Wörgler Geld in einem Ort von unter 5,000 Einwohnern haben kann, ist auch ein Resultat des Lehrmeisters Gogo.

Als der alte Gogomann voll Freude die ersten fertigen Gogos, geplant für den Beginn der in Umlauf Bringung in einigen Monaten einigen Interessenten zeigte, wollten sie ihm etwas dafür verkaufen und so war der erste Gogoumsatz der Welt der Verkauf eines Glases Erdbeermarmelade. Allerdings werden diese Gogos kaum wirklich in Umlauf kommen. Der erste Annehmer sagte jedenfalls, dass er diesen Gogo einrahmen würde. Ein weiterer als Eintritt in ein Museum verwendet, landet dort sogar als Ausstellungsstück. Das hat immerhin den Vorteil auch andere Leute mit den Gogos bekannt zu machen und weitere Gogoeinnahmen werden schon ihren wirklichen Verwendungszweck zugeführt werden.

Sollte das andere Geld durch Deflation vom Markt verschwinden, sind jedenfalls die lokalen Gogos nun schon rechtzeitig bereit an seine Stelle zu treten. Sie werden sogar schon bei Stagflation einen Teil des fehlenden Geldes ersetzen und so den lokalen Handel befruchten. Wie schnell das andere lokale Gogoexperimente bringen wird hängt von der Motivation der Leute dort ab. Deflationskrise und Arbeitslosigkeit, verbunden mit einem Beispiel, wie sie anderswo überwunden werden, wird einigen wohl die nötige Motivation geben, etwas zu tun.

 

Der einfachste Weg für neue Gogoinseln.

 

Neue Gogoinseln in Planung haben den Weg schon gefunden und er besteht eigentlich nur darin, dass die Originalgogos von Grand Forks nur mit einem separaten anderen Lokalitätsstempel verwendet werden sollen. Damit erspart man sich einen eigenen Druck und entschärft in einigen Ländern auch die Frage der Legalität. Da ein stabiles Tauschmittel wie der Gogo einen Wertstandard und einen Wechselkurs zu allen unstabilen Währungen haben muss, spielt es keine große Rolle, welchen Standard man nimmt und er kann daher auch der des kanadischen Dollars aus dem Jahr 1980 sein, wie bei den Originalgogos.

Der erste Schritt ist also, dass sich jemand kundig macht, wie die Gogos funktionieren und das kann er bei www.visit.to/gogo .

Der zweite Schritt ist es einige Kaufleute und Handwerker verschiedenster Berufe zu finden, welche Gogos in Zahlung nehmen. Dann sollte einer davon die Gogoscheine ohne Lokalitätsstempel bestellen und einen eigenen Lokalitätsstempel besorgen und aufdrucken. Auch die Lochung der Ablaufdaten wird lokal bei der Ausgabe gemacht.

Der aktuelle Wechselkurs wird im Internet verlautbart und auch bei den Geschäften angeschlagen, welche Gogos akzeptieren.

Es gibt viele Wege die Gogos in Umlauf zu bringen und auch die sind bei www.visit.to/gogo beschrieben. Obwohl für einen wirklich funktionsfähigen Markt eine gewisse Mindestanzahl von Teilnehmern notwendig sind, bringen die Gogos selbst in kleinen Rahmen den Teilnehmern Vorteile durch zusätzliche Verkäufe von Waren und Leistungen. Dadurch wird sich schnell ein Markt entwickeln. So kann selbst von einem Kern mit einen paar Dutzend Teilnehmern sich schnell ein ausreichender Markt bilden. Man braucht also nicht einmal einen Minimalmarkt, wie in Wörgl mit 5,000 Leuten. Selbst 1,000 wie in Schwanenkirchen sind ausreichend. Das wären einige Kaufleute, Handwerker und Produzenten mit ihren Kunden.

Da zum Unterschied von Wörgl die Gogos einen eigenen Wertstandard haben, behalten sie ihren eigenständigen Wert und da sie eine einfachere Methode haben die Gebrauchsgebühr zu kassieren und diese Gebrauchsgebühr nur 5% ausmacht anstelle der 12% im Jahr von Wörgl, werden sie viel lieber akzeptiert werden und sich dadurch ausbreiten. Jeder, der Gogos angenommen hat, wird sich bemühen sie zu verwenden anstelle sie wieder einzutauschen, weil das ja 5% kostet.

So werden die Gogos, wenn sie erst einmal in Umlauf gebracht worden sind, zum Großteil in Umlauf bleiben. Die 5% sind geringfügig genug, um die Annahme nicht zu gefährden, weil sie ja dem Annehmer ein zusätzliches Geschäft bringen, wo er mehr als das verdient. Sie sind aber genug Anreiz, die Gogos nicht umzutauschen oder zu horten sondern dazu zu verwenden wozu sie gedacht sind - Tauschmittel für die Waren und Leistungen anderer Teilnehmer.

Da ablaufende Gogos immer zum Ausgabeort zurückkehren müssen, werden sie in der Umgebung bleiben und dort umlaufen. Damit bringen sie fortlaufend neue Verkäufe für die Teilnehmer des lokalen Gogomarktes.

Da es nur Gogos geben wird, welche laufend zum Kaufen und Verkaufen verwendet werden, ist ihre Gesamtsumme wesentlich geringer als die Summe des heutigen Geldes, welches zum Großteil als Wertaufbewahrung und für Spekulation verwendet wird. Die geringe Summe macht es wiederum der Ausgabestelle der Gogos leicht möglich deren Wert stabil zu halten. Sie braucht dazu nur die geringfügigen rücklaufenden Gogos zum entsprechenden Wechselkurs anzunehmen und auch wieder auf Verlangen auszugeben.

Es wird aber niemand Gogos gegen Hinterlegung von Wechseln oder Dollars haben wollen, die er nicht verwendet. Die Gebrauchsgebühr verhindert es. Niemand wird überflüssige Gogos haben wollen, andererseits werden aber viele Gogos verwenden wollen, wenn sie erst einmal bemerkt haben, welchen geschäftlichen Aufschwung sie allen Beteiligten bringen. Es kostet für sie ja keine Gebrauchsgebühr. Sie haben die Gogos schon lange weiter gegeben, wenn diese nach einem Jahr fällig wird.

Für einmalige jährliche Kosten von 5 % können 500 bis 1000 Zahlungen mit einem Gogoschein in einem Jahr gemacht werden und jede einzelne Zahlung bringt dem jeweiligen Verkäufer jedes Mal ein Vielfaches von 5 %.

Der wesentliche Vorteil der Gogos geht aber viel weiter. Durch die Gogos wird der Kapitalmarktzinsfuß verringert und damit der Anteil der Arbeitseinkommen auf Kosten der Kapitaleinkommen laufend vermehrt. Das passiert nicht auf einmal aber im Laufe der Zeit wird das Kapitaleinkommen durch Zins und Zinseszins bis zur 0 % Grenze gedrückt werden und damit nur mehr Arbeitseinkommen verbleiben.

 

Gogos sind Spielgeld.

Die Gogos, wie dieser Geldersatz getauft wurde, wurden als erstes in einer kleinen Stadt in Canada wie Poker-chips oder Spielgeld von einigen Geschäftsleuten und Handwerkern für Geschäfte untereinander gedacht, weil der Dollar knapp geworden war und viele Geschäfte mangels Verkäufen schon hatten schließen müssen. Die Dollars verschwanden aus den kleinen Orten überall im Land.

Nach Einführung der Gogos war für die verschwindenden Dollars aber ein Ersatz geschaffen und was anfangs nur wenige Verkäufe mit wenigen Gogos im Umlauf waren, verbreitete sich schnell im Ort, weil alle Leute sahen wie die Gogobenützer mehr Verkäufe machten und mehr Arbeit bekamen. Da wollten alle mitmachen. Die Gogoscheine hatten einige Besonderheiten, welche sie im Umlauf und in einem beschränkten Gebiet hielten. So gaben sie jedem Teilnehmer bei wiederholter Rückkehr zu ihm wiederholte Verkäufe und Aufträge.

Niemand wollte ohne Not das Spielgeld wieder eintauschen, weil da die Gebrauchsgebühr für ein Jahr von 5 % sofort fällig wurde. Alle wollten daher die volle freie Verwendung bis zum Ablaufdatum jedes individuellen Scheines ausnützen. So blieben die Gogos in Umlauf und brachten viele Folgegeschäfte und Aufträge.

Viele Leute, welche erkannt hatten, welche Vorteile die Gogos bringen werden, brachten sie auf alle mögliche Weise in Umlauf und wenn die Gogos erst einmal im Umlauf waren, blieben sie zum allergrößten Teil auch dort.

Sogar bevor sich die Sache weit ausgebreitet hatte, erkannten schon andere Leute in allen Teilen der Welt, dass hier eine Möglichkeit gefunden worden war, Deflationskrisen zu vermeiden und begannen solche lokalen Spielgeldexperimente vorzubereiten.

Dadurch besteht die Hoffnung, dass es wegen Spielgeldexperimenten keine Weltwirtschaftskrise mehr geben wird. Der Weg sie zu verhindern ist gezeigt. Er braucht nur gegangen zu werden.

 

Gogos und Steuern.

Manchmal wird die Frage gestellt, wie man Steuern zahlen kann für Gogoeinnahmen, wenn Staat und Finanzamt die Gogos nicht annehmen. Die Sache ist aber ganz einfach. Die Gogos sind ja nur ein zweites kleines Ersatzzahlungsmittel ähnlich den Handelswechseln und die Gogoeinnahmen werden entweder sofort mit ihrem Dollargegenwert verbucht oder nach einen eventuellen Umtausch. In beiden Fällen werden die Steuern in der Erstwährung berechnet und gezahlt. Es ist genau dasselbe wie es jetzt mit Fremdwährungseinnahmen gemacht wird. Geschäftsleute in Grenzgebieten machen das auch heute.

Nur im Falle, dass ein Kaufmann oder Gewerbetreibender so einen hohen Anteil an Gogoeinnahmen hat, dass er welche davon auch verwenden muss an Stellen, wo die Gogos nicht angenommen werden, muss er sie rücktauschen. Das wird desto weniger nötig sein, desto mehr sich die Gogos ausbreiten. Er wird also früher gar nicht so viele Gogos einnehmen und haben sie sich erst verbreitet, hat er ja auch viele Leute, welche sie annehmen.

Das vermeintliche Problem ist also keines. Bevor die Gogos nicht weit verbreitet sind, bekommt niemand so viele, dass er keine andere Verwendung für sie finden kann und haben sie sich ausgebreitet, gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Buchhalterisch wird jeder die Gogoeinnahmen in Erstwährungseinnahmen umrechnen und dasselbe wird er umgekehrt tun, wenn er mit Gogos andere Kosten bezahlt oder sie privat verwendet. Auch seine Privateinnahmen scheinen in der Erstwährung in der Buchhaltung auf gleichgültig in welcher Form er sie entnimmt.. Gogos oder Erstwährungsscheine werden behandelt wie verschiedene Stückelungen der Erstwährung heute. Es ist egal aus wie vielen großen oder kleinen Scheinen die Kassensumme besteht und es ist auch egal, ob in der Kassa umgerechnete Gogoscheine sind.

Die Summe in der Kasse und in der Buchhaltung ist immer eine Erstwährungssumme, selbst wenn sie teilweise auch aus umgerechneten Gogos besteht.

Die Regierung bekommt also ihre Steuern und sie bekommt sogar mehr, denn wenn die Leute Gogoeinnahmen haben, können sie Steuern zahlen, während Leute ohne Einnahmen keine zahlen können. Wer Steuern hinterziehen will, kann das genau so leicht mit dem heutigen Geld machen.

Wer also behauptet, dass Gogos eher für Steuerhinterziehung verwendet werden würden, hat eine andere Agenda. Er ist von denen, welche das heutige Geld als Machtmittel missbrauchen, beeinflusst worden. Diese Leute zahlen selber keine Steuern, aber da neugebildetes Kapital in jeder Form ihren Kapital die einzige Konkurrenz ist, versuchen sie eine Neubildung von Kapital in anderen Händen so gut es geht zu verhindern. Notfalls inszenieren sie dabei sogar Kriege mit denen das Sachkapital des Gegners als Konkurrenz ausgeschaltet wird.

Solange großer Kapitalmangel herrscht und daher das Sachkapital hohe Gewinne abwerfen kann - es also lohnende Anlagen gibt, welche meistens bei einem Wiederaufbau nach Kriegen gegeben sind, floriert die Wirtschaft auch. Eventuell ist das mit einer leichten Inflation verbunden aber bald sind die einzigen lohnenden Anlagen die Rüstungsindustrie.

Viele Leute und selbst die in der Rüstungsindustrie erkennen das nicht - sie sehen nur keinen anderen Weg, wenn überall sonst Investitionsverweigerung beginnt und das Geld sich vom Markt fern hält. Die Leute, welche gerade so viel Geld in die Hände bekommen als sie zum Leben brauchen, verteidigen dann oft noch mit Verbissenheit die Vorrechte des Geldes, obwohl sie selber in den Preisen der Güter, welche sie kaufen müssen ein Vielfaches an Zinsen zahlen müssen, als sie eventuell nach einem Leben der Sparsamkeit einmal von ihren Ersparnissen beziehen können. Meistens verlieren sie dazu noch ihre Ersparnisse in einer Hyperinflation.

 

 

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 Graphikerklärung

  Die Kurven sind an sich selbsterklärend. Sie zeigen die   Entwicklung der amerikanischen Geldmenge M1 und ihrer Bestandteile Giralgeld und Bargeld. Sie wurden aus verfügbaren Statistiken erstellt und erheben keinen Anspruch auf exakte Genauigkeit. Trotzdem kann man selbst den suspekten Konsumerpreisindex verwenden auch wenn da aus politischen Gründen z.B. Energiepreise herausgenommen wurden. Solche Preise bleiben durch die Wechselbeziehung aller Preise, die ja als Kosten in anderen Preisen aufscheinen doch zumindest teilweise erhalten.

Die amerikanischen Zahlen können auch als Annäherung für alle Industrieländer angesehen werden und was an diesen Kurven bemerkenswert ist, gilt weltweit. Das Bemerkenswerteste an diesen Kurven ist der Knick 1994 wo die Buchgeldmenge, die von den Nationalbanken nur sehr indirekt beeinflusst werden kann von einer laufenden Steigerung in Relation zur Bargeldmenge, die von den Nationalbanken genau gesteuert werden kann, zu einer schroffen Verminderung umschlug.

Das geschah, obwohl doch angeblich das Buchgeld weitgehend das Bargeld ersetzt und viele Politiker und Ökonomen schon von völliger Abschaffung und Bedeutungslosigkeit von Bargeld reden.

Warum geschah das also und setzt sich anscheinend fort? Ganz einfach. Es geschah, weil es für das Geld keine lohnenden Anlagen mehr gab. Beim Bargeld, dessen Menge laufend erhöht wurde, wird die Sache deshalb nicht offenbar, weil statistisch nicht erfassbar ist, wie schnell oder wie schleppend dieser Anteil der Geldmenge umläuft. Es ist das zwar bei Buchgeld auch nicht erfassbar aber hier scheint die Sachlage in der Buchgeldmenge auf. Niemand hält sein Geld in täglich verfügbaren Konten, wenn er es nicht dauernd verwendet.

Verschwindet aber das Geld vom Markt oder wird weniger, bedeutet das, dass das verbleibende Geld wertvoller wird und das ist der Beginn der Deflationskrise. Weit davon entfernt, dass das Buchgeld in so einem Fall das fehlende Bargeld ersetzt, verschwindet es sogar früher vom Markt als dieses.

Der einzige Weg den Teufelskreis zu entkommen ist der einen Weg der Umlaufkontrolle zu finden. Leider werden in der Wirtschaftswissenschaft die wenigen Wissenschaftler, die „velocity control" ins Gespräch bringen wollen nicht ernst genommen und wenn es jemand tut, was erst seit kurzer Zeit der Fall ist, fehlen ihm meistens praktische Pläne und Anwendungsmöglichkeiten.

 

Gogos im Zeitablauf

Wir haben festgestellt, dass beim heutigem Geld eine automatische Auseinanderentwicklung zwischen der am Markt verbleibenden Warenmenge, dem Warenangebot und der Geldmenge, welche die Nachfrage darstellen sollte, stattfindet. Das passiert auch mit allen neu auf den Markt kommenden Waren. Die stehen auch einer wachsenden Geldmenge gegenüber. Nur dadurch, dass der Großteil des Geldes als Wertaufbewahrungsmittel dem Markt fernbleibt, kann das Warenpreisniveau gehalten werden und manchmal sogar gesenkt werden. Das gelingt allerdings nur so lange als ein ausreichender Mangel an Realkapital existiert und Gewinne erlaubt, die eine Bezahlung ausreichender Zinsen für das Investitionskapital erlauben.

Ist das nicht mehr der Fall, kommt es zum Investitionsstreik. Das Geld geht aber trotzdem nicht auf den Markt, um dort Waren zu kaufen, denn dort sinken die Warenpreise und da wird das Handelskapital nicht mehr zum Kauf von Waren für den Wiederverkauf investiert. Es spielt dabei kaum eine Rolle, dass in Realität viel zu viel Geld vorhanden ist. Es kommt ja nicht auf den Markt.

Wie wird das aber bei den Gogos sein, die das fehlende andere Geld auf dem Markt als Zahlungsmittel ersetzen sollen? Gibt es da die Gefahr, dass man zu viel dieses Geldes auf den Markt bringt und nicht nur das fehlende andere Geld ersetzt? Es konkurrieren ja dann zwei Gelder um ein Warenangebot.

Hier kommt aber die Kaufkraftgarantie und der Wechselkurs zur Erstwährung zum Tragen. Niemand würde Gogos gegen das Erstgeld eintauschen, welches nicht nur keine Gebühr hat, sonders augenscheinlich sogar mehr wert wird im Vergleich zu den Gogos, die „nur" ihren Wert halten. Gogos werden daher nur in dem Ausmaß auf den Markt kommen der genau ihrem Gebrauch als Tauschmittel entspricht. Es wird bei ihnen keine Geldmengen geben, die als Wertaufbewahrungsmittel dem Markt fern bleiben.

Es wird somit im Gegensatz zum Erstgeld nur eine geringe Gesamtgeldmenge geben. Was allerdings mit dem Warenangebot passiert, ist eine andere Sache. Selbst eine geringe Gogomenge wird mit hoher Umlaufgeschwindigkeit große Warenmengen vom Markt wegkaufen und damit die Relation von verbleibender Warenmenge zur Geldmenge des alten Geldes verändern. Das könnte und wird die Tatsache offenkundig machen, dass dieses alte Geld in Wirklichkeit nichts mehr wert ist, weil es zu wenig Waren dafür gibt.

 

Relationen im Zeitablauf.

Im riesigen Wechselbeziehungsgefüge der Wirtschaft müssen wir, wenn wir richtige Erkenntnisse gewinnen wollen immer vieles gleichzeitig beachten. Nicht nur den Käufer sondern auch den Verkäufer, nicht nur die Schulden sondern auch das Eigenkapital, nicht das Geld losgelöst vom Markt, also losgelöst von der Umwelt in dem es seine Wirkung tut sondern in ihm und den Zeitfaktor in dem es in ihm ist.

Es genügt nicht die andere Seite der Münze auch zu sehen. Man muss auch die Umwelt sehen und die Zeit in der die Menschen mit verschiedensten Motivationen ihr Geld, welches wie ein Werkzeug eine Verstärkung ihres Einflusses auf diese Umwelt darstellt, verwenden.

Die Gesamtbargeldmenge einer Volkswirtschaft wird durchschnittlich 20 mal im Jahr umgeschlagen aber wenn man im Gedanken einen Geldschein verfolgt, sieht man sofort, dass der leicht im Tag einige Male den Besitzer wechseln kann. 500 mal im Jahr wäre also kein Problem. Wo ist also das Geld? 96% des Geldes?

Als Beispiel wollen wir das jetzt an der Umlaufkontrolle des Geldes durch eine einmalige Gebühr von 5% auf jeden Geldschein (und nur auf das Bargeld) untersuchen. Da haben wir zuerst einmal den Verkäufer einer Ware für diesen Geldschein zu betrachten. Dass der Besitzer des Geldscheines denselben in der Regel auch für den Verkauf einer Leistung oder Ware bekommen hat, können wir dabei ausklammern, denn wir müssen ja irgendwo anfangen.

Der Käufer will also sein Geld (Definition: Geld = allgemein anerkanntes Tausch und Zahlungsmittel, dessen Wert zum Zeitpunkt durch die Bekanntheit von vielen anderen Warenpreisen feststeht - es also auch ein Wertmaßstab ist) gegen eine Ware im Besitz des Verkäufers austauschen. Erste Frage. Wird der Verkäufer so ein Geld, welches in einem Jahr 5% Kosten verursachen wird, ohne Preisaufschlag überhaupt annehmen? Hier kommt der Zeitfaktor ins Spiel. Sicherlich wird er es annehmen. Er wird es ja weiterverwenden um seinerseits etwas dafür zu kaufen und das lange bevor die 5% fällig werden. Es gibt da nur eine Ausnahme. Falls es sich um Goldmünzen handelt, könnte jemand es verschatzen, aber das wird ja gerade durch diese Art Geld verhindert. Es ist Tauschmittel nicht Schatzmittel.

Wie sieht es aber nun mit dem Zeitfaktor für weitere Geldbewegungen aus? Wie oft wird so ein Geld im Laufe des Jahres weiter gegeben? Hier haben wir Schätzungen für eine tatsächliche Weitergabe von etwa 500 mal im Jahr. Dass das möglich ist, sagt einem der gesunde Menschenverstand, denn das wären ja nicht einmal zwei Geldbewegungen an einem Tag.

Was bedeutet das aber nun im Allgemeinen für die restlichen sukzessiven 500 Verkäufer in einem Jahr, welche solche Geldscheine annehmen sollen? Nichts anderes als dass die Kosten von 5% sich verteilen und für jeden Verkauf nur 1 Promille ausmachen. Wegen so einem lächerlichen Betrag wird keiner auf ein Geschäft verzichten und es wird kein Kaufmann seine Kunden vergrämen wollen, wenn er kleinlich die Geldscheine nach nahezu abgelaufenen durchsucht. Da die Ablaufdaten ja deutlich klar sichtbar sind, kann er, falls jemand nur mit solch fast abgelaufenen Scheinen zahlen will, die Annahme verweigern. Es wird in der Praxis sicher nicht vorkommen. Wegen derart lächerlichen Beträgen wird sich niemand auch nur einen zweiten Gedanken machen.

Warum ist aber so eine lächerliche Kleinigkeit trotzdem eine wirksame Umlaufkontrolle? Einfach! Weil eben 5% doch für denjenigen, der das Geld für längere Zeit als Wertaufbewahrungsmittel verwenden will, ein merkbarer Verlust sind und das wissen die Verkäufer auch. Sie sind deshalb nicht mehr zu großen Preisnachlässen zu erpressen, denn wenn sich ein Geschäft zerschlagen sollte, macht es ihm nichts, denn da sind sicher viele andere willige Käufer auf dem Markt, deren Geld, wenn sie es nicht ausgeben oder investieren ihnen auch Kosten verursacht.

Es geht hier, ganz einfach, um zwei verschiedene Zeitabläufe. Einer ist für 95% des Geldes eines Menschen (5% Sparquote angenommen) von Stunden bis zu einem Monat relevant und der andere zieht sich über Jahre dahin - eventuell sogar Jahrzehnte bis er sein Geld für welches er keine Gegenwartspräferenz hat sondern im Gegenteil eine Zukunftspräferenz, wieder haben will. Es ist ihm da wichtig, dass er keinen Verlust durch die Umlaufgebühr erleidet und dass er dann genau so viel dafür kaufen kann als zum Zeitpunkt an dem er es auf ein Sparkonto gab. Diese Garantie hat er dann. Gesellgeld ist KAUFKRAFTBESTÄNDIG.

Der erste Käufer verliert gar nichts, weil jeder Verkäufer selbst die maximal 1/2% Verlust übernehmen wird und der zweite Sparer verliert auch nichts, weil die Bank die Umlaufgebühr übernimmt. Der einzige, der verlieren könnte, ist derjenige, welcher das Geld ein Jahr daheim liegen lässt und so dumm wird ja hoffentlich niemand sein. Die Bank verliert übrigens auch nichts, denn sie hat das Bargeld ja weiter verliehen und damit den schwarzen Peter dem Kreditnehmer übergeben und der, ja der hat sich das Geld ja nur deshalb ausgeliehen, weil er damit etwas kaufen will. Er gibt es also auch weiter und braucht keine Gebühr zahlen.

So rollt das Geld und rastet nie und mit jeder Weitergabe verdient ein Verkäufer und da ja alle abwechselnd Käufer und Verkäufer sind, verdienen alle. Das ist auch so ein Punkt, der nie beachtet wird. Da werden Käufer und Verkäufer als ewige Kontrahenten hingestellt und dabei sind es dieselben Leute, nur immer abwechselnd im Zeitablauf.

Wie schnell wird so ein Geld umlaufen? Einfach! Genau so schnell wie Leute Waren auf den Markt bringen. Es kann nicht schneller umlaufen. Es wird im Gegensatz zum heutigen Geld nur mehr keinen Vorteil gegenüber dem Durchschnitt der Waren haben und weil das die zeitweiligen Warenbesitzer wissen, kann der zeitweilige Geldbesitzer keinen Preisnachlass mehr erpressen. (Hier vielleicht die Definition von Ware: Ware ist ein Wirtschaftsgut, welches für den Verkauf produziert wurde und es nach dem Verkauf nicht mehr ist. Es ist dann nicht mehr auf dem Markt und ist Verbrauchs- oder Gebrauchsgut geworden.)

Dieses Geld eignet sich nicht mehr als langfristiges Wertaufbewahrungsmittel und die Leute werden sich andere Dinge dafür suchen müssen - aber es gibt ja genügend davon. Von Gold, Silber und Edelsteinen angefangen bis zu Vorräten aller Art und dauerhaften Wirtschaftsgütern wie Häusern und Fabriken und selbstverständlich kann man es auch denen leihen welche eine Gegenwartspräferenz für solche Dinge haben und kein greifbares Geld. Man kann auch Anteilscheine an solchen Dingen erwerben. Kurzum, man kann alles als Wertaufbewahrungsmittel verwenden außer dem Bargeld.

Das heutige Bargeld eignet sich dafür sowieso nicht sonderlich gut, weil es in regelmäßigen Abständen immer wieder durch Inflation seinen Wert verliert. Darum ist es eigentlich unverständlich, warum so viele Leute verbissen gegen eine Reform des Geldes sind, welche es als langfristiges Wertaufbewahrungsmittel unbrauchbar macht aber dafür die Möglichkeit gibt seine Kaufkraft zu erhalten.

Vielleicht soll man sich einmal Gedanken darüber machen, warum den Dummen immer eingeredet wird, dass man beides haben kann. Geld (Gold) als Tausch und Zahlungsmittel und gleichzeitig als Wertaufbewahrungsmittel. Die logischen Verrenkungen mit denen das bis in die höchsten Universitäten der Wirtschaftswissenschaften gerechtfertigt wird, sind den Diskussionen wie viel Engel auf der Spitze einer Nadel tanzen könnten, gleichzusetzen.

Es ist für alle praktischen Belange der Goldstandard nun zwar so gut wie gestorben, aber es gibt noch immer Leute, welche ihm nachtrauern. Viele stützen sich dabei auf die „Erkenntnisse" der Ökonomen der so genannten Österreichischen Schule, denen nie zum Bewusstsein gekommen ist, dass die Goldwährung maßgeblich an den beiden Weltkriegen des vorigen Jahrhunderts schuldtragend war, Die sahen immer nur, dass diese Kriege nur durch Abgang vom Goldstandard finanziert werden konnten - sahen aber nicht die wahren Ursachen der Kriege, welche nichts anderes waren als die Fortsetzung des Wirtschaftskrieges um das Gold. Der Kampf um die knappe Golddecke wurde vom wirtschaftlich Schwächeren aber militärisch und politisch Stärkeren oft genug als wirklicher Krieg fortgeführt oder auch als Ausweg gesehen. Auch diese Tatsachen werden nicht gesehen, denn Schuld am Krieg hat für die Geschichtsschreibung ja immer der Verlierer. Das ist sehr schön in dem Satz ausgedrückt, dass Geschichte immer die Sieger schreiben.

Die wirtschaftlichen Hintergründe aller Kriege können so recht einfach beiseite geschoben werden. Es könnte sonst eventuell die „Mitschuld" der Sieger festgestellt werden und das wäre nicht politisch korrekt. Die Nutznießer einer Goldwährung und diejenigen, welche es sein möchten, hatten daher bisher in der Geschichte relativ leichtes Spiel immer wieder zum Goldstandard zurückzukehren.

Nur diesmal haben sie, hoffentlich, den Anschluss verpasst und der Tanz der Menschheit um das goldene Kalb ist vielleicht zu Ende.

Diesmal wurde nämlich die Zeit, in der man vielleicht noch einmal zum Goldstandard zurückkehren hätte können, verpasst und die Papiergeldblase zu weit weiter aufgeblasen.

Es gibt jetzt einfach einen derartigen Überhang an Papiergeld auf der Welt, dass es nicht mehr eingezogen werden kann und selbst wenn die großen Guthabenbesitzer bereit wären ihr Geld festzufrieren, wie sie es immer taten, wenn das Zinsniveau zu weit gesunken war, gibt es zu viele Leute in vielen Ländern der Welt, die so etwas nicht lange mitmachen würden.

Jeder Versuch durch Deflation, das ist durch Verringerung der Geldmenge auf dem Markt eine Wertsteigerung des Papiergeldes im nötigen Ausmaß zu erreichen, ist zum Scheitern verurteilt, weil es einfach zu lange dauern würde. Die letzte derartige Deflationskrise dauerte von 1930 bis 1939, wo der Weltkrieg sie beendete. Es gelang also selbst damals nicht lange genug durchzuhalten.

Diesmal ist nach einer viel längeren Papiergeldvermehrung seit 60 Jahren (zum Vergleich 1914 bis 1929 waren es nur 15 Jahre) eine Rückführung unmöglich und aussichtslos. Diesmal gibt es nur eine Lösung. Entweder Totalzerstörung des Sachkapitals durch einen Krieg, damit neues unverändertes Geld nach einer Geldreform wieder lohnende Anlagen vorfindet oder einzugestehen, dass das jetzige Geld wertlos ist und es durch ein besseres kaufkraftbeständiges Tauschmittel zu ersetzen.

Das wird aber kaum durch eine Regierung gemacht werden, denn keine wird zugeben wollen, dass sie das Geld wertlos werden ließ. Sie werden also weiter machen im alten Trott, solange es möglich ist. So ein besseres Tauschmittel wird von den Leuten, die etwas dafür zu verkaufen haben, eingeführt werden müssen oder es wird nie eingeführt werden.

Noch wissen zu wenig Leute, dass so etwas möglich und notwendig ist aber es werden immer mehr und ein einziges Beispiel eines solchen funktionierenden Tauschmittels würde reichen. Es fände viele Nachahmer.

Hoffen wir, dass es rechtzeitig gelingt bevor der alte Weg wieder gegangen wird, wo ein Krieg die Krise überwindet und nachher das Geld des Verlierers wertlos gemacht wird.

 

Geldgeber - Produzent - Händler - Konsument.

Das sind die vier Hauptakteure auf dem Markt und sie sind Gegenspieler und deshalb wird oft vergessen, dass es dieselben Leute sind - nur in verschiedenen Funktionen. Jeder kann auch in eine andere Haut schlüpfen.

Der Geldgeber ist der Einzige, der nicht Produzent und Händler sein muss - Konsument allerdings auch wie jeder andere.

Der Produzent ist mit Eigenkapital sein eigener Geldgeber und muss auch Händler sein, der Rohmaterial und Dienstleistungen einkauft und seine Erzeugnisse verkauft und natürlich ist er auch Konsument.

Der Begriff Händler sollte eigentlich in Großhändler und Detailhändler geteilt werden. denn der Großhändler ist der Einzige in dessen Bereich Waren, Waren bleiben. Der Erzeuger produziert Waren aus Vorprodukten und der Detailhändler kauft Waren, aber wenn er sie verkauft verlieren sie den Warencharakter und werden Konsumgüter.

Das ist für die Wechselbeziehung zwischen Waren, Warenpreisen und Geld und Geldwert von Bedeutung und natürlich sind beide Händler auch Konsumenten und können Geldgeber sein.

Der Konsument muss vorher einer der anderen gewesen sein, sonst hätte er kein Geld um Konsumgüter zu kaufen. Er kann das Geld aus Zinseinkommen als Geldgeber bekommen haben, als Gewinn als Produzent oder Händler oder als Dienstleister und er wird es wieder sein müssen, um weiter konsumieren zu können.

Was wir hier gesehen haben ist die Tatsache, dass alle Akteure auf dem Markt nicht nur eine Rolle spielen und das heißt, dass sie auch die anderen Rollen kennen und ausüben müssen. Das hat einen psychologischen und emotionellen Impakt. Der Großteil der Konfrontation findet etwas anders statt als viele Beobachter glauben. Warum eine Konfrontation zwischen Erzeugern und ihren Dienstleistern hochgespielt wird und eine zwischen Händlern und Konsumenten kann eigentlich nur ein Ablenkungsmanöver sein um die wahren Profiteure aus dem Blickfeld zu halten.

Jeder Händler möchte gut verdienende Arbeitnehmer als Kunden haben und jeder Erzeuger Händler, die gute Gewinne aus dem Wiederverkauf seiner Erzeugnisse erzielen. Was beide nicht brauchen ist eine Bürokratie, die ihnen das Leben schwer macht und Kosten verursacht. Das heißt nicht, dass sie eine Dienstleistende Bürokratie komplett ablehnen, aber eine überwuchernde deren Kosten unerträglich geworden sind, ist genau so schlimm, wie die Zinskosten der funktionslosen Geldgeber bei denen die Staaten verschuldet sind.

Die Frontstellung ist also eigentlich: Funktionsloser Geldgeber, dessen Konsumenteneigenschaft im Verhältnis zum Zinseinkommen minimal ist und Spitzenfunktionäre der Bürokratie gegen den Rest. Eigenartigerweise kommt das nie zum Ausdruck. Die Fronten scheinen immer wo anders zu sein. Arbeitgeber gegen Arbeitnehmer ist eine. Händler gegen Konsument die andere. Produzent gegen Händler noch eine. Landeigentümer gegen Landlose hat vielleicht noch einige Berechtigung aber nie hört man von einer Front von Zinszahlern gegen Zinsbeziehern.

Der Hauptgrund dafür ist der, dass die Zinszahler davon in Unkenntnis gehalten werden, dass sie den Zins in den Preisen versteckt zahlen müssen. Tatsächlich aus Erfahrung wissen tun das eigentlich nur Großhändler und die sind meistens auf dem Weg zum Geldgeber mit Eigenkapital mit geringen Konsumwünschen im Verhältnis zu ihrem Kapitaleinkommen und Handelsgewinn. Es schert sie also kaum.

Alle anderen werden für dumm verkauft. Ihre eigene Doppelnatur als Konsumenten-Produzenten (Prosumer) kommt ihnen nicht zum Bewusstsein und dass sie als solche bei Inflation immer den höheren Preisen nachlaufen, die sie als Konsumenten zahlen müssen aber als Produzenten noch nicht erzielen können und besonders dann nicht, wenn sie unselbständig sind.

Bei Deflation würden sie sich als Konsumenten an den sinkenden Preisen erfreuen, wenn sie nicht als Produzenten ohne Geschäft wären oder als unselbständige Produzenten arbeitslos. Eine ernsthafte Deflation hat es in der Lebenszeit der meisten Menschen nicht mehr gegeben. Die letzte wurde 1939 durch den Weltkrieg beendet. Darum wissen viele nicht, dass Deflation noch viel schlimmer ist als eine im Rahmen gehaltene Inflation. Sie kämpfen noch immer gegen die Inflation, obwohl sie schon mitten auf den Weg in die Deflation sind und auch die Währungshüter wagen es nicht massiv gegen die beginnende Deflation einzuschreiten, weil ihnen die Angst vor unkontrollierbarer Inflation zu tief in den Knochen steckt. Viele von ihnen wissen auch um die Wertlosigkeit der heutigen Geldmenge und wissen daher auch, dass diese Geldmenge samt den Geldguthaben bei einem Vertrauensschwund unaufhaltbar losbrechen könnte. Die Gefahr einer möglichen Hyperinflation ist also sehr real.

Die Relation zwischen verfügbarer Warenmenge zur Geld und Geldguthabenmenge ist durch die lange Zeit des Geldwachstums seit 1940 unhaltbar geworden. Einige Länder gingen schon durch dieses Stadium. Einigen europäischen Ländern blieb es durch den Euro gerade noch erspart und die USA konnte sich durch den Weltreservewährungsbonus bisher noch retten. Sowohl Euro wie auch der Dollar haben aber das Problem der unhaltbaren Relation und es ist nur eine Frage der Zeit....

 

Die Sinnlosigkeit der Quantitätsgleichung

Es gibt Ökonomen, welche der Quantitätsgleichung jeglichen Sinn absprechen. Darunter sind alle Vertreter der österreichischen Schule und man muss ihnen sogar recht geben. Der Weg, wie die einzelnen Faktoren dieser Gleichung definiert oder besser gesagt nicht definiert werden und wie das Medium in welchem die Gleichung Gültigkeit haben soll, der Markt, überhaupt nicht beachtet wird, lässt gar keine andere Schlussfolgerung zu.

Ohne deshalb auf lange theoretische Erörterungen einzugehen soll hier durch klare Definition und Einengung der Faktoren wie durch das Zerhauen eines Gordischen Knotens der Ansatz einer Lösung dieser Frage aufgezeigt werden.

Hier zuerst einmal die Gleichung selber in der deutschen Form:

G.U = W.P oder auf das Preisniveau gerichtet: P = G.U/W

Und nun die Definitionen:

P ist das allgemeine Preisniveau (gemessen mit einem Index)

G ist die Geldmenge und zwar nur die Bargeldmenge.

U ist die Umlauffrequenz dieses Geldes während eines Jahres.

W ist die auf dem Markt zu einem gewissen Zeitpunkt angebotene Warenmenge.

Klar, einfach und ohne wenn und aber wie die Schärfe eines Schwertes.

P ist wohl klar und wie sollte man das sonst messen können, als mit der Hilfe eines Konsumerpreisindexes oder eines Großhandelspreisindexes.

G ist auch ganz klar und warum nur Bargeld? Weil nur der Wert des Bargeldes gefragt ist. Der Wert der Geldguthaben steht in klaren Abhängigkeitsverhältnis zu dem.

U ist dann ein klarer Begriff, wenn man den Geldmengenbegriff erst einmal eingeengt hat.

W ist die auf dem Markt angebotene Warenmenge und nicht darin eingeschlossen sind die Waren, welche durch Käufe auf Kredit schon aus dem Markt entfernt worden sind. Wie bei jeder Gleichung muss man mit Faktoren rechnen, die zum gleichen Zeitpunkt wirksam sind und kann nicht einfach willkürlich bei manchen Werte aus der Vergangenheit einsetzen. Natürlich gilt das auch für Faktoren, die sich nicht im selben Raum befinden. In dem Fall ist der Raum der Markt und in dem befinden sich weder gehortetes Bargeld noch Geldguthaben.

Damit ist aber auch der Kredit aus der Gleichung entfernt und die Gleichung wird klar, übersichtlich und relevant. Die Form wie Irving Fisher die Quantitätsgleichung anwendete als er nicht das Warenangebot sondern bereits getätigte Transfers von Waren dafür in die Gleichung einsetzte ist eine Tautologie und erklärt im besten Fall einen selbstverständlichen Vorgang der Vergangenheit. In dieser Form zeigt sie aber nicht die in der Gegenwart wirksamen Kräfte und leistet keinen großen Beitrag dafür aufzuzeigen wie man diese Kräfte manipulieren kann um ein gewünschtes Resultat - ein stabiles Preisniveau - zu erreichen.

Die Fisher Formel zeigt allerdings eines, nämlich die Tatsache, dass eine „Deckung" des Geldes nur dann einen Einfluss auf die Warenpreise hat, wenn durch sie die Geldmenge beeinflusst wird. Der so genannte Goldstandard ist nichts anderes als die Festlegung des Preises eines einzelnen Gutes und ist ohne Einfluss auf alle anderen Warenpreise.

Die Wirtschaftswissenschaft hat teilweise deshalb auch bisher keinen Weg aufgezeigt, wie es getan werden könnte, ein festes allgemeines Preisniveau zu halten. Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Wir haben nämlich bei richtiger Definition der vier Bestandteile der Gleichung nicht vier Unbekannte sondern nur zwei. G ist bis zum letzten Pfennig bekannt und P durch den Index auch. Da die Warenmenge unter natürlichen Angebotszwang steht ist ihre Größe nur im Verhältnis zu G x U von Bedeutung. Die einzig verbleibende wirkliche Unbekannte ist somit U und hier muss angesetzt werden. Diese Größe muss durch irgend etwas unter Kontrolle gebracht werden, wenn man ein festes Preisniveau erreichen will. „Velocity control" ist gefragt.

Die Wissenschaft muss den uralten experimentellen Beweis antreten und die Wirksamkeit verschiedener Maßnahmen der Einflussnahme auf die Umlaufgeschwindigkeit überprüfen. Hier ist der Vorschlag Silvio Gesells eine Hortungsgebühr auf das Bargeld direkt zu erheben ein Weg die Umlaufgeschwindigkeit des Bargeldes auf eine dem Warenstrom und den Geschäftsgewohnheiten angepasste flexible Höchstgrenze zu treiben, der eine der zu untersuchenden Methoden sein sollte. Es ist wahrscheinlich zuviel verlangt, dass Wissenschaftler selber solche Experimente veranstalten aber es wäre sicherlich nicht zuviel verlangt, dass solche Experimente, die von Praktikern gemacht werden, unvoreingenommen untersucht werden.

Beim Experiment von Wörgl wurde das nicht getan. Daher gibt es auch keine wissenschaftliche Erklärung für die Umlaufgeschwindigkeit des Bargeldes, die damals erreicht wurde. Die wahrscheinliche Umlaufgeschwindigkeit während der ersten drei Tage von 30 mal am Tag und die Schätzungen von 500 mal im Jahr im Vergleich zur damaligen Umlaufgeschwindigkeit des Nationalbankgeldes von 8 bis 10 mal im Jahr fand keinerlei wissenschaftliche Beachtung. Wenn nach drei Tagen mit einer auf dem Markt befindlichen Geldmenge am Ende dieser drei Tage von vielleicht 300 Schilling allein 5.100 Schilling Steuereingänge berichtet werden, sollte das doch das Interesse eines Währungswissenschaftlers wachgerufen haben.

 

Theorie und Praxis

Mit Mathematik und Buchhaltungsgenauigkeit in der Volkswirtschaft ist es so eine Sache. Wenn man es mit grundlegenden Zahlen zu tun hat, die im besten Fall Näherungswerte sind und nur selten konkret überprüft werden können, kann man auch sagen, dass 2 x 2 statt 4 auch 2 oder 6 sein kann, wenn man die Zahlen und Resultate auf oder abrundet. Nehmen wir an, dass real 2 aufgerundet so wenig wie 1.51 sein kann oder abgerundet 2.49. Da wäre dann an der untersten Grenze 1.51 x 1.51 nur 2.28 oder abgerundet wieder 2. Im anderen Fall ist 2.49 x 2.49 6.20 oder abgerundet 6.

Natürlich wird 2 x 2 in den meisten Fällen 4 sein aber man darf die Möglichkeit von anderen Resultaten nicht aus dem Auge lassen. Auf gar keinen Fall darf man aber an sich richtige mathematische Ergebnisse für bare Münze nehmen, wenn die grundlegenden Zahlen ungenau sind.

Für die Gogos bedeutet das, dass der errechnete Wechselkurs auch nur eine annähernde Größe sein muss und auch nur sein kann. Wenn 2 x 2 sowohl 2 oder 6 sein kann, spielen Abweichungen von 3 oder 5% keine große Rolle und wer da absolute Genauigkeit bis zur Ixten Dezimalstelle verlangt muss zuerst genaue Grundzahlen ermitteln. Genau so wenig wie Preisunterschiede in der Größenordnung bei den Preisen in den Geschäften spielen, spielen auch Wechselkurse zwischen zwei Währungen in der Größe eine Rolle, besonders dann nicht, wenn es dabei nicht um Millionenbeträge bei Währungsspekulation geht. Bei den Gogos geht es da um viel weniger als normale Waren-Preisunterschiede auch bei einer einzigen Währung ausmachen.

Es ist so ähnlich als ob jemand sich weigern würde, für ein Glas Wein im Gasthaus 5 Dollar zu bezahlen, weil er beim Weingroßhändler oder Erzeuger die zehnfache Menge für dasselbe Geld kaufen kann. Da geht es um 1000% Unterschied und da glauben manche Leute, dass weniger als 1% bei den Gogos eine Rolle spielen werden.

Es ist direkt lachhaft, welche Einwände da gemacht werden und wie die wahren Größenordnungen immer unter den Tisch gekehrt werden. Da verlieren manche Währungen mehr als den abermillionsten Teil ihres Wertes und niemand findet etwas dabei, aber von den Gogos wird verlangt, dass sie auf 1% genau gleich wert sein müssen.

Kein Mensch verlangt von der Nationalbank, dass sie den Wert ihres Geldes garantieren soll. Nur, wenn die Inflation dreistellige Zahlen im Jahr erreicht, beginnen die Leute zu murren. Wenn die Deflation 10% erreicht, glauben womöglich noch manche, dass das doch wunderbar ist. Ihr Geld wird ja dabei mehr wert. Dass sie dann wegen des Zusammenbruches der Wirtschaft keines mehr verdienen können und dass der Preisverfall daran schuld ist, erkennen sie nicht. Nur eines können alle.

Sie verlangen von den Gogos das Unmögliche an Genauigkeit und wollen mit ihnen sonst nichts zu tun haben. Da werden Voraussetzungen an den Haaren herbeigezogen, die angeblich erst erfüllt werden müssen, bis man Gogos einführen kann. Die Menschen müssen geändert werden oder Freiland muss vorher eingeführt werden. Der Staat muss es tun mit Hilfe eines Währungsamtes und dazu muss er die Nationalbank abschaffen. Die Banken müssen zu 100% Buchgelddeckung gezwungen werden.

Von den Behauptungen, dass niemand Gogos annehmen wird bis zur Aufgabe der Idee, weil die Gogos sowieso verboten würden, gibt es viele Varianten, die entschuldigen sollen, dass man nichts TUN will, bevor es nicht eine politische Mehrheit für solche Reformen gibt. Dass man diese Bewiesenerweise nicht erreichen wird und in 100 Jahren nicht erreicht hat, kümmert diese Theoretiker nicht.

Die Gogos können kaufkraftstabil und im Umlauf gehalten werden und das selbst von einem einzelnen Kaufmann, der sie als lokales Geld herausgibt und zwar mit der notwendigen Genauigkeit und solange er dafür seine Waren hergibt und die Gogos wieder an andere Akzeptanten weiter gibt auch mit der nötigen Umlaufsgeschwindigkeit.

Man braucht dazu weder eine Mehrheit noch müssen mehr als eine kleine lokale Gruppe die Gogos akzeptieren und weiter geben. Ihr Beispiel und ihr wirtschaftlicher Erfolg wird dann automatisch andere Leute dazu veranlassen, mitzumachen. Das bewies Wörgl, wo durch das Beispiel trotz der Gegnerschaft der Nationalbank und des dadurch beginnenden Rechtsstreites eine Nachbarstadt schon nach drei Monaten mitmachte und Nachbargemeinden das Wörgler Geld benützten. 170 weitere Gemeinden warteten nur mehr das Ende des Rechtstreites ab und waren bereit auch so ein Geld einzuführen.

Wer aber nun glaubt, dass so etwas den Buchgeldtheoretikern zu denken gibt, der täuscht sich. Die behaupten einfach, dass es damals noch kein Buchgeld gegeben hätte und dass dieses Buchgeld heute das Freigeld verdrängen würde. Die Tatsache, dass Buchgeld bei Deflation schneller noch als Bargeld vom Markt verschwindet wollen sie dabei nicht anerkennen.

Gerade habe ich nachgewiesen, dass in der USA das Buchgeld mit beginnender Stagnation 1994 bis heute immer weniger wurde, während das Bargeld noch vermehrt worden ist, aber anscheinend spielt das keine Rolle, wenn man glaubt, dass die Erde eine Scheibe ist.

 

Umlaufgebühr auf Buchgeld?

Wenn es einen einzelnen Grund dafür gibt, dass Freigeld bisher noch nicht eingeführt wurde, dann ist es die Vorstellung, die verbreitet wird, dass es nicht genügt Umlaufgesichertes alternatives lokales Geld wie in Wörgl herauszugeben, sondern dass man Freigeld durch ein Währungsamt herausgeben und die Banken zu 100% Deckung zwingen muss und noch dazu das Buchgeld auch umlaufsichern muss, weil es sonst das Bargeld ersetzen würde.

Das führte dazu, dass nicht einmal Pläne für eine Verbesserung des Wörgler Geldes gemacht wurden. Mit diesen angeblich notwendigen Voraussetzungen, die von so genannten Anhängern Gesells verbreitet werden, treibt man natürlich alle Interessenten aus den Vereinen der Anhänger Gesells, die etwas tun möchten und diese Vereine bleiben unbedeutend und dominiert von Leuten, die dort alles andere vertreten, nur nicht die Ideen Gesells.

Weil Gesell Vegetarier und Antialkoholiker war, sind es viele dieser Gesellianer auch und das ist ihnen wichtiger als grundlegende Wirtschaftsfragen. Wer die Diskussion über die Gogos in den freiwirtschaftlichen Medien verfolgt hat, kann sich selber ein Bild über die derzeitige Situation machen. Diese Leute werden nie den einzig möglichen Weg, Freigeld einzuführen, gehen.

Wer ein Währungsamt und Umlaufgesichertes Buchgeld als Voraussetzung ansieht, muss den politischen Weg gehen und eine politische Mehrheit dafür anstreben und stößt damit automatisch alle zurück, die die Aussichtslosigkeit so eines Weges erkennen. Da hilft es auch gar nichts, dass diese Aussichtslosigkeit schon 100 Jahre lang bewiesen wurde und tausende von Menschen nach kurzer Zeit diese Vereine so schnell verlassen wie sie angesprochen wurden, wenn sie die Aussichtslosigkeit erkennen. Es gab vor 50 Jahren mehr organisierte Anhänger Gesells als heute und noch immer sehen diese Leute nicht ein, dass sie auf dem falschen Weg sind und sich von den Anhängern des Status quo in ihren eigenen Reihen von der Aussichtslosigkeit alternativer Experimente überzeugen haben lassen.

Es wird nie Freigeld geben, solange es nicht neues Blut gibt, das sich von den Buchgeldfreiwirten absagt und einfach Gogos als Freigeld auf Bargeldbasis einführt und wie in Wörgl den Beweis erbringt, dass nicht Umlaufgesichertes Geld samt seinem Buchgeld vom Markt verschwindet.

Genau so wenig, wie Bahnbrechendes aus den alten Machtstrukturen kommen wird, werden die alten Gesellanhänger wirkliches Freigeld zur Realität machen können. (Ein kleiner sozialdemokratischer Bürgermeister hat mehr für Freigeld getan als sie alle zusammen.)

Es ist zwar die heutige Situation aber hoffnungslos ist sie nicht. Die Gogos existieren und es gibt schon Gogomeister, die erkennen, was getan werden muss. Jeder, der 30 Gewerbetreibende zusammen bekommt, sich einige tausend Gogoscheine besorgt oder selber drucken lässt und sie in Umlauf bringt, kann eine lokale Gogoinsel ins Leben rufen. Er darf sich nur nicht vom Negativismus der kritischen Geldreformer und der Gegnerschaft der „Wirtschaftssachverständigen" beeinflussen lassen und muss unbeirrt seinen Weg gehen und die Gelegenheit beim Schopf packen, wenn sie sich bietet.

Hat er nicht selber Waren und Leistungen anzubieten, die den Gogos, wie jedem anderen Tauschmittel ihren Wert geben müssen, muss er eben Kaufleute und Gewerbetreibende finden, die es aus eigenem Geschäftsinteresse für ihn tun. Am leichtesten ist das dort zu machen, wo in einem überschaubaren lokalem Gebiet noch Wirtschaftskreisläufe existieren, die nur aus Mangel an einem funktionierendem Tauschmittel stagnieren.

In Zeiten einer Wirtschaftsflaute (Stagflation) ist das gerade in kleinen Städten wie Wörgl eine war sehr bald der Fall und jeder, der mit so einem Gogoangebot zu den Gewerbetreibenden kommt, wird sehen, dass er offene Türen einrennt und sie gerne mitmachen werden. Die Gogos sind im Gegensatz zu den während der Weltwirtschaftskrise von Irving Fisher propagierten „Stamp script" mit 104% Umlaufgebühr, die dann natürlich niemand akzeptierte mit nur 5% Gebühr für jeden Geschäftsmann akzeptabel. Jeder würde sie sogar dann annehmen, wenn er keine Möglichkeit hätte, sie weiter zu verwenden und sie wieder umtauschen müsste. Er wird aber nicht nur wegen der 5% das vermeiden, sondern weil er weiß, dass dann, wenn er sie weiter gibt, die Gogos im lokalen Umlauf bleiben und vielleicht noch oft zu ihm zurück kommen werden.

Das ist in seinem Interesse, weil er ja mit jeder Rückkehr ein neues gewinnbringendes Geschäft gemacht hat. Hat er das erst einmal erlebt, wird er sich die Gogos nicht verbieten lassen und er wird sich auch bemühen sie weiter zu geben, selbst wenn es nicht ganz leicht ist. Nicht nur die verlorenen 5% Gebühr sind da seine Motivation, sondern die Hoffnung auf ein weiteres Geschäft. Ein Gogomeister braucht daher nur die Anfangsprobleme überwinden. Solange der Gogoumlauf noch schleppend ist, wird er sich bemühen müssen, ihn zu beschleunigen. Ist erst ein ausreichender Umlauf gegeben, kommt die Beschleunigung ganz von selber. Sie ist im Eigeninteresse eines jeden Gewerbetreibenden und jedes anderen Wirtschaftsteilnehmers.

Das ist eigentlich alles, was ein Gogomeister tun muss. Er muss den Teilnehmern klar machen, was die Gogos ihnen bringen werden. Das muss er nur tun, bis sie es selber SEHEN. Wer noch nichts ZEIGEN kann, tut sich da manchmal schwer. Niemand weiß das besser als ich, weil ich der erste Gogomann bin.

 

Das bessere Geld

Besseres Geld ist eines, das die wesentlichen Geldfunktionen besser ausübt. Diese Funktionen sind Zahlungsmittel (Zwischentauschmittel), Wertmaßstab und Wertaufbewahrungsmittel, wobei die Reihenfolge nicht willkürlich ist. Geld muss zuerst ein allgemein anerkanntes Tauschmittel sein, dann ein dauerhafter Wertmaßstab und zuletzt zumindest von einem Tauschvorgang zum nächsten ein Wertaufbewahrungsmittel, das seinen Wert behält.

Wenn wir nun untersuchen, ob die als lokales Tauschmittel vorgeschlagenen Gogos ein besseres Geld sind oder sein werden, müssen wir der Reihe nach betrachten ob die Gogos diese Funktionen besser ausüben können und weshalb.

Die allgemeine Anerkennung als zweites Geld in einem ausreichendem Markt wollen wir dabei einmal voraussetzen. Wenn die Gogos also die zweite Funktion als Wertmaßstab besser erfüllen sind sie damit das bessere Tauschmittel, welches sich in Konkurrenz mit einem schlechteren durchsetzen sollte.

Die Funktion als Wertaufbewahrungsmittel ist dabei sekundär, weil als Wertaufbewahrungsmittel verwendetes Geld ja kein Tauschmittel mehr ist. Primär ist es also die Frage. Sind die Gogos ein besserer Wertmaßstab, dann sind sie auch das bessere Geld.

Eigentlich kann man sofort sagen, dass die Gogos das bessere Geld sind weil das andere Geld kein dauerhafter Wertmaßstab ist und dauernden Wertschwankungen durch Inflation oder Deflation ausgesetzt ist. Alles Geld wird daran gemessen was man im Durchschnitt damit kaufen kann. Die Preise einzelner Güter werden immer in Geldeinheiten angegeben und der Gesamtwert des Geldes wird mit Hilfe eines repräsentanten Indexes eines Warenbündels gemessen, wobei ein Wert der Vergangenheit als 100 angenommen wird und der Wert eines späteren Zeitpunkts ist dann bei Deflation unter 100 und bei Inflation über 100. So wird der Wert oder die Kaufkraft des Geldes verglichen. Es wird somit zwar nachträglich die Wertveränderung gemessen, aber eine Wertveränderung nicht verhindert.

Bei den Gogos ist die Frage folgendermaßen gelöst: Man nimmt einen Wert der Vergangenheit (bei den Gogos in Canada wird der Wert des Dollars aus dem Jahre 1980 genommen) und die Wertveränderung durch einen entsprechenden Wechselkurs kompensiert. Der Gogo ist somit immer gleich viel wert, als der canadische Dollar 1980 wert war. Der Gogo wird damit zum unveränderlichen Wertmaßstab und da alle Gogos immer in Umlauf sind, kann man, selbst wenn es das Erstgeld nicht mehr gäbe immer rechtzeitig gegensteuern bevor der Wert der Gogos sich zu weit verändert hat. Solange das andere Geld noch auf dem Markt ist, genügt dafür die entsprechende Wechselkursänderung.

So einfach ist es ein besseres zweites Geld zu schaffen und da man mit einer viel geringeren Gesamtgeldmenge auskommt, wenn nicht der Großteil des Geldes als Wertaufbewahrungsmittel verwendet wird, kann die Ausgabestelle diesen Wechselkurs einfach dadurch halten, indem sie Gogos bei der Ausgabe und der eventuellen Rücknahme damit verrechnet. Die Größenordnung ist dabei, dass mit etwa 2% der heutigen Bargeldmenge das Auslangen gefunden werden kann, selbst wenn die gesamten Zahlungen mit Hilfe der Gogos gemacht würden.

Da aber bei dieser Art der Einführung nur das auf dem Markt fehlende andere Geld ersetzt wird und das nicht fehlende weiter umläuft, können die Gogos ganz langsam und in kleinen überschaubaren Mengen nach Maßgabe ihres Gebrauches und ihrer Akzeptanz eingeführt werden.

Die Gogos werden allerdings weil sie ein besseres und kaufkraftstabiles Tauschmittel sind das alte Geld auf alle Fälle vom Gütermarkt verdrängen, selbst wenn durch Widerinflation dessen Eigenschaft als bevorzugtes Wertaufbewahrungsmittel in Frage gestellt werden wird und es wieder auf den Markt kommen möchte. Die Inflation wird nicht im Rahmen gehalten werden können weil der Gegenspieler Ware nicht mehr im ausreichendem Maß auf dem Markt sein wird. Die Waren wurden mit Hilfe der Gogos weggekauft. Die Warenbesitzer werden ein stark inflationiertes Geld nicht mehr annehmen wollen, wenn ein anderes kaufkraftbeständiges Tauschmittel auf dem Markt ist.

Möge dann das bessere Geld gewinnen und mögen viele lokale Gelder wie der Gogo in der ganzen Welt verhindern, dass es eine weltweite Deflation und Wirtschaftskrise mit darauf folgenden Krieg noch einmal in der Menschheitsgeschichte gibt.

Die Wechselbeziehung zwischen Mensch und von ihm geschaffenem Medium Geld verändert die Verhaltensweise der Menschen und ein besseres Geld kann die bessere Seite der Menschen in den Vordergrund bringen genau so wie ein schlechtes Geld es mit den schlechten Eigenschaften tut.

Die Gogos zwingen niemand sich über Nacht in einen edlen Menschen zu verwandeln, der sein Hab und Gut verteilt. Es genügt, wenn er sie als Zahlung für seine Waren und Leistungen akzeptiert in welchen Ausmaß auch immer. Einen Gogo nach dem anderen, der seinen Weg kommt und sie dann weitergibt für die Waren und Leistungen seiner Mitmenschen in gerechten und ehrlichen Austausch. Der ehrliche Wert der Gogos tut dann den Rest.

Ehrliches Geld wird selbst unehrliche Menschen zur Ehrlichkeit zwingen und ein Geld, das ohne Macht ist andere Menschen zu erpressen wird die Macht von Menschen über Menschen mit Hilfe des Machtmittels Geld überwinden. Geld ist heute Monopolmacht, die, solange das Geldmonopol nicht durch alternatives besseres Geld überwunden wird, immer wieder zu Kämpfen um dieses Machtmittel führen wird.

Seit das Gold als Geld entthront worden ist, hat der Dollar diese Macht übernommen und wir sind auf dem Weg zu einer noch viel mächtigeren Weltwährung, wenn wir nichts tun. Wir sind auf dem Weg zu einem einzigen Weltmonopol, wenn wir nicht Monopolbrechendes anderes Geld verwenden. Tun wir das, verliert das Monopolgeld mit seinem Wert, der auf den Gebrauch als einziges Tauschmittel beruht auch seine Macht.

Kaufkraftbeständige Gogos oder andere lokale wertbeständige Tauschmittel können die Monopolmacht brechen, können aber selber nicht zu Monopolen werden, selbst wenn im Laufe der Zeit durch Zusammenschlüsse größere Strukturen entstehen. Der Weg ein Geldmonopol zu brechen ist dann bekannt und kann dann auch gegen die Gogos angewandt werden.

Das heutige Geld funktioniert nicht mehr als Tauschmittel wenn es zu lange und in großem Ausmaß als Wertaufbewahrungsmittel verwendet wird, Aber auch bei Hyperinflation funktioniert es nicht mehr und so eine Hyperinflation ist unausbleiblich wenn der Überhang gehorteten Geldes zu groß geworden ist. Die Gogos können nicht gehortet werden und deshalb wird es nie so einen Überhang geben. Es wird nie mehr Gogos auf dem Markt geben als notwendig sind und es wird keine Gogomengen außerhalb des Marktes geben.

Solange leichte Inflation das andere Geld auf dem Markt halten kann und es genügend lukrative Anlagen gibt um eine Verzinsung zu erwirtschaften ist es schwer alternatives Geld einzuführen. Es kann nur zu bestimmten Zeiten im Konjunkturzyklus, wenn das andere Geld vom Markt zu verschwinden beginnt getan werden. Ist es dann aber einmal eingeführt kann es auch die Wiederinflationierung des anderen Geldes nicht mehr vom Markt vertreiben. So eine Wiederinflationierung kann nämlich nicht im Rahmen gehalten werden und das wissen die Leute in den Nationalbanken recht genau. Sie wissen ja, dass die großen Geldmengen nicht verschwunden sind. Sie sind nur nicht auf dem Gütermarkt. Würde durch massive Geldvermehrung die Inflation wieder angeheizt, kämen diese Geldmengen aber sofort mit Naturgewalt wieder auf den Markt.

Das ist auch in vielen Ländern der Welt schon passiert und es wird wieder passieren. Nur dem Dollar ist es bisher gelungen durch den Weltreservebonus trotz gewaltiger Geldmengenvermehrung die Inflation im Rahmen zu halten. Der Dollar ist in der ganzen Welt verstreut und wenn diese Leute etwas dafür kaufen möchten, wird sich seine Wertlosigkeit herausstellen. Der Bonus hatte nämlich den Pferdefuß, dass damit im Laufe der Zeit die amerikanische Industrie ruiniert worden ist und keine konkurrenzfähigen Güter mehr erzeugen kann.

Was nun? Raubkrieg oder Gogos für Amerika? Die Wahl sollte eigentlich nicht schwer fallen.

 

Das Ende dieser Welt

Wir leben in der Endzeit. Das ist eine unumstößliche Tatsache nur ist sowohl der genaue Zeitpunkt des Endes dieser Zivilisation und das Ausmaß der Zerstörung unserer Umwelt unbekannt.

Seit dem Ende des Weltkrieges 1945 wurde ein weiterer verhindert aber da die grundlegenden Ursachen, die zu Kriegen führen nicht beseitigt wurden, konnte man an die Stelle eines Weltkrieges nur kleinere Auseinandersetzungen stellen.

Man konnte auch durch die Abschaffung des Goldstandards eine deflationäre Depression als Kriegsursache bisher verhindern. Nun sind aber dadurch die Schulden als auch die ihnen gegenüberstehenden Guthaben so gewaltig angestiegen, dass die Zinsen für diese Schulden nicht einmal annähernd mehr von zahlungsfähigen Schuldnern an die Gläubiger bezahlt werden können. Das Ende der Geldaufblähung ist damit erreicht. Von einer möglichen Rückzahlung der Schulden ist schon lange keine Rede mehr aber jetzt ist man auch schon am Ende der Zinszahlungen durch neue Schulden angelangt.

Das heutige Weltwährungssystem ist am Ende. Die entscheidende Wende passierte etwa 1993. Seither verschwindet das Buchgeld vom Markt und auch das Bargeld findet keine lohnenden Anlagen mehr und wird in Spekulationskassen festgehalten. Weltweit steigt die Arbeitslosigkeit und man beginnt schon Rüstung und Krieg als Konjunkturmotor einzusetzen.

Ob wieder einmal als Ausweg aus der Depression gewählt werden wird einen Krieg zu inszenieren ist trotz der krampfhaften Bemühungen der Führer der letzten und einzig verbleibenden militärischen Supermacht noch nicht endgültig sicher. Es gibt auch schon andere erkannte Wege, wie man die Deflation überwinden kann. Sie werden nur nicht gegangen, weil sie die Macht des Zinsfordernden Geldes brechen würden. Bisher ist es den wenigen wirklichen Nutznießern des heutigen Geldes gelungen selbst das Wissen über diesen anderen Weg zu unterdrücken. Es ist möglich, dass diese Zivilisation untergeht, wie schon viele zuvor, wenn nicht überlebende Inseln für einen Neuaufbau gebildet werden. Die Hoffnung einen Zusammenbruch gänzlich zu vermeiden, schwindet immer mehr.

Deshalb sollte wenigstens in einigen versteckten Tälern der Samen für einen Wiederaufbau gepflanzt werden. Im Zeitalter der Antike gab es solche Täler nicht und auch frühere Zivilisationen gingen unter ohne mehr als Reste von Bauten zu hinterlassen.

Vielleicht gelingt es der Idee des Freigeldes, sich schneller als erwartet zu verbreiten. Dann ist es nicht das Ende der Welt oder dieser Zivilisation sondern nur das Ende des Kapitalismus, das uns bevor steht. Es gibt keinen Zweifel darüber, dass sich Freigeld schnell verbreiten wird, wenn es erst einmal einen ausreichenden Minimalmarkt gefunden hat. Die Schwierigkeit liegt nur daran so einen als Beispiel in der Realität zu beginnen. Nachmachen für andere ist dann leicht. Als das Experiment von Wörgl 1932 erst drei Monate alt war, fanden sich schon Nachahmer in einer Nachbarstadt.

Die 5000 Leute in Wörgl und Umgebung hatten so einen ausreichenden Minimalmarkt für Umlaufgesichertes Geld gebildet und nach einem Jahr wären es schon 300,000 geworden, trotzdem die Leute durch den Rechtsstreit mit der Nationalbank verunsichert waren. Es hängt also nur davon ab irgendwo in der Welt ein zweites Wörgl rechtzeitig zu beginnen. Da die heutigen Nationalbanken nicht mehr private Gesellschaften mit einem Geldmonopol sind, ist ein neuer Rechtsstreit mit anschließendem Verbot, wie in Wörgl nicht sehr wahrscheinlich und es gibt auch Methoden einem eventuellen Verbot die Durchsetzbarkeit so eines Verbotes schwer zu machen. Der Beginn so eines lokalen Freigeldes wird höchstwahrscheinlich in kleinen Städten oder Orten mit einen noch einigermaßen existierenden lokalen Markt stattfinden, wo das andere Geld rar geworden ist.

In solchen Städten ist die Motivation vorhanden etwas zu tun bevor so eine Stadt zur Geisterstadt wird. Möglicherweise könnten auch Stadtviertel mit derartigen Strukturen in einer größeren Stadt solche Fokuspunkte sein. Tauschkreise, die einen alternativen Markt ohne Bargeld aufbauen wollen sind dagegen ungeeignet. Sie werden auch von den existierenden Gewerbetreibenden eher als unlautere Konkurrenz angesehen und diese würden kaum mitmachen wollen. Man braucht aber gerade diese Leute. Die haben nämlich im Gegensatz zu den Tauschkreisleuten etwas Brauchbares zu verkaufen und jedes Geld ist nur das wert, was man dafür kaufen kann. Wenn man will, dass das Freigeld etwas wert ist und wert bleibt, muss man diese Leute gewinnen. Man muss sie auch nehmen wie sie sind und wer die Menschen ändern will und nicht das Geld, ist für die Arbeit mit praktischem alternativen Freigeld ungeeignet. Er wird vielleicht kurzfristig in wirklich schlechten Zeiten mit Gleichgesinnten einen Tauschkreis mit oder ohne Tauschmittel als Überlebenshilfe aufrecht erhalten können, aber das wird auch schon alles sein. Der Tauschkreis wird danach sich wieder auflösen.

Verändert in Realität existierendes Freigeld die Menschen wie erwartet, ist das wunderbar aber wer die Veränderung der Menschen als Vorbedingung für Freigeld ansieht, der wird nie ein Freigeld haben, wenn es nicht kalt rechnende Pragmatiker für ihn erschaffen. Sie werden das in ihren eigenem Interesse und zu ihren eigenem Vorteil auch tun, wenn sie sehen, welche Vorteile es den ersten Anwendern bringt. Damit werden sie das Medium verändern und das wird dann die Menschen verändern und zwar dauerhaft.

 

Der Geist der Gogos

Hinter jedem Gogo steht ein Gespenst! Es ist der kanadische Dollar des Jahres 1980. Er bestimmt den Wert (die Kaufkraft) des Gogos.

Das garantiert der Gogomeister und schreibt das auch auf jeden Schein. Das tun die Betrüger, die das heutige Geld herausgeben, nicht. Früher einmal garantierten sie wenigstens den Umtausch ihrer Banknoten auf Verlangen gegen eine bestimmte Menge Goldes aber dessen Wert und damit den Wert des Geldes garantierten sie auch nicht. Heute garantieren sie gar nichts mehr und niemand verlangt es anscheinend von ihnen.

Nur von einem Gogomeister wird verlangt, dass er nachweist, wie er den Wert der Gogos halten kann. Jeder, der nicht einmal riskiert einige Gogos zu verwenden, glaubt das Recht zu haben, die Sache ganz genau erklärt zu bekommen.

Es soll auch getan werden, denn genau so wie das Geld von Wörgl seinen Wert behalten hat und sogar im Gleichschritt mit dem Schilling der Nationalbank mehr wert wurde, kann das jeder Gogomeister tun.

Er bestimmt souverän den Wert der Gogos und könnte den auf jeder beliebigen Höhe durch Käufe und Verkäufe zum entsprechendem Kurs halten. Er hat allerdings garantiert, dass er den Wert entsprechend dem Wert des Dollars aus dem Jahr 1980 halten wird und das kann er auch.

Erstens handelt es sich dabei nur um geringe Mengen und zweitens kann er das Einkommen aus der Gebrauchsgebühr von 5% im Jahr dazu verwenden etwaige Kursverluste auszugleichen. Solange die Gogos in Umlauf bleiben, braucht er gar keine zurückkaufen. Die Frage, die gestellt werden kann, ist also eine ganz andere. Es ist die Frage, ob die Leute Gogos akzeptieren werden und diese Frage wird die Praxis beantworten.

Die Leute werden Gogos annehmen, wenn das andere Tauschmittel wegen Deflation vom Markt verschwunden ist und sie werden es sogar dann schon tun, wenn das andere Tauschmittel wegen Stagflation rar geworden ist. Wenn aber Gogos als Tauschmittel umlaufen, kaufen sie das „Überangebot" von Waren vom Markt weg und ohne Waren verliert dann das wegen Deflation vom Markt verschwundene andere Geld seinen scheinbaren Wert.

Solange es das noch nicht ganz getan hat, verwendet der Gogomeister einfach den entsprechenden Wechselkurs und hält damit die Kaufkraft der Gogos auf den exakten Wert des kanadischen Dollars von 1980. Stellt sich später die Wertlosigkeit des heutigen Dollars heraus müssen eben die Preiserhebungen in Gogopreisen gemacht werden, um das Preisniveau festzustellen. Es geht nämlich um das Preisniveau und nicht um einzelne Güterpreise. Einzelne Preise haben zwar auch Querverbindungen zu anderen Preisen (bei Gold nennt man das die Goldkonstante) aber diese Preise sind ungeeignet den Wert eines Tauschmittels zu erkennen. Ein Tauschmittel kauft viele verschiedene Waren und wie sein Verhältnis zu einer einzelnen Ware ist, hat nur wenig Zusammenhang mit seinem Gesamtwert. So mag langfristig die Goldkonstante bei Goldwährungen erkennbar sein, aber in Wirklichkeit verändert sich der Wert dauernd in Inflationen und Deflationen.

Was jeder Gogomeister tun kann und auch tun muss, wenn seine Gogos von Dauer sein sollen, ist, sie wertbeständig zu halten. Das kann er für die geringe Gebühr von 5% im Jahr tun und diese Gebühr hält auch gleichzeitig die Gogos im Umlauf.

Bleiben sie im Umlauf, braucht er sich keinerlei Gedanken über die „Deckung" der Gogos machen. Sie sind durch die Waren und Leistungen aller Gogoverwender gedeckt und das andere Geld, das er für sie bekommen hat, wird er nie wieder verwenden müssen.

Ein Gogomeister kann daher mit dem tun, was er will. Er kann sogar einen Teil davon verschenken oder ihn verwenden, um die Gogos zu propagieren. Er darf das nur nicht in einem Ausmaß tun, der den Wert der Gogos gefährden würde. Er darf nicht mehr in Umlauf bringen, als verwendet werden.

Diese Gefahr ist am Anfang sehr gering. Wenn er selber oder die Kaufleute, mit denen er zusammen arbeitet merken, dass sie mehr Gogos in Umlauf gebracht haben als verwendet werden, geben sie einfach Teile davon, die sie als Zahlung für Waren eingenommen haben, nicht mehr gleich aus. Sie merken das ja sofort, wenn sich die Annahmebereitschaft und der Wert der Gogos verringert.

Das wird nicht passieren und ist auch in der ersten Gogoinsel am Anfang nicht passiert. Es wurde kein einziger der zuerst ausgegebenen Gogos wieder rückgetauscht gegen Landeswährung. Diese Gogos liefen einfach langsamer um. So ist es ja auch mit dem heutigen Geld. Es behält seinen Wert wenn es nicht verwendet wird Waren damit zu kaufen. Die Leute warteten einfach mit den wenigen Gogos bis sie etwas damit kaufen konnten. Viele kauften damit das bestellte Fleisch des Gogomeisters. Der muss jetzt etwas anderes dafür kaufen und wird das auch tun, wenn er von seinem Europaurlaub zurück gekommen ist.

Dasselbe ist es übrigens auch bei Aktien auf der Börse. Solange nicht zu viele verkauft werden, behalten sie ihren Papierwert und alle Leute glauben, dass sie das wert wären. Erst wenn mehr Leute ihre Aktien verkaufen wollen, als es Käufer für sie gibt, merken sie den Trugschluss.

 

Gelderklärung

Geld, wie es ist und wie es sein könnte!

Laut Volkswirtschaftlehre hat das Geld drei Eigenschaften:

1) Tauschmittel (Zahlungsmittel)

2) Wertmaßstab

3) Wertaufbewahrungsmittel

Zu Punkt eins ist nicht sehr viel zu sagen. Geld ist Zwischentauschmittel, gleichgültig aus welchen Stoff es gemacht ist, welches nicht um seiner selbst willen angenommen wird, sondern weil man damit rechnen kann, es für andere Güter und Leistungen wieder eintauschen zu können. Es ermöglicht als solches erst eine wirtschaftliche Arbeitsteilung wo Waren erzeugt werden können. (Waren sind Gebrauchsgüter, die nicht für den Eigenbedarf sondern für Weiterverkauf produziert werden). Gäbe es kein Geld, würden keine Waren produziert werden und Geld muss weitgehend als Tauschmittel anerkannt werden, sonst könnte es nicht als solches funktionieren.

Punkt zwei ergibt sich aus dieser generellen Anerkennung. Jedermann weiß, wie viel so eine Tauschmitteleinheit wert ist und rechnet bewusst oder unbewusst damit, wenn er etwas verkauft. (Für Geld vertauscht). Er kennt normalerweise die Preise der Güter und Dienstleistungen, die er dafür wieder eintauschen (kaufen) will. Geld ist also zum Zeitpunkt des Verkaufes für ihn ein klarer Wertmaßstab.

Das Problem ergibt sich erst, wenn einige Zeit zwischen Verkauf und darauf folgendem Einkauf verstreicht und sich der Wert dieses Wertmaßstabes in der Zwischenzeit verändert. Diese Veränderungen können in Wertverminderung des Tauschmittels bestehen und das ist Inflation, oder in Wertsteigerung und das ist Deflation. Deren (psychologische) Einflüsse auf das Verhalten der Marktteilnehmer sind hier nicht Gegenstand der Untersuchung und wurden anderswo ausführlicher behandelt. Hier soll nur das eine festgestellt werden: Ein Wertmaßstab, der selber Schwankungen unterliegt, kann kein Maßstab sein.

Bleibt noch die dritte Eigenschaft des Geldes: Wertaufbewahrungsmittel. Hier muss klar erkannt werden, dass die Eigenschaft als Wertaufbewahrungsmittel den Gebrauch als Tauschmittel zur selben Zeit ausschließt. Man kann Geld nur als das eine oder das andere verwenden. Es wird also immer ein Teil der Geldmenge entweder die eine oder die andere Funktion ausüben. Dieses Verhältnis liegt, außer in Zeiten hoher Inflation etwa bei eins zu zwanzig. Nur etwa 5% der Geldmenge stehen in dauerndem Gebrauch als Tauschmittel und weil das dauernd wechselnde Teile sind und sich auch die Relation praktisch von einem Tag zum anderen ändern kann, bringt das große Probleme.

Zum Problem des sich verändernden Maßstabes kommt jetzt noch das Problem der sich verändernden wirksamen Menge. Das Geld muss aber auch als Wertaufbewahrungsmittel verwendet werden können, zumindest für die übersehbare Zeit zwischen Verkauf und folgendem Einkauf. Nimmt man ihm nämlich die Funktion als Wertaufbewahrungsmittel gänzlich, wie es bei hoher Inflation passiert ( oder bei hoher Umlaufsicherung passieren würde) verliert es auch seine Eigenschaft als Tauschmittel.

Dasselbe passiert aber auch bei Deflation. Dann wird umgekehrt die Eigenschaft als bevorzugtes Wertaufbewahrungsmittel so verstärkt, dass es als Tauschmittel nur mehr für unbedingt lebensnotwendige Transaktionen benützt wird.

Die 95 % der Geldmenge, (mehr in Deflationszeiten) die als Wertaufbewahrungsmittel benützt werden haben noch eine vierte und fünfte Eigenschaft des heutigen Geldes und die sind:

Wertvermehrungsmittel (durch den Zins) und Machtmittel ( durch die Erpressung der jeweiligen Besitzer, welche sie durch Investitionsverweigerung gegenüber dem Sachkapital ausüben können.)

4)Als Wertvermehrungsmittel kann es nur dadurch gebraucht werden indem es entweder als Handelskapital verwendet oder in Zinstragende Produktionsmittel angelegt wird.

5) Als Machtmittel hängt das Geld von seiner Eigenschaft als Wertaufbewahrungsmittel und Wertvermehrungsmittel ab und beide verliert es bei starker Inflation. Bei stabilen Preisstand jedoch wird die Liquiditätspräferenz, wie die Verteidiger des Status quo es zu nennen belieben immer stärker. Sie wird sogar schon in Zeiten leichter Inflation akut, wenn die erzielbaren realen (Inflationsbereinigten) Gewinne in Realkapital unter eine gewisse Grenze sinken. Das wird als Stagflation bezeichnet. Bei sinkendem Preisstand wird sie virulent.

Damit haben wir die Eigenschaften des heutigen Geldes und des Geldes der gesamten Geschichte kurz beleuchtet und wollen im folgenden untersuchen, in welcher Weise sich das von Silvio Gesell vorgeschlagene Freigeld davon unterscheidet.

Geld, wie es sein könnte

1) Tauschmittel ( mit eingeschränkter Fähigkeit als bevorzugtes Wertaufbewahrungsmittel durch eine Gebühr die es als Wertaufbewahrungsmittel dem Durchschnitt der Waren gleich stellt)

2) Wertmaßstab (dadurch, dass es so nach einem Index gesteuert wird und gesteuert werden kann, dass es seinen Wert zum Durchschnitt der damit getauschten Güter auch für längere Zeit behält.

3) Wertaufbewahrungsmittel ( nur insofern als es nicht die primäre Funktion als Tauschmittel in Frage stellt.) Das wird durch eine geringe Gebühr auf das Bargeld erreicht, welche den natürlichen Wertverlust der Waren ausgleicht.

4) Wertvermehrungsmittel (nur mehr so lange als die Wechselbeziehung zum knappen Realkapital noch einen Zins erlaubt.)

5) Machtmittel (fällt wegen der Unmöglichkeit es zwecks Erpressung zurück zu halten oder zumindest die Zurückhaltung anzudrohen aus)

Dazu ist noch zu bemerken, dass es mit der Liqiditätspräferenz in dem Moment zu Ende ist, in dem es gleich viel kostet Geld auf Lager zu halten, als es kostet Waren auf Lager zu halten.

In dem Zusammenhang soll festgehalten werden, dass unser heutiges Geld im Durchschnitt nur an 10 bis 20 Tagen des Jahres bewegt wird und den Rest der Zeit als Wertaufbewahrungsmittel dient. Dadurch ist es als Tauschmittel nahezu unbrauchbar. Bei Umlaufgesichertem Geld ist selbst eine mehrfache tägliche Bewegung denkbar und das bedeutet, dass man nur geringe Mengen davon braucht, um alle nötigen Warenumsätze zu bezahlen. Das macht dann auch fast alle Geldersatzmittel und auch Warenbezug durch Kredit überflüssig.

Natürlich werden auch heute einzelne Geldscheine, die in den Besitz von Leuten kommen, welche sie für ihren Lebensunterhalt brauchen schneller umlaufen, aber früher oder später fallen sie jemand in die Hände, der nichts damit kaufen will, sondern dieses Geld nur zinsbringend anlegen will. Gibt es dann keine Zinsbringenden Anlagen, verschwindet dieses Geld vom Markt.

 

Die Geldillusion

Wenn jemand eine Leistung oder eine Ware für Geld hergibt, tut er das nicht wegen der bunten Zettel sondern weil er weiß, dass er nun seinerseits die Waren und Leistungen anderer dafür bekommen kann und er weiß zum Zeitpunkt des Verkaufs auch recht genau, was diese Sachen kosten. Er hat also einen Wertmaßstab. Das ist für ihn ganz klar und er braucht sich weiters keine Gedanken machen und die meisten Menschen tun das auch nicht.

Das Problem taucht erst auf, wenn er glaubt, dass dieser Wertmaßstab seinen Wert über längere Zeit behalten wird und er neben vielen anderen das Geld deshalb als Wertaufbewahrungsmittel benützt. Dann passiert nämlich folgendes. Dieses zurückgehaltene Geld ist nun nicht mehr auf dem Markt, um Waren zu kaufen und deshalb bleiben Waren unverkauft und vermodern langsam oder werden sonst wie unbrauchbar. Geht das einige Zeit so dahin, gibt es immer weniger Waren als Gegenwert des Geldes und das wird dadurch immer wertloser. Besonders wenn das auf dem Markt fehlende Geld teilweise durch neues ersetzt worden ist und dadurch die Geldmenge erhöht wurde.

Nun ist aber viel des gesparten Gelde doch auf den Markt gekommen, weil es Leute gegen Zinsen verliehen haben. Das half momentan Waren zu verkaufen aber nun wurden zwar die Waren weniger aber das Geld in den Händen der Sparer vermehrte sich durch Zins und Zinseszins und verschlimmert auf lange Sicht das Verhältnis zwischen Warenangebot und Geldmenge noch mehr. Das Geld ist praktisch nun nichts mehr wert.

Warum merken das die Leute nicht? Ganz einfach! Das Geld bleibt auf den Konten und kauft nichts auf dem Markt in der Illusion, dass es das später tun kann. Das kann sogar so weit kommen, dass noch mehr Geld gespart wird, wenn die Warenpreise sinken. Dann gibt es eine Deflation auf dem Markt, während Unmengen von Geld in der Illusion von Wert gespart bleiben. Es scheint dann sogar mehr wert zu werden und die Waren billiger.

Die Herren des Geldes sitzen daher auf großen Geldmengen fest und können damit nichts kaufen, weil sich sonst die Wertlosigkeit ihres Geldes herausstellen würde. Das ist ihre größte Angst. Daher versuchen sie auch verzweifelt das Wissen darum, dass ihr wertloses Geld durch wertbeständiges anderes ersetzt werden kann, zu unterdrücken.

Wenn Leute versuchen ohne ihr Geld auszukommen, wie sie es in Tauschkreisen tun, stört sie das nicht besonders, weil sie ja wissen, dass reiner Tauschhandel zu umständlich ist und ihr Geld auf dem Markt nicht ersetzen kann. Erst wenn jemand ein anderes Geld herausgeben würde, das womöglich noch kaufkraftbeständig ist, wird es nicht mehr lange dauern und die Wertlosigkeit des jetzigen Geldes kann nicht mehr vertuscht werden.

So lange die Herausgeber alternativen Geldes nicht wirklich wissen, wie sie ihr Geld kaufkraftbeständig und trotzdem im Umlauf halten können, werden sie so einen Verein, der das Geld herausgibt durch Agenten unterlaufen und dieses Geld inflationieren lassen. Bisher wurde damit jedenfalls alles unterbunden, was die Geldillusion offenkundig machen würde. So wird es vielleicht möglich sein, noch vor der Hyperinflation die nötige Sachkapitalzerstörung zu verursachen, damit nachher das durch eine Währungsreform verringerte Geld wieder verzinst werden und das alte Spiel weiter gespielt werden kann.

Diesmal wird das allerdings aus verschiedenen Gründen nicht mehr so leicht sein. Alle diese Gründe hier zu erklären ginge zu weit, aber ein wesentlicher ist der, dass im Gegensatz zu früheren Zeiten, diesmal den großen Geldvermögen keine leistungsfähigen Schuldner mehr gegenüber stehen. Die wurden schon alle ruiniert. Wer aber nichts mehr besitzt, ist nicht mehr erpressbar.

Da es für die Riesengeldmengen keine lohnenden Anlagen mehr gibt und ihre Besitzer nichts damit kaufen dürfen, wenn sie nicht die Wertlosigkeit offenkundig machen wollen, bleibt also nur der Weg in die Deflation durch Zurückhaltung des Geldes vom Markt. Wird das getan, gibt es aber nun das Wissen, wie man das fehlende Geld ersetzen kann. Es ist zwar noch nicht Allgemeinwissen, aber doch weit genug verbreitet, um es in die Tat umzusetzen falls es wirklich notwendig wird und den Leuten nichts anderes übrig bleibt.

Es gibt sogar schon Möglichkeiten ein kaufkraftbeständiges Geld in lokalem Rahmen herauszugeben und das zu tun bevor noch eine ernsthafte Deflationskrise die Leute motiviert. Schon eine Stagflation schafft Freiräume für ein kaufkraftbeständiges alternatives Geld. Früher oder später werden solche Gelder sich verbreiten und die Macht des heutigen Geldes überwinden indem mit ihrer Hilfe der blockierte Warenabsatz gelöst wird und die Waren vom Markt verschwinden. Da jedes Tauschmittel den Gegenspieler Ware braucht, der ihm erst seinen Wert gibt, wird dadurch die Wertlosigkeit des alten Geldes offenbar werden. Mit seinem scheinbaren Wert verliert es auch seine Macht.

Das erkennen leider auch manche Leute nicht, die sonst die Geldillusion erkannt haben. Es braucht nur ein anderes kaufkraftbeständiges Geld auf den Markt kommen und sei es auch nur im kleinen lokalen Rahmen. Selbst das genügt um die Geldillusion offenbar zu machen.

 

Zweitwährung Gogo

Um die Wirkungsweise des Geldes zu verstehen, muss man erkennen, dass Geld als Tauschmittel und Geld als Wertaufbewahrungsmittel einander ausschließen und Geld nicht beides zugleich sein kann. Unser altes Geld wird bei Deflation im Durchschnitt nur 10 Tage im Jahr als Tauschmittel verwendet und liegt den Rest des Jahres irgendwo herum.

Selbst in Zeiten guter Konjunktur wird es nur etwa 20 mal im Jahr als Tauschmittel verwendet. Natürlich verwendet ein Taglöhner seinen Lohn spätestens am nächsten Tag. Sein Geld läuft daher 365 mal im Jahr um und auch ein Monatslohnbezieher verwendet es 12 mal im Jahr. Jeder Kaufmann gibt seine Einnahmen meistens am selben Tag noch weiter aber ein Geldschein trifft immer wieder jemand, der ihn nicht als Tauschmittel verwenden will, sondern nur als Wertanlage. Solange so jemand profitable Anlagen findet, kommt das Geld auch wieder in den Wirtschaftskreislauf zurück aber wenn solche Anlagen rar werden, stockt der Geldkreislauf noch mehr als normal und die Deflationskrise nimmt ihren Lauf. Waren bleiben mangels Geld unverkauft und kommen immer mehr unter Preisdruck. Der Geldbesitzer kann damit sein fehlendes Einkommen aus Investitionen durch die Wertsteigerung seines Geldes kompensieren.

Ersetzen aber Gogos das als Tauschmittel fehlende Geld auf dem Markt entfällt der Preisdruck durch unverkaufte Waren und das andere Geld kann nicht mehr, mehr wert werden. Im Gegenteil. Die großen still liegenden Geldmengen finden bei ihrer eventuellen Rückkehr auf den Markt nicht mehr genügend Waren und werden dadurch immer wertloser.

Die Kaufkraftgarantierten Gogos bleiben aber dank der 5% Gebrauchsgebühr als Tauschmittel auf dem Markt. Diese Gebrauchsgebühr wird für jeden einzelnen Gogoschein beim jährlichen Umtausch berechnet. Man kann also sagen, dass jeder einzelne Schein dann nur mehr 95% wert ist. Das stimmt auch, aber es berührt nur das Bargeld und nicht den Geldwert, wie es das bei Inflation tut.

Schauen wir nun auf die Bargeldmenge an Gogos, die davon berührt werden. Da alle Gogos wegen der Gebrauchsgebühr auf dem Gütermarkt bleiben und damit das andere Geld, welches nur 10 Tage im Jahr dort ist, also nicht einmal 3% der Zeit mit nur 3% der anderen Geldmenge ersetzen können, braucht man nur wenige Gogos. Die wahren Kosten der 5% verteilen sich daher auf 365 oder mehr Geldbewegungen im Jahr. Jeder, den da als letzten die Hunde beißen und der daher die Gebühr zahlen muss, kann sich leicht ausrechnen wie viel das im Durchschnitt sein wird. Genau 5% des Bargeldes, das er üblicherweise in seiner Brieftasche hat. Nehmen wir also an, dass jemand ein Jahreseinkommen von 10,000 Gogos hat (Can$ 22,000.-) und er 100 Gogos in seiner Brieftasche hält, dann kostet die gesamte Gebühr 5 Gogos von seinen 10,000. Wer daran nur einen Gedanken verschwendet, dem ist wohl nicht zu helfen. Da bekäme er durch diese kaufkraftbeständigen dauernd umlaufenden Gogos die Sicherheit, dass auch sein Einkommen von 10,000 Gogos gesichert ist und er nicht wegen Fallweisen Rückzug des Geldes vom Markt arbeitslos sein wird oder ebenfalls fallweise und in stetigen Wechsel sein Geld einmal wertlos wird und er muss dafür 5 Gogos zahlen und er scheut sich davor.

Wer sich bei dieser Sachlage von Feinden des Freigeldes die Gogos madig machen lässt, dem ist wohl wirklich nicht zu helfen und er wird wohl weiter die durch das alte Geld verursachten Wirtschaftskrisen und Kriege ertragen müssen.

Übrigens, die Bürger von Wörgl zahlten damals 1932 für ihr Wunder trotz der hohen Gebrauchsgebühr von 12% im Jahr insgesamt nur 740 Schillinge, gerade 25 Groschen pro Kopf und Nase. Ob diejenigen, die damals das Wörgler Geld verbieten ließen, wussten, dass sie damit erreichten, dass die Deflationskrise weiterging und der Weltkrieg die unausbleibliche Folge davon sein würde, darüber wollen wir den Schleier des Vergessens decken. Eine derartige Skrupellosigkeit ist auch schwer vorstellbar.

Silvio Gesell sagte zwar schon 1918 voraus, dass es innerhalb von 25 Jahren einen noch viel schrecklicheren Weltkrieg geben würde, wenn die Goldwährung und das ihr nachgeahmte Geld nicht verändert würde, aber niemand glaubte ihm. Der dritte Weltkrieg wurde bisher durch den Abgang vom Goldstandard 1971 hinausgeschoben aber die bisherigen Flickschusterlösungen haben den Großteil der Welt verarmen lassen. Diese Verarmung hatte allerdings auch etwas Gutes. Es gibt deshalb keine ernsthaften Feinde mehr für die einzig verbliebene militärische Supermacht. Ein Weltkrieg im alten Sinn ist daher schwer zu inszenieren. Es blieb daher bisher bei lokalen Bürgerkriegen und bis es zu weltweiten Bürgerkriegen kommt, sollte noch etwas Zeit bleiben um vielleicht doch noch ein besseres Tauschmittel zu schaffen, das friedlichen Handel ohne Wirtschaftskrisen ermöglicht.

Wird das nicht geschehen, dann wird der dritte Weltkrieg ein weltweiter Bürgerkrieg sein, der vielleicht auch ein Religionskrieg sein wird. Anzeichen dafür gibt es schon. Leider gibt es noch sehr wenig Anzeichen dafür, dass ein besseres Tauschmittel irgendwo die kritische Masse überschreiten kann. Neben der Tatsache, dass es keinen ernsthaften Feind für einen normalen Weltkrieg mehr gibt, besteht dennoch ein zweiter Hoffnungsschimmer. Die militärische Supermacht hat ihre industrielle Basis ruiniert und kann sich daher einen größeren Krieg in Wirklichkeit gar nicht mehr leisten.

 

Warengeld

Dieser Begriff verbindet eigentlich zwei gegensätzliche Dinge. Ware ist ein Wirtschaftsgut, das zum Verkauf für ein allgemein gültiges Zahlungsmittel (Geld) auf dem Markt produziert oder eingekauft wurde. In dem Moment wo die Ware auf ihrer Einbahnstraße durch den Markt den Endverbraucher gefunden hat verliert sie ihren Warencharakter und verschwindet vom Markt.

Geld ist das allgemein anerkannte Tausch- und Zahlungsmittel auf diesem Markt und verbleibt in der Regel nun in der Hand des vorhergehenden Verkäufers auf dem Markt. Einzige Ausnahme davon ist, wenn es als Wertaufbewahrungsmittel für längere Zeit dem Markt entzogen wird.

Zu einem gewissen Ausmaß ist also Warengeld ein Unsinnswort. Es ist weder Geld noch Ware. Wenn wir als Beispiel Tee oder Salz nehmen, die beide als Beispiel von Warengeld gelten können, sind sie nur dann Geld, wenn sie als Tauschmittel auf dem Markt bleiben. Werden sie verbraucht sind sie weder Ware noch Geld und ob sie vorher Geld oder Ware waren hat keine Bedeutung mehr.

Auch Gold wird manchmal als Warengeld bezeichnet und hier ist die Bezeichnung noch unsinniger, denn Gold als solches ist nie eine vom Markt verschwindende Ware. Gold ist bei einer Goldwährung der Rohstoff aus dem das Geld (die Goldmünzen) gemacht wird. Auch für den Produzenten der Münzen ist es Rohmaterial und nicht Handelsware. Vom Markt verschwindet es nicht als Ware sondern als gehortetes Geld. Genau so wie jedes andere gehortete Geld kann es aber auch wieder auf den Markt als Nachfrage für Waren zurück kommen.

Das ist auch der Unterschied. Ware wird auf dem Markt zum Verkauf angeboten. Waren sind somit Angebot. Mit Geld wird hingegen Nachfrage nach Waren gehalten. Geld ist also Nachfrage im Sinne des Gesetzes von Angebot und Nachfrage solange es auf dem Markt bleibt.. Die umlaufende Geldmenge und seine Relation zum Warenangebot bestimmt das allgemeine Preisniveau auf genau dieselbe Art, wie das Geld in den Händen der Käufer als Nachfrage und die Ware in den Händen der Verkäufer als Angebot die einzelnen Preise bestimmen.

Man misst daher auch den Wert des Geldes (seine Kaufkraft) an den Preisen eines Bündels repräsentativer Waren. Meist wird dazu ein Konsumerpreisindex verwendet. Das ist der einzig wahre Wertstandard. Wie viel Tee oder Salz als Ware wert waren oder Gold als Rohmaterial stellt nur den Wertbezug zu einem einzelnen Gut dar. Geld ist aber das Tauschmittel für alle Waren und Leistungen auf dem Markt und sein Wert beruht auf allen Preisen. Ob man für ein einzelnes Gut mehr Geld hergeben muss berührt den Wert des Geldes nur marginal. Muss man für den Großteil der Güter mehr Geld geben, ist das ein Zeichen, dass nicht die Güter mehr wert werden, wie es bei Mangel an einzelnen Gütern der Fall sein kann, sondern dass das Geld weniger wert geworden ist.

Der umgekehrte Fall, wenn ein einzelnes Handelsgut als Überangebot auf den Markt kommt und es deshalb billiger wird, ist im Prinzip dasselbe. Im Fall eines einzelnen Preises berührt das den Wert des Geldes kaum. Gibt es dagegen ein allgemeines Überangebot dann ist das Sinken der Preise auf einen Mangel des Tauschmittels Geld auf dem Markt zurückzuführen. Es liegt nicht an den Waren, die billiger werden. Es ist das Geld, das mehr wert wird, weil sich die wirksame Geldmenge auf dem Markt verringert hat.

Man könnte mit Geldmengenmanipulation ein festes Preisniveau halten und damit eine stabile Währung schaffen aber das funktioniert nicht, weil man das heutige Tauschmittel Geld nicht in stetigem Umlauf auf dem Markt halten kann. Waren müssen auf dem Markt angeboten werden, weil sie unverkauft sonst verderben würden oder unmodern würden. Geld kann ohne Lagerkosten ungestraft vom Markt zurückgezogen werden und wird dann sogar mehr wert. Es stellt sich dem Markt daher nur dann zur Verfügung, wenn hohe Gewinne winken. Da es gerade diese aber nicht mehr gibt, wenn das Preisniveau der Waren sinkt, verstärkt der Geldrückgang dann die Tendenz und die Warenpreise fallen weiter und weiter. Produktion und Handel mit ihnen wird immer unrentabler und die Wirtschaft versinkt in Deflation und Depression bis ein Krieg sie daraus erlöst.

Um eine Depression mit darauf folgenden Krieg zu verhindern, muss man daher Mittel und Wege finden, das Geld als Tauschmittel auf dem Markt zu halten und seine Kaufkraft ohne Inflation aber besonders auch ohne Deflation stabil zu halten. Gelingt das mit dem heutigen Geld nicht, müssen alternative Gelder wie die Gogos das verschwindende Geld ersetzen, bevor eine Depression zum Krieg führt. Die Inflationierung eines solchen alternativen Geldes ist durch die geringe notwendige Geldmenge leicht zu verhindern. Man wird gar nicht so viel als zweites Ersatzgeld auf den lokalen Markt bringen können. Voraussichtlich wird die Marktvergrößerung der Geldmengenvermehrung davon laufen.

Was mit dem ursprünglichen Geld passiert, hängt von dessen Verwaltern ab und braucht die Initiatoren der Gogos nicht zu kümmern. Sie haben die Gogos durch den Wechselkurs vom alten Geld getrennt und brauchen nur darauf achten, dass die Gogos kaufkraftstabil bleiben. Bleibt das andere Geld durch Deflation weiter dem Markt fern macht das nichts. Um so leichter können die Gogos dessen Platz einnehmen.

Wird das alte Geld inflationiert, wird die Auswirkung auf die Gogos durch den Wechselkurs aufgefangen und das stark inflationierte alte Geld wird es schwer haben Waren zu finden.

 

Jahr

Ware

Geld

1

100

100

2

97

105

3

94.77

110.25

4

91.92

115.76

5

89.17

121.55

6

86.47

127.63

7

83.9

134.01

8

81.38

140.71

9

78.94

147.75

10

76.83

155.13

11

74.23

162.89

12

72.05

171.03

13

69.88

179.59

14

67.79

188.56

15

65.75

197.99

16

63.78

207.89

17

61.87

218.29

18

60.01