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Erklärungen

 

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1) Die vielen Namen des Gogo

2) Was ist der Gogo eigentlich?

3) Weltweiter Wert des Gogo!

4) Gogos in Übersee!

5) Die Herren des Geldes!

6) Der Zeitfaktor!

7) Die Deckung der Gogos!

8) Der Gogoumlauf!

9) Gold, Silber und das Gesetz von Angebot und Nachfrage.

10) Einige Zahlen von Wörgl.

11) Der Wertstandard des Gogo

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1) Die vielen Namen des Gogo

 

Wenn jemand fragt warum der Gogo so heißt, ist die einfachste Antwort: „Weil er immer on the go ist". In Wirklichkeit hat der Name aber einen anderen Ursprung.

Als einige Leute daran dachten in Grand Forks, einer Kleinstadt in Kanada ungefähr in der Größe von Wörgl auch so etwas ähnliches wie ein Wörgler Gesellgeld einzuführen, trafen sie sich für ein „brain storming", um einen Namen zu finden.

Es war klar, dass Stabiles Grand Forks Geselltauschmittel auf der Basis und mit dem Standard von V 80 (value 1980) des kanadische Dollars berechnet nach dem Lebenshaltungskosten index von 1980 kein brauchbarer Name sein konnte. Der erste Vorschlag, soweit die Erinnerung reicht war einfach GG zu verwenden als Abkürzung für Grand Forks Gesellgeld. Daraus wurde schnell Gogo und dann ging es los, befeuert von etwas Wein.

Stabilo, wegen der Stabilität, Granda (wegen Grand Forks), Pemo ( für peoples money), Pecha (für people changer),Goldy, Greeny, Solido, Bobcat, Super, Spunky, Skunky sind einige, die in Erinnerung blieben aber eine eigenartige Sache passierte. Jedes Mal, wenn ein neuer Name für den „Gogo" auftauchte wurde der Gogoname bei allen verstärkt und wenn zum Schluss jemand sagte: „ I have now to go-go, tell me when you decide." Jedermann lachte und seither war es der Gogo.

In anderen Städten und anderen Ländern werden sie viele andere Namen verwenden, aber solange, als sie einen Wertstandard aus der Vergangenheit verwenden und eine kleine Gebrauchsgebühr um so ein Tauschmittel in Umlauf zu halten, werden es immer Gogos sein und sie werden ihnen die Freiheit bringen.

 

2) Was ist der Gogo eigentlich?

 

Kurz gesagt, der Gogo ist ein kaufkraftstabiles lokales Tauschmittel, welches neben der Landeswährung umläuft.

Der Gogo hat einige besondere Merkmale, die ihn zu einem besseren Tauschmittel und einem schlechteren Wertaufbewahrungsmittel machen und er bleibt deshalb im regionalen Umlauf.

Herausgegeben wird der Gogo ganz bewusst von einfachen Kaufleuten ohne irgendwelche Regierungsstellen in Anspruch zu nehmen und ihnen Einfluss zu geben. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Einer davon ist der, dass es bei so einen neuen Projekt sicher Falten zum Ausbügeln geben wird und das besser ohne langsame Bürokratie gemacht werden kann. Die Verantwortung für die geringe Menge von Gogos und ihren Wert übernehmen praktisch alle Kaufleute, welche bereit sind Gogos als Zahlung anzunehmen und die von ihnen geformte „Gogobank" welche durch Verkauf und Rückkauf der Gogos zum entsprechendem Wechselkurs die Wertbeständigkeit der Gogos garantiert.

Sie muß dabei nur die Wertbeständigkeit der ausgegebenen Gogoscheine garantieren. Verträge auf Gogobasis sind die Sache der jeweiligen Vertragspartner, so wie auch heute das nicht die Sache der Nationalbank ist.

Wenn man so einen Gogoschein anschaut, hat er eigentlich nur zwei Merkmale, die ihn von normalen Geld unterscheiden: Das Ablaufdatum und die Kaufkraftgarantie.

Die Kaufkraftgarantie ist etwas, was sich wohl jeder auch beim normalen Geldschein wünschen würde und es braucht eigentlich nicht viel darüber geredet werden. Es ist ein eindeutiger Vorteil der Gogos.

Beim Ablaufdatum ist eine nähere Erklärung aber notwendig. Beim Ablaufdatum wird ein Gogoschein ungültig und muß gegen eine Gebühr von 5% gegen einen neuen Schein umgetauscht werden. Das heißt mit anderen Worten, dass für den Gebrauch des Gogoscheines als Tauschmittel für ein Jahr diese Gebühr bezahlt werden muß. Das sind nur scheinbar hohe Kosten, weil so ein Schein oftmals verwendet wird. (Bis zu 1000 mal in einem Jahr ist gar nicht unmöglich.) Die 5% verteilen sich so auf bis zu 1000 Geschäftsfälle. Die geringe Höhe der Gebühr bei den Gogos ermöglicht es ihnen in Konkurrenz mit dem Dauergeld zu treten und von Kaufleuten akzeptiert zu werden.

Welche Auswirkungen hat aber diese Gebühr, welche übrigens beim Rücktausch eines Gogoscheines sofort fällig wird?

Ganz einfach. Jedesmal wenn jemand auf das Ablaufdatum so einen Scheines schaut, ist das eine sanfte Erinnerung, dass dieses Tauschmittel nicht dauerhafter ist als die Waren, die man dafür kaufen kann und jedermann trennt sich deshalb leichter von so einem Schein. Das ist sehr gut für die regionale Wirtschaft und weil es eben auch diese 5% kostet, den Schein in Dauergeld umzutauschen, bleiben fast alle Gogoscheine im lokalen Umlauf und ermöglichen unzählige Geschäfte und Verkäufe von Dienstleistungen.

Jeder wird bereit sein die Gogos weiter zu geben und jedem kostet es Geld größere Summen zurückzuhalten. Nicht viel, aber genug, denn größere Summen auf längere Zeit heißt ja, dass es viele Scheine sind und davon laufen im Durchschnitt jedes Monat 1/12 ab. Die müssen dann gegen Gebühr umgetauscht werden oder derjenige muß etwas dafür kaufen. Beides ist im Sinne des Erfinders.

Dazu kommt noch die Möglichkeit, dass derjenige, der seine Gogos so lange zurückgehalten hat, vielleicht keinen Kaufmann findet, der nur fast abgelaufene Scheine akzeptieren will. Überlassen wir das also ruhig der Praxis in der sich die bescheidenen Gogos als zusätzliches Tauschmittel bewähren sollen.

Auch die Frage von Gogoüberweisungen sind für lokales Geld nicht von Bedeutung. Ergibt sich später eine Notwendigkeit dafür, wird die Praxis Wege dafür finden. Theoretisch gibt es einige dafür, aber das interessiert die Hausfrau nicht, die mit Gogos, die ihr Mann verdient hat, Brötchen beim Bäcker kauft.

Man soll nie vergessen, dass normale Menschen 95% ihres Einkommens ohnehin wieder ausgeben und dass für dieses Geld eine Umlaufgebühr nicht nötig wäre. Es handelt sich hier ausschließlich um das Geld welches durch das Zinseszinssystem laufend der Wirtschaft entzogen wird.

Zusammenfassend kann jedenfalls gesagt werden, dass die Gogos nicht nur den Kaufleuten und Handwerkern viel zusätzliches Geschäft bringen werden, sondern indirekt auch Arbeit für alle Produzenten, welche die Waren, die durch Gogos vom Markt weg gekauft wurden, wieder produzieren sollen. Dafür brauchen sie Arbeitskräfte und damit verschwindet durch die Gogos auch die Arbeitslosigkeit.

Die Frage des Umtausches abgelaufener Scheine ist vielleicht nicht ganz klar gesagt worden. Ein abgelaufener Schein wird gegen die Gebühr von 5% gegen einen neuen mit einem Ablaufdatum genau ein Jahr später ausgetauscht. Es ist also im Interesse des Umtauschers mit dem Umtausch nicht zu lange zu warten, aber wegen der geringen Gebühr braucht man auch nicht gleich zu rennen. Nur wenn man ein ganzes Jahr wartet, kostet es dann 10% und nach zwei Jahren 15%.

Ob es danach eine Extrastrafgebühr geben wird oder ob nach einer sehr langen Zeit der Schein für verfallen erklärt wird, können wir der Zukunft überlassen. Nach 20 Jahren ist ein Schein ohnehin wertlos, weil die Erneuerungsgebühr dem ganzen Wert entspricht.

3) Weltweiter Wert des Gogo

 

Der Gogo ist genau so viel wert als der kanadische Dollar 1980 wert war und wird durch Einkäufe und Verkäufe durch die Gogobank auf diesem Wert gehalten. Die Gogobank mit allen angeschlossenen Kaufleuten garantiert das.

Dieser Wert gilt auch für den Wechselkurs zum amerikanischen Dollar und jeder anderen Währung der Welt, solange diese frei konvertierbar ist.

Natürlicherweise wird es einen Unterschied zwischen Einkauf und Verkauf geben, wie es ihn auch heute beim Wechsel zwischen zwei Währungen gibt.

Das berührt aber den Wert des Gogos nicht. Er ist überall, wo er akzeptiert wird - wo immer auf der Welt - dasselbe wert, was der kanadische Dollar 1980 wert war. Das ist ein unveränderlicher Wert.

Da der Gogo diesen festen Wert hat, kann die Gebrauchsgebühr jegliche Spekulation mit ihm verhindern. Er kann nicht Spekulationsobjekt, wie andere Währungen sein. Er ist der ruhende Pol, um den andere instabile Währungen kreisen.

Da die tatsächliche Gogogeldmenge nur so groß zu sein braucht als Waren und Dienstleistungsbewegungen damit finanziert werden müssen, (2% der Geldbewegungen) ist diese Währung leicht kontrollierbar.

Es ist also gleichgültig, wo der Gogo als Tausch und Zahlungsmittel verwendet wird und ob es in kleinen regionalen Rahmen gemacht wird oder in weiter verstreuten kleinen regionalen Märkten oder weltweit. Der Gogo ist und bleibt immer so viel wert, als der kanadische Dollar 1980 wert war. Das bedingt EINEN Wechselkurs zu der anderen verwendeten Währung eines Landes, der den Wertunterschied erkennbar macht.

Das ist alles.

Für normale Handelsbeziehungen zwischen Ländern in denen der Gogo als Zweitwährung verwendet wird, kann es dann vorteilhaft sein bei längerfristigen Verträgen diese Währungseinheit zu verwenden. Das liegt aber genau so wie die Preisgestaltung im freien Ermessen der jeweiligen Handelspartner. Selbst in Ländern, wo es noch keine Gogos gibt, könnte deren Wert die freiwillige Vereinbarung zwischen Handelspartnern bei längerfristigen Verträgen vereinfachen, weil man ja dazu nur einen einfachen Wechselkurs braucht und nicht umständliche Indexberechnungen.

Es liegt auch im freien Ermessen der verschiedenen Länder, ob sie später vielleicht ganz auf stabile Gogowährung übergehen. Schon bei dem kleinen lokalen Gogos wird niemand gezwungen, sie als Zahlung zu akzeptieren und genau so wird es bei einer eventuellen Ausbreitung sein. Da der Großteil der im Handel verwendeten Gogos Tag für Tag Bargeldbewegungen sein werden, ist das ihre Hauptaufgabe und wie weit diese stabile Einheit für weiter gehende Zwecke oder Guthabenübertragungen verwendet werden wird, ist sekundär.

Wenn sie gar nicht dafür verwendet werden und diese Aufgabe dem anderen Geld verbleibt, ist das auch nicht wichtig. Wertveränderungen des anderen Geldes spielen bei Transfers, welche ja in kurzer Zeit durchgeführt sind, keine Rolle. Das könnte vielleicht sogar eine Weiterverwendung des alten Geldes für eine gewisse Zeit bringen und so den Übergang in ruhigeren Bahnen ermöglichen.

4) Gogos in Übersee!

 

Gerade rechtzeitig bevor ich mich an das endgültige Design der Gogos morgen machte, kam mir eine Idee. Warum nicht Gogos auch in Übersee verwenden? Es werden doch andere Währungen auch verwendet und besonders in Deutschland könnte das einige Schwierigkeiten vermeiden. Die Gogos sind ja frei konvertierbar und alles, was es braucht ist eine lokale Filiale der Gogobank. Die kann in der Hosentasche eines Devisenschmugglers sein. Der entsprechende Stempelaufdruck kann dann auch im Ausland gemacht werden. Wenn ich bei der hiesigen Gogobank etwas zu reden habe :-), werde ich dafür sorgen, dass Gogos bei Vorauszahlung der Druckkosten und entsprechender Bonität auch mit zinsenfreien Krediten auf Gogowechselbasis bezogen werden können. Bezahlt müssen sie aber schon werden, weil sie ja auch in Canadische oder US Dollars konvertierbar sind, wenn sie als vollgültige Devisen verschickt werden. Auch in Euro natürlich oder Yen.

Die Rückseite der Gogos kann dabei so abgeändert werden, dass es statt einen freien Streifen zwei gibt, so dass das Kleingedruckte aus dem Garantie und Erklärungstext eben darunter je nach Land in der Landessprache mit einem Stempel aufgebracht wird. Darunter ist dann noch der Sicherheitsstempel der Canadischen Gogobank. Seriennummer ist vorne drauf. Seitlich ist dann noch ein Trockenstempel zur zusätzlichen Fälschungssicherheit.

Ich hatte die Idee ja schon so ähnlich, als ich dachte, dass für Deutschland so die Bon-idee mit Extrastempel jedes Kaufmannes verwenden werden könnte, aber das ist noch besser. Es sind kanadische Gogos, die lokal mit Landesstempel überall umlaufen können, wo sie akzeptiert werden und sie haben eben den gleich bleibenden garantierten Wert des kanadischen Dollars von 1980. Das braucht auch nur einen Wechselkurs, den man sowieso haben muss. Der ist genau so leicht auszurechnen, wie einer, man braucht nur beide Konsumerpreisindexe.

Dass man damit, falls auch das verboten würde, gleich im bekannten und nicht verhinderbaren Devisenschwarzgeschäft ist, wo die Regierung höchstens Steuerhinterziehung zu erwarten hätte, wenn sie dagegen einschreitet ist klar.

Ich hoffe, ihr macht Euch ernstlich darüber Gedanken, auch über Verbesserungsvorschläge, denn mir ist die Idee auch praktisch erst heute gekommen, als ich merken musste wie weit die „führenden" Geldreformer daneben stehen. Macht Euch auch ja keine Gedanken über Tageskurse. Ihr müsst immer an die geringen Geldmengen denken ! 5,000 in Wörgl, vielleicht 10,000 im ganzen Gogotal mit Umgebung! Das ist nicht so wie heute, wo 98% der Geldmenge kleinsten Wechselkursänderungen nachrennt. Gogos werden zum Waren und Leistungskauf benützt.

Gerade kam mir zum Bewusstsein, dass die „Filialgogobanken" die Gogos gar nicht zu kaufen brauchen, solange sie lokal verwendet werden und es werden wohl kaum große Geschäfte zwischen Gogoland Shangri-La und z.B. Deutschland laufen. Das müssen sich dann die „Banken" unter sich selbst ausmachen, wie weit sie gegenseitig und mit welchen Gebühren sie so Hawalaüberweisungen durchführen, falls überhaupt welche notwendig werden. Da war ich einem Trugschluss unterlegen. Also die Filialen bekommen die Gogos für die Druckkosten. :-) Sie müssen mit ihren eigenen Stempel versehen werden und auch der lokale Umrechnungskurs zur Landeswährung ist ihre Sache. Sie können dann nur nicht der Grand Forks Gogobank zur Einlösung präsentiert werden. Ob sie den Umrechnungskurs zum Euro von Shangri-La akzeptieren oder nicht, ist auch ihre Sache. Es wird sich aber nur um kleine Unterschiede handeln, da ja beide Gogos den gleichen Grundwert haben. Den Canadischen Dollar von 1980!

Vielleicht auch einen lokalen Gegenwert aus dem Jahr 1980. Dann gibt es eben einen zweiten festen Wechselkurs, weil ja die Kaufkraftparität gewahrt bleibt. Das hängt von den jeweiligen lokalen Betreibern ab. Solange das Prinzip gewahrt bleibt einen Wert aus der Vergangenheit als Standard zu nehmen, ist eine relativ feste Beziehung gegeben. Ob ein Extrawert genommen wird oder einfach, der Einfachheit halber und der Ersparnis von Druck wegen der canadische Gogo übernommen wird, ist eine Frage, die jede neue Gogoinsel selbst beantworten muß. Möglich ist beides.

Die Gogos sind lokales oder regionales Tauschmittel, welche nur durch eine gleichartige Bindung an einen Wertstandard einen relativ festen Wechselkurs untereinander haben. Dadurch können sie sich allerdings zu einer Art Weltgeld entwickeln. Dabei könnte vielleicht die Adoption des canadischen Standards etwas helfen aber sie ist keine Voraussetzung. Die Gogos sollen kein manipuliertes monopolistisches Staatsgeld werden und sollen flexibel von Grund auf von wenigen Kaufleuten und ihren Kollegen, welche willig sind die Gogos als Zahlung für ihre Waren zu akzeptieren, herausgegeben und verwaltet werden. Damit ist gesichert, dass sich in Konkurrenz miteinander das beste System entwickeln kann.

 

5) Die Herren des Geldes!

 

Es ist die Frage, ob es die überhaupt noch gibt und ob das nicht Getriebene sind, die nicht mehr wissen, was zu tun, welche heute noch große Geldvermögen haben. Nennen wir deshalb gar keine Namen, denn ihr Geld hat ja in Wirklichkeit keinen Wert mehr. Sie können nur minimale Bruchteile davon verwenden und müssen Schuldner finden, welche fähig und willig sind ihnen dafür Zinsen zu zahlen.

Würden alle Geld und Geldguthabenbesitzer, etwas mit ihrem Geld kaufen wollen, würde sich sofort herausstellen, dass es nicht genug Güter dafür gibt. Da heißt aber, dass das Geld wertlos ist. Es gibt ganz einfache Berechnungen dafür.

Alle Waren auf dem Markt wurden mit einer gewissen Menge Geld gekauft und diesen Einkaufswert haben sie. Das Geld kann also diese Waren auch restlos wieder vom Markt räumen. Für Gewinn und weitere Kosten nehmen wir einmal an, dass sich die Waage halten mit den Preisen, um die Berechnung nicht unnötig kompliziert zu machen. Nun vergeht aber einige Zeit bis die Waren verkauft sind und manche verderben und werden unmodern usw. Es gibt einen durchschnittlichen Wertverlust von etwa 3 % im Jahr. Für diese Waren ist also zu viel Geld da, oder anders ausgedrückt, es gibt keine Waren mehr für 3% des Geldes.

Das macht auch nichts, weil dieses Geld ja gespart werden kann und man dafür sogar Zinsen bekommt. Wenn das einige Zeit so weiter geht, verdirbt immer mehr Ware und das Geld wächst mit Zins und Zinseszins bis am Schluss keine Waren mehr da sind für das Geld. Heute dürfte das bei etwa 4 zu 100 stehen.

Früher im Zeitalter der Edelmetallwährungen war das anders. Da konnte die Sache nicht so weit getrieben werden. Da glaubten alle Leute, dass Edelmetalle eine unbedingte Notwendigkeit für ein Geld darstellen und die Herren des Geldes konnten deshalb durch Zurückhalten des Geldes seinen Wert erhöhen.

Heute versuchen sie das zwar fallweise auch, aber das funktioniert deshalb nicht mehr, weil das Geld heute nur mehr aus leicht vermehrbaren Papier und Papierguthaben besteht. Das zurückgehaltene Geld kann also leicht ersetzt werden und das wurde und wird auch laufend getan.

Natürlich wird versucht das so weit wie möglich einzuschränken, weil alle wissen, dass so eine Geldvermehrung das Geld wertloser macht. Die ständige Vermehrung der Geldguthaben durch Zins und Zinseszins kommt noch dazu, bis es dazu kommt, dass bald die leistenden Schuldner zu Ende gehen.

Jetzt gibt es nur mehr zwei Möglichkeiten. Man kann entweder durch weitere Vermehrung des Geldes die Zinsen durch neues Geld erhalten, und den Schein wahren, aber lange geht das nicht ohne Kaufkraftverlust des Geldes. Inflation. Das wollen aber die Geldbesitzer nicht weil da ja ihr Geld wertloser wird.

Es gibt also nur die zweite Möglichkeit, die früher bei den Metallwährungen immer gut funktionierte. Zurückhaltung des Geldes, wobei der Verzicht auf den Zins durch Wertsteigerung des Geldes ausgeglichen wurde. Das funktioniert aber mit einer Papierwährung nicht mehr so gut. Selbst wenn die Herren des Geldes sich Politiker kaufen, welche so eine Verringerung des effektiven Geldumlaufs mitmachen und gekauft bleiben, revolutioniert das Volk dann in kurzer Zeit. Neuerdings besteht da noch die Gefahr, dass die Leute darauf kommen, dass sie das Geld der Herren des Geldes ja gar nicht brauchen. Es gibt schon unzählige Komplimenterwährungen, Tauschgesellschaften, „mutual credit" usw.

Manche von denen werden eventuell sogar einmal ein besseres Tauschmittel sein als das Geld der Herren des Geldes, welches neben Tauschmittel gleichzeitig auch Wertaufbewahrungsmittel sein soll, was sich aber gegenseitig ausschließt. Ja, sie haben es nicht mehr leicht, die Herren des Geldes. - Sie sind zu seinen Sklaven geworden.

Zu Sklaven wertlosen Papiers ohne Wertstandard.

 

6) Der Zeitfaktor!

 

Die gesamte Wirtschaftswissenschaft baut bewusst oder unbewusst auf einem Gleichgewichtsmodell auf. Die Darstellung des Gesetzes von Angebot und Nachfrage als Waage macht das deutlich. Noch deutlicher ist das am Beispiel der Quantätstheorie. Da ist auf der einen Seite das Geld und auf der anderen das Warenangebot mit der stillschweigenden Annahme es seien Äquivalente.

Die Gleichgewichtstheorie geht dann so weit, dass angenommen wird jeder Verkauf einer Ware schaffe das Einkommen um ein gleiches Warenangebot wieder zu schaffen. Im Zeitpunkt des Verkaufes stimmt das auch, aber wie schaut die Sache in der Realität aus?

Nehmen wir der Einfachheit halber an, Geld bestehe nur aus Silbermünzen, was ja in der Geschichte auch oft der Fall war, und wir stellen jetzt fest, dass Warenangebot und Geldnachfrage auf dem Markt sich die Waage halten und ein gewisser Preis ausgehandelt wurde. Nehmen wir weiter an, dass der Käufer die Ware nicht zum Eigenbedarf gekauft hat, denn dann würde sie ja vom Markt verschwinden, sondern zum Wiederverkauf.

Normalerweise hat auch der Verkäufer, der nun das Geld hat, nicht die Absicht das Geld dauernd aus dem Markt zu nehmen. Es hat ja für ihn auch nur einen Wert, wenn er dafür etwas kaufen kann. Allerdings hat er mehr Zeit als der Warenbesitzer. Sein Geld verdirbt nicht und wird nicht unmodern und verursacht kaum Lagerkosten. Er kann es auch verleihen und dafür Zinsen bekommen.

Bringen wir jetzt den Zeitfaktor ins Spiel und schauen wir in einem Jahr die Sachlage wieder an. Da ist dem Warenbesitzer ein Teil seiner Waren verdorben, während das Vermögen des Geldbesitzers durch die Zinsen gewachsen ist. Auf die Gesamtheit aller Waren und Geldbesitzer gesehen, hat sich das Verhältnis von Waren zu Geld also folgendermaßen verändert. Es stehen nun einer durch die Zinsen gewachsenen Geldmenge eine durch Verderb geringere Warenmenge gegenüber. An sich würde das bedeuten, dass jetzt die Waren höhere Preise erzielen könnten und das würde nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage auch passieren. Warum passiert es aber in der realen Wirtschaft nicht?

Ganz einfach! Weil nicht die gesamte Geldmenge auf den Markt kommt sondern nur ein Teil davon. De facto sogar nur ein winziger Teil. Der andere wird als vermeintliches Wertaufbewahrungsmittel außerhalb des Marktes aufbewahrt. Die Annahme, dass alles Geld auf dem Markt wirksam ist, kann nur als Fabel bezeichnet werden.

Wird die Sache jahrelang fortgesetzt, sind die meisten Waren verdorben und damit ist der wahre Gegenwert des Geldes verschwunden.

Wenn heute alle Geld und Geldguthabenbesitzer etwas auf dem Markt kaufen würden, wäre die Sache sofort offenkundig. Das Geld ist schon heute nichts mehr wert! Sein scheinbarer Wert ist nur deshalb gegeben, weil es nicht zum Kauf von Waren verwendet wird! Solange kein größerer Teil der Geldmenge auf dem Markt kommt, als von anderen gespart wird, kann das lange verschleiert werden.

Lange, aber nicht für immer - dann kommt die Hyperinflation. Die wird nicht nur durch übertriebenes Drucken von Geld ausgelöst - was oft nur zusätzlich getan wird um den scheinbaren Mangel an Geld für die hohen steigenden Preise auszugleichen. Das ist natürlich Öl ins Feuer gießen. Später sucht man dann die Schuld daran und dass die ganze Inflation schon lange vorher gemacht worden war, wird vertuscht. Man will ja dasselbe Spiel nachher, nach einer Geldreform wieder von vorne beginnen.

Wenn nun jemand fragt, was dieser Beitrag auf der Gogoseite zu suchen hat, ist die Antwort die, dass die Gogos ein Tauschmittel sind, welches auf dem Markt bleiben muß. Deshalb können sich keine großen still-liegenden Guthaben bilden und die Betonung ist hier auf still-liegend. Es wird große Gogoguthaben geben, aber sie müssen von anderen auf den Markt gegeben werden, weil es auch ihnen Kosten verursachen würde, die Gogos nicht zu verwenden. Ob der Verleiher die Gogos selber auf den Markt bringt oder sein Schuldner, ist dabei für die Gesamtwirtschaft bedeutungslos. Niemand wird durch angedrohte Zurückhaltung Zinsen erpressen können. Zinsen werden nur so lange bezahlt werden, als es die Gewinne erlauben. Verringern sich durch Kapital und Warenfülle die Gewinne, sinken auch die Zinsen.

Bald wird man für Gogos keine Zinsen mehr bekommen und deshalb werden die Leute sie nicht mehr übermäßig anhäufen und lieber reale Werte als Wertaufbewahrung benützen. Auch heute müssen ja für die Zinsen viele Leute reale Werte schaffen und verkaufen, um die Zinsen zu zahlen und sie müssen diese Zinsen in den Preisen ihrer Waren verstecken und kassieren. Sinken die Zinsen, dann sinkt auch dieser Kostenanteil in den Preisen und da es ja bei den Gogos keine allgemeine Preissenkung (Deflation) geben kann, erhöht sich dafür der Arbeitskostenanteil. Die Leute werden im Verhältnis zu den im Durchschnitt gleich bleibenden Preisen (Einzelpreise werden sich nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage weiterhin verändern) mehr verdienen. Das ist alles.

Es wird viel mehr sein, was verdient werden wird von den Arbeitenden sowohl von selbständigen wie unselbständigen Arbeitern. Da es ja keine lohndrückende Arbeitslosigkeit mehr geben wird, werden auch die unselbständigen Arbeiter ihre Löhne laufend erhöhen können. Die Selbständigen können durch Verringerung der Kapitalkosten und im Allgemeinen stabilen Verkaufspreisen ihrer Güter auch ihre Unternehmergewinne um den Betrag erhöhen, der den geringeren Kapitalkosten entspricht. Falls sie allerdings Mitarbeiter haben, werden sie einen Teil dieses Mehrgewinnes mit ihnen teilen müssen, sonst wandern die zur Konkurrenz ab.

Der Kapitalkostenanteil in den Preisen wird sich mit jeder Zinssenkung verkleinern und in Arbeitskostenanteile übergeführt werden.

 

7) Die Deckung der Gogos!

 

Diese Woche fragte mich ein Geschäftsmann, wer hinter den Gogos stände und womit sie gedeckt wären, nachdem er das rote Plakat angenommen hatte und seine Bereitschaft die Gogos zu akzeptieren bekundet hatte.

Meine Antwort überraschte ihn sehr, denn ich sagte ihm : „Du stehst hinter den Gogos mit Deiner Bereitschaft sie anzunehmen und Dein Warenlager ist ihre Deckung - zusammen mit den Warenlagern aller anderen Leute, welche auch diese roten Plakate in ihren Auslagen haben."

Dann erklärte ich ihm noch, dass die wenigen Gogoscheine im Umlauf auch durch die Dollars, für die sie verkauft worden waren bei der "Gogobank" noch zusätzlich „gedeckt" seien.

Es überraschte ihn noch mehr, als ich ihm sagte wie viel Gogos im Tal umlaufen würden und obwohl nur deren Gegenwert bei der "Gogobank" sei, eigentlich die gesamten Warenlager aller beteiligten Kaufleute die wirkliche Deckung seien. Eine gewaltige Überdeckung! Die andere Deckung würde nie in Anspruch genommen werden, so lange die Gogos in Umlauf blieben und so lange es diese Warenlager gäbe.

Er wollte zwar dann auch noch wissen, welche Geschäftsleute der Gogo-Allianz angehörten, gab sich aber mit der Auskunft zufrieden, dass das erst ausgehandelt würde und er sich auch selber noch da beteiligen könne. Da er ein gutes, großes, alteingeführtes Geschäft hat, ist er vielleicht auch ein guter Kandidat dafür. Sein Warenlager allein würde meiner Schätzung nach die gesamte voraussichtliche Gogomenge 50 mal decken können.

Es war zum Lachen als ein anderer Geschäftsmann, bei dem ich etwas Papier kaufte und der schon längere Zeit ein Anhänger der Gogos ist mir riet zu diesem Geschäftsmann zu gehen und ich war gerade eine Minute vorher schon bei ihm gewesen. Mein anderer Hauptkanditat ist gerade in Russland aber so eilig ist es ja mit Gogo-Allianz noch nicht.

8) Der Gogoumlauf!

 

Es wird immer wieder behauptet, dass Geld nicht umläuft und darum will ich hier einen Gogoschein einmal einen Tag im Geist verfolgen. Die Frage, wie er auf die Welt gekommen ist, interessiert uns dabei nicht, obwohl ich das genau weiß, weil ich die Gogos ja drucken habe lassen und für Dollars verkauft habe. :-). Jedenfalls war er dann im Umlauf und in meine Hand war er gekommen, weil am Vorabend jemand geglaubt hatte, dass seine 3 Könige meine 3 Asse schlagen würden.

Am nächsten Morgen kaufte ich jedenfalls mit einem der Gogoscheine Brot beim Bäcker. Das war Umlauf 1.

Der Bäcker schickte seine Frau mit dem Schein zum Fleischer um etwas Wurst. Das war Umlauf 2.

Der Fleischer kaufte ein Magazin beim Kiosk damit. Das war Umlauf 3.

Der Inhaber des Kiosks bezahlte damit seinen Botenjungen. Das war Umlauf 4.

Der Botenjunge war hungrig geworden und kaufte sich damit, weil es inzwischen mittags geworden war, dafür eine Jause. Das war Umlauf 5 und mit jedem Umlauf wechselte eine Ware den Besitzer und verschwand vom Markt. Jedesmal machte der Verkäufer auch einen Gewinn.

Die restlichen Umläufe des Tages wollen wir nicht mehr verfolgen, aber es waren am Nachmittag auch wieder 5 und wie viel es in den Abendstunden am Kirmes waren, wird wohl nie geklärt werden.

10 Umläufe am Tag heißt aber, dass die Gogos im Jahr 3650 mal umlaufen könnten ohne sich sonderlich anstrengen zu müssen.

Wisst ihr, wie oft unser jetziges Geld im Durchschnitt umläuft?

20 mal im Jahr bei guter Konjunktur und weniger als 10 mal während einer Deflation.

Seht ihr jetzt, welchen Unterschied das im Gogoland machen wird? Das Gogobargeld wird so viel Waren umsetzen, dass gar keine mehr für Buchgeld oder Dollars und ihr Buchgeld übrig bleiben werden. Das ist ungeachtet der Tatsache, dass jeder, der Geld einnimmt es nur einmal ausgeben kann. Der es von ihm erhalten hat, gibt es dann ja weiter, wie beschrieben.

Was dann Geld ohne Waren wert ist, müsst ihr euch schon selber ausdenken. Auch Gogos wären ohne Waren nichts wert aber hier ist die Kaufkraftgarantie. Waren verschwinden nicht so schnell vom Markt und es werden auch laufend neue geschaffen. Die „Gogobank" hat deshalb Zeit genug, die geringe Gogogeldmenge dem Warenangebot anzupassen.

 

Einige weiterführende Gedanken zu der einfachen Erkenntnis, dass Bargeld 4000 mal im Jahr die Hand wechseln könnte, wenn nur genügend Waren auf dem Markt sind, sollte man sich schon auch noch machen. Warum tut es denn das Bargeld nicht, ist einer davon. Waren sind ja anscheinend genügend da. Daran kann es also nicht liegen.

Was verhindert also diese anderen 3,980 Geldbewegungen im Jahr? Niemand scheint sich darüber Gedanken gemacht zu haben, weil niemand ein Geld kennt, welches nicht so träge ist.

Sie halten es für ganz normal, dass für den untauglichen Versuch diese Geldbewegungen zu ersetzen viel zu viel zusätzliches Geld gedruckt wird und durch Buchgeld die fehlenden Geldbewegungen ersetzt werden sollen, was wiederum bedingt, dass gigantische Verwaltungsburgen in Form von Banken dafür errichtet werden müssen und vieles nur mehr auf Kredit verkauft wird. Das erscheint ihnen alles als normal. Daß die gesamte Menschheit dann für die Zinsen arbeiten muß, welche dieses Geld verlangt ist anscheinend auch normal. Daß dieses Geld immer wieder seinen Wert verliert, ist sicherlich auch normal. Daß manchmal die Leute arbeitslos werden, weil selbst das bisschen Geld, welches sich bequemt umzulaufen manchmal noch fauler ist, wird sicher auch als normale Reinigungskrise gesehen.

Weil das so seit der Erfindung des Geldes in grauer Vorzeit so ist, findet jeder das normal.

Verzeiht mir, aber ich halte das für verrückt. Anscheinend sehen aber wenige, dass ein Bargeld, welches diese 3980 mal im Jahr Bewegungsmöglichkeit ausnutzen kann, alles, was als untauglicher Versuch diese fehlenden Bewegungen zu ersetzen, errichtet wurde, überflüssig macht und man sich daher gar keine Gedanken mehr darüber machen braucht.

Buchgeld? Vergesst es! Es ist ja kein Bargeld, sondern nur Ersatz für fehlende BargeldBEWEGUNG!

Macht des Geldes und der Banken? Vergesst sie! Die MÜSSEN ein Geld wie die Gogos ausleihen.

Lohndrückende Arbeitslosigkeit, um den Betrieben Geld für den nötigen Zinsendienst zu lassen? Vergesst sie!

Umverteilungsbureaukratie der Staaten. Vergesst sie!

Sie ist dann nicht mehr notwendig und damit der allergrößte Teil des Staates.

Wie oft die Gogos in der Realität umlaufen werden, hängt von den Waren ab, die auf den Markt kommen und es werden das wahrscheinlich weniger sein als sich jetzt auf dem Markt stauen. Nur eines muß immer bedacht werden. Man braucht wahrscheinlich nur eine Geldmenge von Gogos im Ausmaß von etwa 2% der heutigen Bargeldmenge, um dieselbe Menge von Waren zu bewegen wie heute. Dadurch ist es spielend leicht den Wert der Gogos zu halten und nach dem stabilen Wert der Gogos richten sich dann alle Verträge und monetären Guthaben.

Das ist auch heute so, nur ist heute der Wert jeder Geldeinheit schwankend. Der Wert des Gogos schwankt aber nicht. Er ist der unveränderliche Wert der Vergangenheit. Der Wert des canadischen Dollars von 1980.

Wer glaubt, dass die Kaufleute von Grand Forks nicht fähig sein werden, die etwa 10,000 in der Gegend umlaufenden Gogos stabil zu halten, hat ihre geringe Menge nicht bedacht. Durch die Gebühr von 5% bleiben die meisten davon im Umlauf und die wenigen welche die Allianz der Kaufleute wieder zurückbekommt werden laufend zum entsprechendem Wechselkurs gekauft und verkauft werden und das bestimmt den Wert aller Gogos.

Es müssen nur Wechselkursdifferenzen von Tagen ausgeglichen werden und dafür reichen die 5% spielend. Selbst eine Inflation des canadischen Dollars von 100% oder mehr kann trotz Wertverlust der „Dollardeckung" leicht verkraftet werden. Der Wechselkurs gilt ja auch für Gogoverkäufe und niemand wird gerne seine stabilen Gogos für wertlos werdende Dollars hergeben wollen. Sollte sich das Gogogebiet schnell ausbreiten, macht das auch keinen Unterschied. Man braucht dann zwar mehr Gogos aber ihre geringe Menge im Verhältnis zu den Wirtschaftsteilnehmern bleibt. Die Kaufleute hier wissen um diese Zusammenhänge, wenn sich einer genauer dafür interessiert.

Dieser längere Beitrag, ist nur für deutsch sprechende hier hereingestellt worden, damit sie auch wissen, was Gogos sind und wie sie arbeiten werden. Die Gogos könnten übrigens ohne weiteres auch in einer Gogoinsel in Deutschland umlaufen und wie andere Devisen verwendet werden und die dazu notwendige lokale Umtauschstelle kann wegen der geringen notwendigen Gogomenge in einem Fach in der Kassa eines Kaufmannes Platz finden oder auch in der Tasche eines wandernden Devisenhändlers.

Die Gesamtmenge der Gogos für die Bewohner des Tales von Grand Forks und Umgebung ist ein Stapel von Gogos nicht mehr als 20 cm hoch. (Nachgemessen). 10,000 Gogos, derzeitiger Wert 22,000 Can$. Erinnern wir uns an Wörgl. Die fanden das Auslangen mit etwas über 5,000 Schillingen. Für 100,000 Leute wäre der Stapel also vielleicht 200 cm hoch und für eine Million braucht man 10 solche Stapeln und für 100 Millionen eben 1000. Die könnte Grand Forks leicht bereitstellen und liefern.

Da im Monat nur etwa 10% dieser Menge zum Umtausch zurückkommen, hätte also sogar die Gogomenge für 100 Millionen Leute reichlich Platz in einem kleineren Tresor. Die Gogos sind ja im Umlauf. Monatlich für 100 Millionen Menschen die nötigen Gogos für den Umtausch zu drucken, hieße also 100 20cm Stapeln zu drucken. Das schafft auch eine kleinere Druckerei in einem Tag.

 

9) Gold, Silber und das Gesetz von Angebot und Nachfrage.

 

Alle Anhänger einer Edelmetallwährung vergessen immer die Auswirkungen des Gesetzes von Angebot und Nachfrage, Die sind ein Steigen der Preise bei größerer Nachfrage nach einem Gut. Das geschieht nicht von heute auf morgen, sondern ist ein Prozess über einen Zeitraum hinweg.

Wenn also Gold oder Silber wieder Währungsmetall werden sollten, heißt das, dass mehr Nachfrage dafür entsteht und damit der Preis in Verhältnis zu anderen Preisen steigen muß. Das stört natürlich unsere Edelmetall-Liebhaber nicht. Im Gegenteil. Sie horten ja soviel sie sich leisten können für diesen von ihnen erwarteten Fall.

Was bedeutet aber der Preisanstieg der Metalle, wenn sie wieder Geld sind? Nichts anderes, als dass im Verhältnis dazu alle anderen Preise sinken. Was bedeuten aber allgemein sinkende Preise? Deflation und Wirtschaftskrise, was sonst? Was passiert im Falle, dass Metalle wieder das einzige Zahlungsmittel sind? Kredit können wir in dem Fall vergessen, weil es bei fallenden Preisen keinen mehr gibt.

Das Metall wird zurückgehalten. Das passiert! Damit fehlt aber das Zahlungsmittel auf dem Markt und die Deflationsspirale wird verstärkt. Früher oder später muß dann ein Ersatz für das fehlende Zahlungsmittel gefunden werden und das wurde in der Geschichte auch immer getan. Früher einmal durch Verfälschung des Feinheitsgehaltes und heute durch Papiergeld.

Damit kann man dann die Kriege finanzieren, die ihren Ursprung in der vorhergehenden Deflationskrise haben.

Selbstverständlich kann eine Deflation auch ohne Goldstandard gemacht werden, wie Japan seit 10 Jahren vorexerziert, aber es ist wesentlich schwerer eine Ausrede für das auf dem Markt fehlende Geld zu finden. Es ist auch wesentlich leichter eine Deflation ganz zu verhindern und das wurde seit dem erzwungenen Abgang vom Gold-Dollarstandard 1971 auch getan.

Seither gab es nur Dauerinflation durch zeitweilige dis-inflationäre Stagflationsperioden unterbrochen. In manchen Ländern auch Hyperinflationen. Nirgendwo jedoch wirkliche Deflation. Auch in Japan bisher noch nicht. Erst seit kurzen ist ein allgemeines Sinken des Preisniveaus, der einzig wahre Nachweis einer Deflation, feststellbar. Schon vor 1971 wurde der Goldstandard durch Dollarvermehrung vom Tag eins des Bretton Woodsabkommens aufgeweicht bis die Diskrepanz so groß geworden war, dass auch der Anschein einer Golddeckung des Dollars aufgegeben werden musste. Die nur teilweise versteckte Inflation ist also seit Ende des Weltkrieges im Gange.

Heute sind wir so weit, dass den gewaltigen Geld und Geldguthabenmengen zu heutigen Güterpreisen vielleicht 2% wahre reale Güter entgegen stehen. Nur die Tatsache, dass die Besitzer dieser Geldmengen nichts damit auf dem Markt kaufen, verschleiert diese Tatsache. In Wirklichkeit haben wir aber auch ohne zusätzliche Ausweitung der Geldmenge schon eine latente Inflation größten Ausmaßes.

Würde das Geld in den Guthaben zum Kauf von Gütern verwendet, würde sich sofort herausstellen, dass es keine Güter dafür gibt und was ist Geld für welches es keine Güter gibt? Erraten! Es ist wertlos.

Was ist es aber, wenn das Geld aus Gold besteht? Auch hier bestimmt das Verhältnis von Geld und Waren auf dem Markt nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage den Preis der Waren und das gesamte Preisniveau den Preis oder besser gesagt den Wert des Geldes. Ein Preis ist umgangssprachlich ja in Geldeinheiten ausgedrückt und daher nur für Waren. Solange Geldwert und Goldpreis  im Rahmen gehalten werden können, geht die Sache einigermaßen gut. Steigt aber der Wert des Goldes und damit des Geldes, wird Gold in viel zu großem Rahmen als Wertaufgewahrungsmittel gehortet und fehlt als Tauschmittel auf dem Markt. Das führt dann zum Kampf um die geringe Golddecke, der die Geschichte der Welt durchzieht, obwohl zu jeder Zeit eigentlich genug dieses relativ nutzlosen Metalls vorhanden war. Es war nur nicht auf dem Markt als Zahlungsmittel. Auch hier ist die Tatsache gegeben, dass dieses nicht auf dem Markt befindliche Geld bei weiten nicht so viel wert ist als es scheinbar ist. Würden seine Besitzer alle damit Waren kaufen wollen, wären nicht genug Waren dafür vorhanden.

Mit anderen Worten, werden diese Waren mit Hilfe der Gogos vom Markt geräumt, wären auch für Goldgeld  keine oder zu wenig Ware da. Damit würde nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage der Preis des Goldgeldes und damit der Preis des Goldes sinken, der ja mit dem Goldstandard fix mit dem Geld verbunden ist. Goldgeld ist im Vergleich zu Gogos ein schlechteres Tauschmittel auf dem Markt, weil es ein viel besseres Wertaufbewahrungsmittel ist und deshalb als solches verwendet wird und den Markt damit verlässt. Hat es ihn aber verlassen und kann nicht mehr als einzig gültiges Zahlungsmittel später auf den Markt zurückkehren, wo die Waren auf seine Rückkehr warten mussten, ist inzwischen sein Wert verschwunden, weil die Waren verschwunden sind, die ihm den Wert geben müssten. Sie wurden mit Hilfe der Gogos verkauft!

Was bedeutet das aber dann? Es bedeutet, dass die uralte Macht des Goldes gebrochen ist!

 

 

10) Einige Zahlen von Wörgl.

 

Es ist schon eigenartig, aber manchmal kommen selbst mir noch neue Aspekte der Zahlen von Wörgl unter. Da hatte ich, ohne es zu hinterfragen, die Angabe von Fritz Schwarz über die ersten 1000 Schillinge, welche nach drei Tagen nachdem sie als Zahlung an die Gemeindebediensteten ausgegeben worden waren als Steuerzahlungen von 5100 Schillingen wieder in der Gemeindekasse aufschienen, akzeptiert.

Da ja mindestens 3 Weitergaben dieses Geldes dazwischen liegen mussten (Empfänger-Kaufmann-Kasse) mit der Annahme von mindestens gleich vielen dazwischen, weil das Geld erst einmal jemand erreichen musste, der Steuerschulden hatte und nichts besseres damit vorhatte als Steuern zu zahlen, errechnete ich damit eine Umschlaghäufigkeit für die drei Tage, die aber völlig falsch und viel zu niedrig war. Warum?

Weil ich fälschlich die 1000 Schilling Löhne als im Umlauf befindlich annahm. Was macht aber jemand und besonders ein Beamter mit seinem Lohn? Er teilt ihn sich ein für das ganze Monat, gibt also im Durchschnitt in drei Tagen nur ein Zehntel des Geldes für die 30 Tage des Monats aus. Damit verändert sich aber die Rechnung gewaltig, denn da waren womöglich nur 100 Schilling im Umlauf um die 5100 Schilling Zahlungen an die Gemeindekasse während der ersten drei Tage zu bewerkstelligen. Eine gigantische Umlaufgeschwindigkeit von mindestens 153 bis etwa 500 mal in drei Tagen.

Das ist so unwahrscheinlich, dass anzunehmen ist, dass die Gemeindebediensteten doch mehr ihres Geldes in den ersten drei Tagen ausgegeben hatten. Sie bekamen ja nur die Hälfte ihres Lohnes in Wörgler Geld und gaben das sicherlich zuerst aus. Deshalb schätzte ich die Summe auf 300. Man kann auch annehmen, dass diese Geschwindigkeit nicht das ganze weitere Jahr so hoch war aber eine Umlaufgeschwindigkeit des Wörgler Geldes von nur 500 mal im Jahr ist da wohl kaum mehr zu halten. Damit ist aber auch erklärlich warum es das Wunder von Wörgl genannt wurde. Acht mal im Jahr lief damals das Geld der Nationalbank im Jahr um und das Wörgler Geld? Wer weiß es wirklich? 1000 mal? 2000 mal? Die bisher angenommenen 500 mal stimmen jedenfalls nicht. Die wurden womöglich schon in den ersten drei Tagen für die Geldscheine erreicht, die dann im Umlauf waren. Daß diese mögliche Umlaufgeschwindigkeit nicht immer und automatisch so hoch ist, hängt aber dann nicht vom umlaufgesichertem Geld ab, sondern von der Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen auf dem Markt und niemand kann Geld schneller bewegen als er es einnimmt und jeder kann sein eingenommenes Geld nur einmal ausgeben..

Umlaufgesichertes Geld räumt alle auf dem Markt verfügbaren Waren und Dienstleitungen von diesem. Mehr kann es dann nicht mehr tun und mehr wird auch nicht von ihm verlangt. Dann kann die Umlaufgeschwindigkeit wieder sehr langsam sein.

Was zeigt uns diese Erkenntnis der wahrscheinlich sehr hohen Umlaufgeschwindigkeit der ersten Tage in Wörgl? Sie zeigt uns, dass so eine Umlaufgeschwindigkeit möglich ist bei umlaufgesichertem Geld Das heißt aber dass die Geldmenge sehr klein gehalten werden kann und gehalten werden muß. Einfach das existierende Geld umlaufzusichern geht nicht und würde eine Hyperinflation auslösen. Es zeigt uns aber auch, dass so ein schnell umlaufendes Geld keinen Ersatz durch Kredit oder Guthabentransfer braucht. Deren wahre Kosten, die viel höher sind als einfache Bargeldübergabe bei einem Kauf werden dann offenkundig und sie werden daher viel von ihrer derzeitigen Bedeutung verlieren und nur bei großen Summen überhaupt noch verwendet werden.

Im Gegensatz zum Wörgler Geld werden die Gogos ja kaufkraftstabil sein und weder Inflation noch Deflation kennen. Es macht daher keinen wirtschaftlichen Sinn sie zurückzuhalten.

Das Wörgler Geld wurde par zum Nationalbankgeld gehalten, welches zu dem Zeitpunkt etwa 7% im Jahr wegen Deflation mehr wert wurde. Das Wörgler Geld wurde also auch so viel mehr wert und darum machte die 12% Umlaufgebühr eigentlich nur 5% aus, wie bei den Gogos. Das ist auch ein Beweis dafür, dass eine Gebühr in dieser Höhe ausreichend ist.

Die Gogos sind ein schneller umlaufender Ersatz für das Nationalbankgeld als Bargeld. Ist dieses in einer Deflation verschwindet es vom Markt aber auch sein "so genanntes" Buchgeld tut das. Die Gogos können beides ersetzen. Das Wörgler Geld hat das auch getan. Es konnte allerdings nicht alle verfügbaren Waren vom Markt räumen, weil die Ausbreitung des Wörgler Geldes verhindert wurde durch den Rechtsstreit mit der Nationalbank, der alle, die bereit waren mitzumachen verunsicherte und zum abwarten veranlasste.

Obwohl dann beim Verbot Stimmen laut wurden trotzdem weiter zu machen, musste die weisungsgebundene Gemeinde das Experiment beenden.

Ein neues solches Experiment sollte daher ohne Regierungsamt gemacht werden.

 

11) Der Wertstandard des Gogo.

 

Der Gogo ist praktisch der Canadische Dollar von 1980. Er ist also genau so viel wert und bleibt auch soviel wert. Einfach und klar! Das Problem ist nur, wie man das messen soll.

Dass ein Wechselkurs mit Hilfe des Konsumerpreisindexes errechnet werden kann und durch Käufe und Verkäufe von Gogos für welche die Gogoallianz keine Schwierigkeiten haben wird, der Kurs gehalten werden kann, weil sie ja ein Monopol für den Gogodruck hat und durch die Gebrauchsgebühr auch die Mittel eventuelle Kursverluste abzufangen, haben wir schon festgestellt.

Da kommen aber dann Leute, welche behaupten, dass ein Index wie der Konsumerpreisindex nicht genau sei, weil immer neue Produkte auf den Markt kämen, die nicht im dafür verwendeten Warenbündel eingeschlossen seien. Das stimmt auch. So ein Index ist nicht 100% genau. Nur etwa 99.8%. Diese 0.2% muß man eventuell nach Jahren durch ein modernisiertes Warenbündel ausgleichen.

Deshalb aber ein Geld in Kauf zu nehmen, welches im Laufe eines Jahres von 100% Wert auf 0% oder in die andere Richtung auf 110% schwanken kann, weil es gar keinen Wertstandard hat, ist eine bodenlose Frechheit dieser Theoretiker.

Es ist unklar, was sie da eigentlich verkaufen wollen. Wahrscheinlich einfach den Status quo und den Glauben, dass nichts falsch ist an unseren uralten Geld - aber man kann den Gedanken, dass es eine Schutzstellung ist für die Leute, welche das heutige Geld für ihre Machtausübung verwenden nicht so ganz von der Hand weisen.

Sollte das der Fall sein, fürchte ich für das weitere Wohlergehen dieser Leute, wenn den Menschen diese Zusammenhänge einmal klar werden. Hoffen wir, dass es ihnen dann gelingt, nachzuweisen, dass es nur Unverständnis von ihrer Seite war und nicht versuchte Gehirnwäsche im Dienste der Geldmacht.

Wenn es einmal wirklich stabiles alternatives Gesellgeld geben wird, wie die Gogos, werden diese Leute Farbe bekennen müssen. Besonders wenn sich dann zeigt, dass selbst kleine lokale Märkte ihr Geld stabil halten können, wird ihnen wohl kaum jemand mehr ihre Unschuld abnehmen.

 

 

 

Erklärungen

Lehrmeister Gogo.

Nicht nur viele Leute, welche die Ideen Gesells auf dem Umweg über die Gogos als praktisches alternatives Gesellgeld kennen lernen, finden dabei eine große Verständnishilfe, sogar der Erfinder der Gogos erlebt immer wieder, wie die Gogos in Verbindung mit Einwänden und Einsichten anderer ihn zu neuen Erkenntnissen und Einsichten verhelfen.

Noch jeder Einwand und jedes vermeintliche Problem der Gogos fand eine einfache Lösung in kurzer Zeit. Verständlicherweise müssen diese Problemlösungen erst in der Praxis erprobt werden und niemand kann erwarten, dass etwas, was die Welt verändern wird in einigen Monaten in die Praxis umgesetzt wird, selbst wenn die Logik der Lösungen für jeden Einsichtigen auch schon in der theoretischen Planung ersichtlich ist.

Am deutlichsten zeigt sich das in der praktischen Entwicklung der Gogos. Ursprünglich wurde angenommen, dass alternatives Gesellgeld nur in einer wirtschaftlichen Situation, wie sie zum Zeitpunkt der Experimente während der Weltwirtschaftskrise von 1930 bis 1936 herrschte Aussicht auf Erfolg hätte. Die Anhänger Gesells entwickelten daher auch seither keinerlei Methoden für eine alternative Einführung und begnügten sich mit Überzeugungsarbeit auf politischer und wirtschaftswissenschaftlicher Ebene mit sehr bescheidenen Erfolgen.

Anstelle alternatives Gesellgeld für den allgemeinen Markt zu entwickeln, wurden zerrissene Teile der Gesellgeldidee in alternativen Märkten, wie Tauschkreisen propagiert.

Der Erfinder der Gogos hatte dieselben Anschauungen und dachte nur daran in Vorbereitung für eine kommende Deflation ein praktisches Gesellgeld zu entwickeln, welches die Fehler von Wörgl vermeiden würde. Dazu untersuchte er die Geschichte von Wörgl und der folgenden unbrauchbaren nordamerikanischen Experimente mit umlaufgesichertem Geld.

Nach einigen unerklärlichen Eingebungen und schrittweise wurde zuerst ein Kaufkraftstandard für so ein Geld, die Verrechnungseinheit V80 geschaffen, eine Form der Umlaufsicherung angelehnt an die der Brakteaten gefunden und dann, gemeinsam mit einigen Interessenten, der Gogo getauft.

Die praktische Erfahrung, dass befragte Kaufleute schon zum Zeitpunkt einer Stagflation bereit waren, die Gogos zu akzeptieren, brachte dann deren Fortentwicklung, welche vorläufig so weit gediehen ist, dass ein Anfangsbestand von Gogoscheinen gedruckt worden ist, einige vorzeitig unter das Publikum gebracht wurden und auch schon an andere geplante Gogogebiete weiter gegeben wurden. Noch ist eine Verbreitung zu einem wirksamen Umlauf nicht erfolgt, aber das ist nur mehr eine Frage kurzer Zeit. Es dauerte von Idee, Entwicklung der Idee, Druck der Gogoscheine bis zur ersten Ausgabe nur Monate und er wird voraussichtlich auch nur mehr Monate dauern bis die Gogos eine merkbare Geschäftsbelebung verursachen werden.

Wenn man die Erfahrungen von Wörgl betrachtet, könnte das sehr schnell der Fall sein und auch eine weitere Ausbreitung könnte atemberaubend schnell erfolgen. Der Anfang ist jedenfalls gemacht. Dass dieser Anfang auch noch bescheidenere Ausmaße als der Anfang der Wära mit 11 Teilnehmern oder der Anfang von Wörgl mit 1000 Schilling Wörgler Geld in einem Ort von unter 5,000 Einwohnern haben kann, ist auch ein Resultat des Lehrmeisters Gogo.

Als der alte Gogomann voll Freude die ersten fertigen Gogos, geplant für den Beginn der in Umlauf Bringung in einigen Monaten einigen Interessenten zeigte, wollten sie ihm etwas dafür verkaufen und so war der erste Gogoumsatz der Welt der Verkauf eines Glases Erdbeermarmelade. Allerdings werden diese Gogos kaum wirklich in Umlauf kommen. Der erste Annehmer sagte jedenfalls, dass er diesen Gogo einrahmen würde. Ein weiterer als Eintritt in ein Museum verwendet, landet dort sogar als Ausstellungsstück. Das hat immerhin den Vorteil auch andere Leute mit den Gogos bekannt zu machen und weitere Gogoeinnahmen werden schon ihren wirklichen Verwendungszweck zugeführt werden.

Sollte das andere Geld durch Deflation vom Markt verschwinden, sind jedenfalls die lokalen Gogos nun schon rechtzeitig bereit an seine Stelle zu treten. Sie werden sogar schon bei Stagflation einen Teil des fehlenden Geldes ersetzen und so den lokalen Handel befruchten. Wie schnell das andere lokale Gogoexperimente bringen wird hängt von der Motivation der Leute dort ab. Deflationskrise und Arbeitslosigkeit, verbunden mit einem Beispiel, wie sie anderswo überwunden werden, wird einigen wohl die nötige Motivation geben, etwas zu tun.

 

Der einfachste Weg für neue Gogoinseln.

 

Neue Gogoinseln in Planung haben den Weg schon gefunden und er besteht eigentlich nur darin, dass die Originalgogos von Grand Forks nur mit einem separaten anderen Lokalitätsstempel verwendet werden sollen. Damit erspart man sich einen eigenen Druck und entschärft in einigen Ländern auch die Frage der Legalität. Da ein stabiles Tauschmittel wie der Gogo einen Wertstandard und einen Wechselkurs zu allen unstabilen Währungen haben muss, spielt es keine große Rolle, welchen Standard man nimmt und er kann daher auch der des kanadischen Dollars aus dem Jahr 1980 sein, wie bei den Originalgogos.

Der erste Schritt ist also, dass sich jemand kundig macht, wie die Gogos funktionieren und das kann er bei www.visit.to/gogo .

Der zweite Schritt ist es einige Kaufleute und Handwerker verschiedenster Berufe zu finden, welche Gogos in Zahlung nehmen. Dann sollte einer davon die Gogoscheine ohne Lokalitätsstempel bestellen und einen eigenen Lokalitätsstempel besorgen und aufdrucken. Auch die Lochung der Ablaufdaten wird lokal bei der Ausgabe gemacht.

Der aktuelle Wechselkurs wird im Internet verlautbart und auch bei den Geschäften angeschlagen, welche Gogos akzeptieren.

Es gibt viele Wege die Gogos in Umlauf zu bringen und auch die sind bei www.visit.to/gogo beschrieben. Obwohl für einen wirklich funktionsfähigen Markt eine gewisse Mindestanzahl von Teilnehmern notwendig sind, bringen die Gogos selbst in kleinen Rahmen den Teilnehmern Vorteile durch zusätzliche Verkäufe von Waren und Leistungen. Dadurch wird sich schnell ein Markt entwickeln. So kann selbst von einem Kern mit einen paar Dutzend Teilnehmern sich schnell ein ausreichender Markt bilden. Man braucht also nicht einmal einen Minimalmarkt, wie in Wörgl mit 5,000 Leuten. Selbst 1,000 wie in Schwanenkirchen sind ausreichend. Das wären einige Kaufleute, Handwerker und Produzenten mit ihren Kunden.

Da zum Unterschied von Wörgl die Gogos einen eigenen Wertstandard haben, behalten sie ihren eigenständigen Wert und da sie eine einfachere Methode haben die Gebrauchsgebühr zu kassieren und diese Gebrauchsgebühr nur 5% ausmacht anstelle der 12% im Jahr von Wörgl, werden sie viel lieber akzeptiert werden und sich dadurch ausbreiten. Jeder, der Gogos angenommen hat, wird sich bemühen sie zu verwenden anstelle sie wieder einzutauschen, weil das ja 5% kostet.

So werden die Gogos, wenn sie erst einmal in Umlauf gebracht worden sind, zum Großteil in Umlauf bleiben. Die 5% sind geringfügig genug, um die Annahme nicht zu gefährden, weil sie ja dem Annehmer ein zusätzliches Geschäft bringen, wo er mehr als das verdient. Sie sind aber genug Anreiz, die Gogos nicht umzutauschen oder zu horten sondern dazu zu verwenden wozu sie gedacht sind - Tauschmittel für die Waren und Leistungen anderer Teilnehmer.

Da ablaufende Gogos immer zum Ausgabeort zurückkehren müssen, werden sie in der Umgebung bleiben und dort umlaufen. Damit bringen sie fortlaufend neue Verkäufe für die Teilnehmer des lokalen Gogomarktes.

Da es nur Gogos geben wird, welche laufend zum Kaufen und Verkaufen verwendet werden, ist ihre Gesamtsumme wesentlich geringer als die Summe des heutigen Geldes, welches zum Großteil als Wertaufbewahrung und für Spekulation verwendet wird. Die geringe Summe macht es wiederum der Ausgabestelle der Gogos leicht möglich deren Wert stabil zu halten. Sie braucht dazu nur die geringfügigen rücklaufenden Gogos zum entsprechenden Wechselkurs anzunehmen und auch wieder auf Verlangen auszugeben.

Es wird aber niemand Gogos gegen Hinterlegung von Wechseln oder Dollars haben wollen, die er nicht verwendet. Die Gebrauchsgebühr verhindert es. Niemand wird überflüssige Gogos haben wollen, andererseits werden aber viele Gogos verwenden wollen, wenn sie erst einmal bemerkt haben, welchen geschäftlichen Aufschwung sie allen Beteiligten bringen. Es kostet für sie ja keine Gebrauchsgebühr. Sie haben die Gogos schon lange weiter gegeben, wenn diese nach einem Jahr fällig wird.

Für einmalige jährliche Kosten von 5 % können 500 bis 1000 Zahlungen mit einem Gogoschein in einem Jahr gemacht werden und jede einzelne Zahlung bringt dem jeweiligen Verkäufer jedes Mal ein Vielfaches von 5 %.

Der wesentliche Vorteil der Gogos geht aber viel weiter. Durch die Gogos wird der Kapitalmarktzinsfuß verringert und damit der Anteil der Arbeitseinkommen auf Kosten der Kapitaleinkommen laufend vermehrt. Das passiert nicht auf einmal aber im Laufe der Zeit wird das Kapitaleinkommen durch Zins und Zinseszins bis zur 0 % Grenze gedrückt werden und damit nur mehr Arbeitseinkommen verbleiben.

 

 

Gogos und Steuern.

Manchmal wird die Frage gestellt, wie man Steuern zahlen kann für Gogoeinnahmen, wenn Staat und Finanzamt die Gogos nicht annehmen. Die Sache ist aber ganz einfach. Die Gogos sind ja nur ein zweites kleines Ersatzzahlungsmittel ähnlich den Handelswechseln und die Gogoeinnahmen werden entweder sofort mit ihrem Dollargegenwert verbucht oder nach einen eventuellen Umtausch. In beiden Fällen werden die Steuern in der Erstwährung berechnet und gezahlt. Es ist genau dasselbe wie es jetzt mit Fremdwährungseinnahmen gemacht wird. Geschäftsleute in Grenzgebieten machen das auch heute.

Nur im Falle, dass ein Kaufmann oder Gewerbetreibender so einen hohen Anteil an Gogoeinnahmen hat, dass er welche davon auch verwenden muss an Stellen, wo die Gogos nicht angenommen werden, muss er sie rücktauschen. Das wird desto weniger nötig sein, desto mehr sich die Gogos ausbreiten. Er wird also früher gar nicht so viele Gogos einnehmen und haben sie sich erst verbreitet, hat er ja auch viele Leute, welche sie annehmen.

Das vermeintliche Problem ist also keines. Bevor die Gogos nicht weit verbreitet sind, bekommt niemand so viele, dass er keine andere Verwendung für sie finden kann und haben sie sich ausgebreitet, gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Buchhalterisch wird jeder die Gogoeinnahmen in Erstwährungseinnahmen umrechnen und dasselbe wird er umgekehrt tun, wenn er mit Gogos andere Kosten bezahlt oder sie privat verwendet. Auch seine Privateinnahmen scheinen in der Erstwährung in der Buchhaltung auf gleichgültig in welcher Form er sie entnimmt.. Gogos oder Erstwährungsscheine werden behandelt wie verschiedene Stückelungen der Erstwährung heute. Es ist egal aus wie vielen großen oder kleinen Scheinen die Kassensumme besteht und es ist auch egal, ob in der Kassa umgerechnete Gogoscheine sind.

Die Summe in der Kasse und in der Buchhaltung ist immer eine Erstwährungssumme, selbst wenn sie teilweise auch aus umgerechneten Gogos besteht.

Die Regierung bekommt also ihre Steuern und sie bekommt sogar mehr, denn wenn die Leute Gogoeinnahmen haben, können sie Steuern zahlen, während Leute ohne Einnahmen keine zahlen können. Wer Steuern hinterziehen will, kann das genau so leicht mit dem heutigen Geld machen.

Wer also behauptet, dass Gogos eher für Steuerhinterziehung verwendet werden würden, hat eine andere Agenda. Er ist von denen, welche das heutige Geld als Machtmittel missbrauchen, beeinflusst worden. Diese Leute zahlen selber keine Steuern, aber da neugebildetes Kapital in jeder Form ihren Kapital die einzige Konkurrenz ist, versuchen sie eine Neubildung von Kapital in anderen Händen so gut es geht zu verhindern. Notfalls inszenieren sie dabei sogar Kriege mit denen das Sachkapital des Gegners als Konkurrenz ausgeschaltet wird.

Solange großer Kapitalmangel herrscht und daher das Sachkapital hohe Gewinne abwerfen kann - es also lohnende Anlagen gibt, welche meistens bei einem Wiederaufbau nach Kriegen gegeben sind, floriert die Wirtschaft auch. Eventuell ist das mit einer leichten Inflation verbunden aber bald sind die einzigen lohnenden Anlagen die Rüstungsindustrie.

Viele Leute und selbst die in der Rüstungsindustrie erkennen das nicht - sie sehen nur keinen anderen Weg, wenn überall sonst Investitionsverweigerung beginnt und das Geld sich vom Markt fern hält. Die Leute, welche gerade so viel Geld in die Hände bekommen als sie zum Leben brauchen, verteidigen dann oft noch mit Verbissenheit die Vorrechte des Geldes, obwohl sie selber in den Preisen der Güter, welche sie kaufen müssen ein Vielfaches an Zinsen zahlen müssen, als sie eventuell nach einem Leben der Sparsamkeit einmal von ihren Ersparnissen beziehen können. Meistens verlieren sie dazu noch ihre Ersparnisse in einer Hyperinflation.

 

 

 Graphikerklärung

  Die Kurven sind an sich selbsterklärend. Sie zeigen die   Entwicklung der amerikanischen Geldmenge M1 und ihrer Bestandteile Giralgeld und Bargeld. Sie wurden aus verfügbaren Statistiken erstellt und erheben keinen Anspruch auf exakte Genauigkeit. Trotzdem kann man selbst den suspekten Konsumerpreisindex verwenden auch wenn da aus politischen Gründen z.B. Energiepreise herausgenommen wurden. Solche Preise bleiben durch die Wechselbeziehung aller Preise, die ja als Kosten in anderen Preisen aufscheinen doch zumindest teilweise erhalten.

Die amerikanischen Zahlen können auch als Annäherung für alle Industrieländer angesehen werden und was an diesen Kurven bemerkenswert ist, gilt weltweit. Das Bemerkenswerteste an diesen Kurven ist der Knick 1994 wo die Buchgeldmenge, die von den Nationalbanken nur sehr indirekt beeinflusst werden kann von einer laufenden Steigerung in Relation zur Bargeldmenge, die von den Nationalbanken genau gesteuert werden kann, zu einer schroffen Verminderung umschlug.

Das geschah, obwohl doch angeblich das Buchgeld weitgehend das Bargeld ersetzt und viele Politiker und Ökonomen schon von völliger Abschaffung und Bedeutungslosigkeit von Bargeld reden.

Warum geschah das also und setzt sich anscheinend fort? Ganz einfach. Es geschah, weil es für das Geld keine lohnenden Anlagen mehr gab. Beim Bargeld, dessen Menge laufend erhöht wurde, wird die Sache deshalb nicht offenbar, weil statistisch nicht erfassbar ist, wie schnell oder wie schleppend dieser Anteil der Geldmenge umläuft. Es ist das zwar bei Buchgeld auch nicht erfassbar aber hier scheint die Sachlage in der Buchgeldmenge auf. Niemand hält sein Geld in täglich verfügbaren Konten, wenn er es nicht dauernd verwendet.

Verschwindet aber das Geld vom Markt oder wird weniger, bedeutet das, dass das verbleibende Geld wertvoller wird und das ist der Beginn der Deflationskrise. Weit davon entfernt, dass das Buchgeld in so einem Fall das fehlende Bargeld ersetzt, verschwindet es sogar früher vom Markt als dieses.

Der einzige Weg den Teufelskreis zu entkommen ist der einen Weg der Umlaufkontrolle zu finden. Leider werden in der Wirtschaftswissenschaft die wenigen Wissenschaftler, die „velocity control" ins Gespräch bringen wollen nicht ernst genommen und wenn es jemand tut, was erst seit kurzer Zeit der Fall ist, fehlen ihm meistens praktische Pläne und Anwendungsmöglichkeiten.

 

Gogos im Zeitablauf

Wir haben festgestellt, dass beim heutigem Geld eine automatische Auseinanderentwicklung zwischen der am Markt verbleibenden Warenmenge, dem Warenangebot und der Geldmenge, welche die Nachfrage darstellen sollte, stattfindet. Das passiert auch mit allen neu auf den Markt kommenden Waren. Die stehen auch einer wachsenden Geldmenge gegenüber. Nur dadurch, dass der Großteil des Geldes als Wertaufbewahrungsmittel dem Markt fernbleibt, kann das Warenpreisniveau gehalten werden und manchmal sogar gesenkt werden. Das gelingt allerdings nur so lange als ein ausreichender Mangel an Realkapital existiert und Gewinne erlaubt, die eine Bezahlung ausreichender Zinsen für das Investitionskapital erlauben.

Ist das nicht mehr der Fall, kommt es zum Investitionsstreik. Das Geld geht aber trotzdem nicht auf den Markt, um dort Waren zu kaufen, denn dort sinken die Warenpreise und da wird das Handelskapital nicht mehr zum Kauf von Waren für den Wiederverkauf investiert. Es spielt dabei kaum eine Rolle, dass in Realität viel zu viel Geld vorhanden ist. Es kommt ja nicht auf den Markt.

Wie wird das aber bei den Gogos sein, die das fehlende andere Geld auf dem Markt als Zahlungsmittel ersetzen sollen? Gibt es da die Gefahr, dass man zu viel dieses Geldes auf den Markt bringt und nicht nur das fehlende andere Geld ersetzt? Es konkurrieren ja dann zwei Gelder um ein Warenangebot.

Hier kommt aber die Kaufkraftgarantie und der Wechselkurs zur Erstwährung zum Tragen. Niemand würde Gogos gegen das Erstgeld eintauschen, welches nicht nur keine Gebühr hat, sonders augenscheinlich sogar mehr wert wird im Vergleich zu den Gogos, die „nur" ihren Wert halten. Gogos werden daher nur in dem Ausmaß auf den Markt kommen der genau ihrem Gebrauch als Tauschmittel entspricht. Es wird bei ihnen keine Geldmengen geben, die als Wertaufbewahrungsmittel dem Markt fern bleiben.

Es wird somit im Gegensatz zum Erstgeld nur eine geringe Gesamtgeldmenge geben. Was allerdings mit dem Warenangebot passiert, ist eine andere Sache. Selbst eine geringe Gogomenge wird mit hoher Umlaufgeschwindigkeit große Warenmengen vom Markt wegkaufen und damit die Relation von verbleibender Warenmenge zur Geldmenge des alten Geldes verändern. Das könnte und wird die Tatsache offenkundig machen, dass dieses alte Geld in Wirklichkeit nichts mehr wert ist, weil es zu wenig Waren dafür gibt.

 

Relationen im Zeitablauf.

Im riesigen Wechselbeziehungsgefüge der Wirtschaft müssen wir, wenn wir richtige Erkenntnisse gewinnen wollen immer vieles gleichzeitig beachten. Nicht nur den Käufer sondern auch den Verkäufer, nicht nur die Schulden sondern auch das Eigenkapital, nicht das Geld losgelöst vom Markt, also losgelöst von der Umwelt in dem es seine Wirkung tut sondern in ihm und den Zeitfaktor in dem es in ihm ist.

Es genügt nicht die andere Seite der Münze auch zu sehen. Man muss auch die Umwelt sehen und die Zeit in der die Menschen mit verschiedensten Motivationen ihr Geld, welches wie ein Werkzeug eine Verstärkung ihres Einflusses auf diese Umwelt darstellt, verwenden.

Die Gesamtbargeldmenge einer Volkswirtschaft wird durchschnittlich 20 mal im Jahr umgeschlagen aber wenn man im Gedanken einen Geldschein verfolgt, sieht man sofort, dass der leicht im Tag einige Male den Besitzer wechseln kann. 500 mal im Jahr wäre also kein Problem. Wo ist also das Geld? 96% des Geldes?

Als Beispiel wollen wir das jetzt an der Umlaufkontrolle des Geldes durch eine einmalige Gebühr von 5% auf jeden Geldschein (und nur auf das Bargeld) untersuchen. Da haben wir zuerst einmal den Verkäufer einer Ware für diesen Geldschein zu betrachten. Dass der Besitzer des Geldscheines denselben in der Regel auch für den Verkauf einer Leistung oder Ware bekommen hat, können wir dabei ausklammern, denn wir müssen ja irgendwo anfangen.

Der Käufer will also sein Geld (Definition: Geld = allgemein anerkanntes Tausch und Zahlungsmittel, dessen Wert zum Zeitpunkt durch die Bekanntheit von vielen anderen Warenpreisen feststeht - es also auch ein Wertmaßstab ist) gegen eine Ware im Besitz des Verkäufers austauschen. Erste Frage. Wird der Verkäufer so ein Geld, welches in einem Jahr 5% Kosten verursachen wird, ohne Preisaufschlag überhaupt annehmen? Hier kommt der Zeitfaktor ins Spiel. Sicherlich wird er es annehmen. Er wird es ja weiterverwenden um seinerseits etwas dafür zu kaufen und das lange bevor die 5% fällig werden. Es gibt da nur eine Ausnahme. Falls es sich um Goldmünzen handelt, könnte jemand es verschatzen, aber das wird ja gerade durch diese Art Geld verhindert. Es ist Tauschmittel nicht Schatzmittel.

Wie sieht es aber nun mit dem Zeitfaktor für weitere Geldbewegungen aus? Wie oft wird so ein Geld im Laufe des Jahres weiter gegeben? Hier haben wir Schätzungen für eine tatsächliche Weitergabe von etwa 500 mal im Jahr. Dass das möglich ist, sagt einem der gesunde Menschenverstand, denn das wären ja nicht einmal zwei Geldbewegungen an einem Tag.

Was bedeutet das aber nun im Allgemeinen für die restlichen sukzessiven 500 Verkäufer in einem Jahr, welche solche Geldscheine annehmen sollen? Nichts anderes als dass die Kosten von 5% sich verteilen und für jeden Verkauf nur 1 Promille ausmachen. Wegen so einem lächerlichen Betrag wird keiner auf ein Geschäft verzichten und es wird kein Kaufmann seine Kunden vergrämen wollen, wenn er kleinlich die Geldscheine nach nahezu abgelaufenen durchsucht. Da die Ablaufdaten ja deutlich klar sichtbar sind, kann er, falls jemand nur mit solch fast abgelaufenen Scheinen zahlen will, die Annahme verweigern. Es wird in der Praxis sicher nicht vorkommen. Wegen derart lächerlichen Beträgen wird sich niemand auch nur einen zweiten Gedanken machen.

Warum ist aber so eine lächerliche Kleinigkeit trotzdem eine wirksame Umlaufkontrolle? Einfach! Weil eben 5% doch für denjenigen, der das Geld für längere Zeit als Wertaufbewahrungsmittel verwenden will, ein merkbarer Verlust sind und das wissen die Verkäufer auch. Sie sind deshalb nicht mehr zu großen Preisnachlässen zu erpressen, denn wenn sich ein Geschäft zerschlagen sollte, macht es ihm nichts, denn da sind sicher viele andere willige Käufer auf dem Markt, deren Geld, wenn sie es nicht ausgeben oder investieren ihnen auch Kosten verursacht.

Es geht hier, ganz einfach, um zwei verschiedene Zeitabläufe. Einer ist für 95% des Geldes eines Menschen (5% Sparquote angenommen) von Stunden bis zu einem Monat relevant und der andere zieht sich über Jahre dahin - eventuell sogar Jahrzehnte bis er sein Geld für welches er keine Gegenwartspräferenz hat sondern im Gegenteil eine Zukunftspräferenz, wieder haben will. Es ist ihm da wichtig, dass er keinen Verlust durch die Umlaufgebühr erleidet und dass er dann genau so viel dafür kaufen kann als zum Zeitpunkt an dem er es auf ein Sparkonto gab. Diese Garantie hat er dann. Gesellgeld ist KAUFKRAFTBESTÄNDIG.

Der erste Käufer verliert gar nichts, weil jeder Verkäufer selbst die maximal 1/2% Verlust übernehmen wird und der zweite Sparer verliert auch nichts, weil die Bank die Umlaufgebühr übernimmt. Der einzige, der verlieren könnte, ist derjenige, welcher das Geld ein Jahr daheim liegen lässt und so dumm wird ja hoffentlich niemand sein. Die Bank verliert übrigens auch nichts, denn sie hat das Bargeld ja weiter verliehen und damit den schwarzen Peter dem Kreditnehmer übergeben und der, ja der hat sich das Geld ja nur deshalb ausgeliehen, weil er damit etwas kaufen will. Er gibt es also auch weiter und braucht keine Gebühr zahlen.

So rollt das Geld und rastet nie und mit jeder Weitergabe verdient ein Verkäufer und da ja alle abwechselnd Käufer und Verkäufer sind, verdienen alle. Das ist auch so ein Punkt, der nie beachtet wird. Da werden Käufer und Verkäufer als ewige Kontrahenten hingestellt und dabei sind es dieselben Leute, nur immer abwechselnd im Zeitablauf.

Wie schnell wird so ein Geld umlaufen? Einfach! Genau so schnell wie Leute Waren auf den Markt bringen. Es kann nicht schneller umlaufen. Es wird im Gegensatz zum heutigen Geld nur mehr keinen Vorteil gegenüber dem Durchschnitt der Waren haben und weil das die zeitweiligen Warenbesitzer wissen, kann der zeitweilige Geldbesitzer keinen Preisnachlass mehr erpressen. (Hier vielleicht die Definition von Ware: Ware ist ein Wirtschaftsgut, welches für den Verkauf produziert wurde und es nach dem Verkauf nicht mehr ist. Es ist dann nicht mehr auf dem Markt und ist Verbrauchs- oder Gebrauchsgut geworden.)

Dieses Geld eignet sich nicht mehr als langfristiges Wertaufbewahrungsmittel und die Leute werden sich andere Dinge dafür suchen müssen - aber es gibt ja genügend davon. Von Gold, Silber und Edelsteinen angefangen bis zu Vorräten aller Art und dauerhaften Wirtschaftsgütern wie Häusern und Fabriken und selbstverständlich kann man es auch denen leihen welche eine Gegenwartspräferenz für solche Dinge haben und kein greifbares Geld. Man kann auch Anteilscheine an solchen Dingen erwerben. Kurzum, man kann alles als Wertaufbewahrungsmittel verwenden außer dem Bargeld.

Das heutige Bargeld eignet sich dafür sowieso nicht sonderlich gut, weil es in regelmäßigen Abständen immer wieder durch Inflation seinen Wert verliert. Darum ist es eigentlich unverständlich, warum so viele Leute verbissen gegen eine Reform des Geldes sind, welche es als langfristiges Wertaufbewahrungsmittel unbrauchbar macht aber dafür die Möglichkeit gibt seine Kaufkraft zu erhalten.

Vielleicht soll man sich einmal Gedanken darüber machen, warum den Dummen immer eingeredet wird, dass man beides haben kann. Geld (Gold) als Tausch und Zahlungsmittel und gleichzeitig als Wertaufbewahrungsmittel. Die logischen Verrenkungen mit denen das bis in die höchsten Universitäten der Wirtschaftswissenschaften gerechtfertigt wird, sind den Diskussionen wie viel Engel auf der Spitze einer Nadel tanzen könnten, gleichzusetzen.

Es ist für alle praktischen Belange der Goldstandard nun zwar so gut wie gestorben, aber es gibt noch immer Leute, welche ihm nachtrauern. Viele stützen sich dabei auf die „Erkenntnisse" der Ökonomen der so genannten Österreichischen Schule, denen nie zum Bewusstsein gekommen ist, dass die Goldwährung maßgeblich an den beiden Weltkriegen des vorigen Jahrhunderts schuldtragend war, Die sahen immer nur, dass diese Kriege nur durch Abgang vom Goldstandard finanziert werden konnten - sahen aber nicht die wahren Ursachen der Kriege, welche nichts anderes waren als die Fortsetzung des Wirtschaftskrieges um das Gold. Der Kampf um die knappe Golddecke wurde vom wirtschaftlich Schwächeren aber militärisch und politisch Stärkeren oft genug als wirklicher Krieg fortgeführt oder auch als Ausweg gesehen. Auch diese Tatsachen werden nicht gesehen, denn Schuld am Krieg hat für die Geschichtsschreibung ja immer der Verlierer. Das ist sehr schön in dem Satz ausgedrückt, dass Geschichte immer die Sieger schreiben.

Die wirtschaftlichen Hintergründe aller Kriege können so recht einfach beiseite geschoben werden. Es könnte sonst eventuell die „Mitschuld" der Sieger festgestellt werden und das wäre nicht politisch korrekt. Die Nutznießer einer Goldwährung und diejenigen, welche es sein möchten, hatten daher bisher in der Geschichte relativ leichtes Spiel immer wieder zum Goldstandard zurückzukehren.

Nur diesmal haben sie, hoffentlich, den Anschluss verpasst und der Tanz der Menschheit um das goldene Kalb ist vielleicht zu Ende.

Diesmal wurde nämlich die Zeit, in der man vielleicht noch einmal zum Goldstandard zurückkehren hätte können, verpasst und die Papiergeldblase zu weit weiter aufgeblasen.

Es gibt jetzt einfach einen derartigen Überhang an Papiergeld auf der Welt, dass es nicht mehr eingezogen werden kann und selbst wenn die großen Guthabenbesitzer bereit wären ihr Geld festzufrieren, wie sie es immer taten, wenn das Zinsniveau zu weit gesunken war, gibt es zu viele Leute in vielen Ländern der Welt, die so etwas nicht lange mitmachen würden.

Jeder Versuch durch Deflation, das ist durch Verringerung der Geldmenge auf dem Markt eine Wertsteigerung des Papiergeldes im nötigen Ausmaß zu erreichen, ist zum Scheitern verurteilt, weil es einfach zu lange dauern würde. Die letzte derartige Deflationskrise dauerte von 1930 bis 1939, wo der Weltkrieg sie beendete. Es gelang also selbst damals nicht lange genug durchzuhalten.

Diesmal ist nach einer viel längeren Papiergeldvermehrung seit 60 Jahren (zum Vergleich 1914 bis 1929 waren es nur 15 Jahre) eine Rückführung unmöglich und aussichtslos. Diesmal gibt es nur eine Lösung. Entweder Totalzerstörung des Sachkapitals durch einen Krieg, damit neues unverändertes Geld nach einer Geldreform wieder lohnende Anlagen vorfindet oder einzugestehen, dass das jetzige Geld wertlos ist und es durch ein besseres kaufkraftbeständiges Tauschmittel zu ersetzen.

Das wird aber kaum durch eine Regierung gemacht werden, denn keine wird zugeben wollen, dass sie das Geld wertlos werden ließ. Sie werden also weiter machen im alten Trott, solange es möglich ist. So ein besseres Tauschmittel wird von den Leuten, die etwas dafür zu verkaufen haben, eingeführt werden müssen oder es wird nie eingeführt werden.

Noch wissen zu wenig Leute, dass so etwas möglich und notwendig ist aber es werden immer mehr und ein einziges Beispiel eines solchen funktionierenden Tauschmittels würde reichen. Es fände viele Nachahmer.

Hoffen wir, dass es rechtzeitig gelingt bevor der alte Weg wieder gegangen wird, wo ein Krieg die Krise überwindet und nachher das Geld des Verlierers wertlos gemacht wird.

 

Geldgeber - Produzent - Händler - Konsument.

Das sind die vier Hauptakteure auf dem Markt und sie sind Gegenspieler und deshalb wird oft vergessen, dass es dieselben Leute sind - nur in verschiedenen Funktionen. Jeder kann auch in eine andere Haut schlüpfen.

Der Geldgeber ist der Einzige, der nicht Produzent und Händler sein muss - Konsument allerdings auch wie jeder andere.

Der Produzent ist mit Eigenkapital sein eigener Geldgeber und muss auch Händler sein, der Rohmaterial und Dienstleistungen einkauft und seine Erzeugnisse verkauft und natürlich ist er auch Konsument.

Der Begriff Händler sollte eigentlich in Großhändler und Detailhändler geteilt werden. denn der Großhändler ist der Einzige in dessen Bereich Waren, Waren bleiben. Der Erzeuger produziert Waren aus Vorprodukten und der Detailhändler kauft Waren, aber wenn er sie verkauft verlieren sie den Warencharakter und werden Konsumgüter.

Das ist für die Wechselbeziehung zwischen Waren, Warenpreisen und Geld und Geldwert von Bedeutung und natürlich sind beide Händler auch Konsumenten und können Geldgeber sein.

Der Konsument muss vorher einer der anderen gewesen sein, sonst hätte er kein Geld um Konsumgüter zu kaufen. Er kann das Geld aus Zinseinkommen als Geldgeber bekommen haben, als Gewinn als Produzent oder Händler oder als Dienstleister und er wird es wieder sein müssen, um weiter konsumieren zu können.

Was wir hier gesehen haben ist die Tatsache, dass alle Akteure auf dem Markt nicht nur eine Rolle spielen und das heißt, dass sie auch die anderen Rollen kennen und ausüben müssen. Das hat einen psychologischen und emotionellen Impakt. Der Großteil der Konfrontation findet etwas anders statt als viele Beobachter glauben. Warum eine Konfrontation zwischen Erzeugern und ihren Dienstleistern hochgespielt wird und eine zwischen Händlern und Konsumenten kann eigentlich nur ein Ablenkungsmanöver sein um die wahren Profiteure aus dem Blickfeld zu halten.

Jeder Händler möchte gut verdienende Arbeitnehmer als Kunden haben und jeder Erzeuger Händler, die gute Gewinne aus dem Wiederverkauf seiner Erzeugnisse erzielen. Was beide nicht brauchen ist eine Bürokratie, die ihnen das Leben schwer macht und Kosten verursacht. Das heißt nicht, dass sie eine Dienstleistende Bürokratie komplett ablehnen, aber eine überwuchernde deren Kosten unerträglich geworden sind, ist genau so schlimm, wie die Zinskosten der funktionslosen Geldgeber bei denen die Staaten verschuldet sind.

Die Frontstellung ist also eigentlich: Funktionsloser Geldgeber, dessen Konsumenteneigenschaft im Verhältnis zum Zinseinkommen minimal ist und Spitzenfunktionäre der Bürokratie gegen den Rest. Eigenartigerweise kommt das nie zum Ausdruck. Die Fronten scheinen immer wo anders zu sein. Arbeitgeber gegen Arbeitnehmer ist eine. Händler gegen Konsument die andere. Produzent gegen Händler noch eine. Landeigentümer gegen Landlose hat vielleicht noch einige Berechtigung aber nie hört man von einer Front von Zinszahlern gegen Zinsbeziehern.

Der Hauptgrund dafür ist der, dass die Zinszahler davon in Unkenntnis gehalten werden, dass sie den Zins in den Preisen versteckt zahlen müssen. Tatsächlich aus Erfahrung wissen tun das eigentlich nur Großhändler und die sind meistens auf dem Weg zum Geldgeber mit Eigenkapital mit geringen Konsumwünschen im Verhältnis zu ihrem Kapitaleinkommen und Handelsgewinn. Es schert sie also kaum.

Alle anderen werden für dumm verkauft. Ihre eigene Doppelnatur als Konsumenten-Produzenten (Prosumer) kommt ihnen nicht zum Bewusstsein und dass sie als solche bei Inflation immer den höheren Preisen nachlaufen, die sie als Konsumenten zahlen müssen aber als Produzenten noch nicht erzielen können und besonders dann nicht, wenn sie unselbständig sind.

Bei Deflation würden sie sich als Konsumenten an den sinkenden Preisen erfreuen, wenn sie nicht als Produzenten ohne Geschäft wären oder als unselbständige Produzenten arbeitslos. Eine ernsthafte Deflation hat es in der Lebenszeit der meisten Menschen nicht mehr gegeben. Die letzte wurde 1939 durch den Weltkrieg beendet. Darum wissen viele nicht, dass Deflation noch viel schlimmer ist als eine im Rahmen gehaltene Inflation. Sie kämpfen noch immer gegen die Inflation, obwohl sie schon mitten auf den Weg in die Deflation sind und auch die Währungshüter wagen es nicht massiv gegen die beginnende Deflation einzuschreiten, weil ihnen die Angst vor unkontrollierbarer Inflation zu tief in den Knochen steckt. Viele von ihnen wissen auch um die Wertlosigkeit der heutigen Geldmenge und wissen daher auch, dass diese Geldmenge samt den Geldguthaben bei einem Vertrauensschwund unaufhaltbar losbrechen könnte. Die Gefahr einer möglichen Hyperinflation ist also sehr real.

Die Relation zwischen verfügbarer Warenmenge zur Geld und Geldguthabenmenge ist durch die lange Zeit des Geldwachstums seit 1940 unhaltbar geworden. Einige Länder gingen schon durch dieses Stadium. Einigen europäischen Ländern blieb es durch den Euro gerade noch erspart und die USA konnte sich durch den Weltreservewährungsbonus bisher noch retten. Sowohl Euro wie auch der Dollar haben aber das Problem der unhaltbaren Relation und es ist nur eine Frage der Zeit....

 

Die Sinnlosigkeit der Quantitätsgleichung

Es gibt Ökonomen, welche der Quantitätsgleichung jeglichen Sinn absprechen. Darunter sind alle Vertreter der österreichischen Schule und man muss ihnen sogar recht geben. Der Weg, wie die einzelnen Faktoren dieser Gleichung definiert oder besser gesagt nicht definiert werden und wie das Medium in welchem die Gleichung Gültigkeit haben soll, der Markt, überhaupt nicht beachtet wird, lässt gar keine andere Schlussfolgerung zu.

Ohne deshalb auf lange theoretische Erörterungen einzugehen soll hier durch klare Definition und Einengung der Faktoren wie durch das Zerhauen eines Gordischen Knotens der Ansatz einer Lösung dieser Frage aufgezeigt werden.

Hier zuerst einmal die Gleichung selber in der deutschen Form:

G.U = W.P oder auf das Preisniveau gerichtet: P = G.U/W

Und nun die Definitionen:

P ist das allgemeine Preisniveau (gemessen mit einem Index)

G ist die Geldmenge und zwar nur die Bargeldmenge.

U ist die Umlauffrequenz dieses Geldes während eines Jahres.

W ist die auf dem Markt zu einem gewissen Zeitpunkt angebotene Warenmenge.

Klar, einfach und ohne wenn und aber wie die Schärfe eines Schwertes.

P ist wohl klar und wie sollte man das sonst messen können, als mit der Hilfe eines Konsumerpreisindexes oder eines Großhandelspreisindexes.

G ist auch ganz klar und warum nur Bargeld? Weil nur der Wert des Bargeldes gefragt ist. Der Wert der Geldguthaben steht in klaren Abhängigkeitsverhältnis zu dem.

U ist dann ein klarer Begriff, wenn man den Geldmengenbegriff erst einmal eingeengt hat.

W ist die auf dem Markt angebotene Warenmenge und nicht darin eingeschlossen sind die Waren, welche durch Käufe auf Kredit schon aus dem Markt entfernt worden sind. Wie bei jeder Gleichung muss man mit Faktoren rechnen, die zum gleichen Zeitpunkt wirksam sind und kann nicht einfach willkürlich bei manchen Werte aus der Vergangenheit einsetzen. Natürlich gilt das auch für Faktoren, die sich nicht im selben Raum befinden. In dem Fall ist der Raum der Markt und in dem befinden sich weder gehortetes Bargeld noch Geldguthaben.

Damit ist aber auch der Kredit aus der Gleichung entfernt und die Gleichung wird klar, übersichtlich und relevant. Die Form wie Irving Fisher die Quantitätsgleichung anwendete als er nicht das Warenangebot sondern bereits getätigte Transfers von Waren dafür in die Gleichung einsetzte ist eine Tautologie und erklärt im besten Fall einen selbstverständlichen Vorgang der Vergangenheit. In dieser Form zeigt sie aber nicht die in der Gegenwart wirksamen Kräfte und leistet keinen großen Beitrag dafür aufzuzeigen wie man diese Kräfte manipulieren kann um ein gewünschtes Resultat - ein stabiles Preisniveau - zu erreichen.

Die Fisher Formel zeigt allerdings eines, nämlich die Tatsache, dass eine „Deckung" des Geldes nur dann einen Einfluss auf die Warenpreise hat, wenn durch sie die Geldmenge beeinflusst wird. Der so genannte Goldstandard ist nichts anderes als die Festlegung des Preises eines einzelnen Gutes und ist ohne Einfluss auf alle anderen Warenpreise.

Die Wirtschaftswissenschaft hat teilweise deshalb auch bisher keinen Weg aufgezeigt, wie es getan werden könnte, ein festes allgemeines Preisniveau zu halten. Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Wir haben nämlich bei richtiger Definition der vier Bestandteile der Gleichung nicht vier Unbekannte sondern nur zwei. G ist bis zum letzten Pfennig bekannt und P durch den Index auch. Da die Warenmenge unter natürlichen Angebotszwang steht ist ihre Größe nur im Verhältnis zu G x U von Bedeutung. Die einzig verbleibende wirkliche Unbekannte ist somit U und hier muss angesetzt werden. Diese Größe muss durch irgend etwas unter Kontrolle gebracht werden, wenn man ein festes Preisniveau erreichen will. „Velocity control" ist gefragt.

Die Wissenschaft muss den uralten experimentellen Beweis antreten und die Wirksamkeit verschiedener Maßnahmen der Einflussnahme auf die Umlaufgeschwindigkeit überprüfen. Hier ist der Vorschlag Silvio Gesells eine Hortungsgebühr auf das Bargeld direkt zu erheben ein Weg die Umlaufgeschwindigkeit des Bargeldes auf eine dem Warenstrom und den Geschäftsgewohnheiten angepasste flexible Höchstgrenze zu treiben, der eine der zu untersuchenden Methoden sein sollte. Es ist wahrscheinlich zuviel verlangt, dass Wissenschaftler selber solche Experimente veranstalten aber es wäre sicherlich nicht zuviel verlangt, dass solche Experimente, die von Praktikern gemacht werden, unvoreingenommen untersucht werden.

Beim Experiment von Wörgl wurde das nicht getan. Daher gibt es auch keine wissenschaftliche Erklärung für die Umlaufgeschwindigkeit des Bargeldes, die damals erreicht wurde. Die wahrscheinliche Umlaufgeschwindigkeit während der ersten drei Tage von 30 mal am Tag und die Schätzungen von 500 mal im Jahr im Vergleich zur damaligen Umlaufgeschwindigkeit des Nationalbankgeldes von 8 bis 10 mal im Jahr fand keinerlei wissenschaftliche Beachtung. Wenn nach drei Tagen mit einer auf dem Markt befindlichen Geldmenge am Ende dieser drei Tage von vielleicht 300 Schilling allein 5.100 Schilling Steuereingänge berichtet werden, sollte das doch das Interesse eines Währungswissenschaftlers wachgerufen haben.

 

Theorie und Praxis

Mit Mathematik und Buchhaltungsgenauigkeit in der Volkswirtschaft ist es so eine Sache. Wenn man es mit grundlegenden Zahlen zu tun hat, die im besten Fall Näherungswerte sind und nur selten konkret überprüft werden können, kann man auch sagen, dass 2 x 2 statt 4 auch 2 oder 6 sein kann, wenn man die Zahlen und Resultate auf oder abrundet. Nehmen wir an, dass real 2 aufgerundet so wenig wie 1.51 sein kann oder abgerundet 2.49. Da wäre dann an der untersten Grenze 1.51 x 1.51 nur 2.28 oder abgerundet wieder 2. Im anderen Fall ist 2.49 x 2.49 6.20 oder abgerundet 6.

Natürlich wird 2 x 2 in den meisten Fällen 4 sein aber man darf die Möglichkeit von anderen Resultaten nicht aus dem Auge lassen. Auf gar keinen Fall darf man aber an sich richtige mathematische Ergebnisse für bare Münze nehmen, wenn die grundlegenden Zahlen ungenau sind.

Für die Gogos bedeutet das, dass der errechnete Wechselkurs auch nur eine annähernde Größe sein muss und auch nur sein kann. Wenn 2 x 2 sowohl 2 oder 6 sein kann, spielen Abweichungen von 3 oder 5% keine große Rolle und wer da absolute Genauigkeit bis zur Ixten Dezimalstelle verlangt muss zuerst genaue Grundzahlen ermitteln. Genau so wenig wie Preisunterschiede in der Größenordnung bei den Preisen in den Geschäften spielen, spielen auch Wechselkurse zwischen zwei Währungen in der Größe eine Rolle, besonders dann nicht, wenn es dabei nicht um Millionenbeträge bei Währungsspekulation geht. Bei den Gogos geht es da um viel weniger als normale Waren-Preisunterschiede auch bei einer einzigen Währung ausmachen.

Es ist so ähnlich als ob jemand sich weigern würde, für ein Glas Wein im Gasthaus 5 Dollar zu bezahlen, weil er beim Weingroßhändler oder Erzeuger die zehnfache Menge für dasselbe Geld kaufen kann. Da geht es um 1000% Unterschied und da glauben manche Leute, dass weniger als 1% bei den Gogos eine Rolle spielen werden.

Es ist direkt lachhaft, welche Einwände da gemacht werden und wie die wahren Größenordnungen immer unter den Tisch gekehrt werden. Da verlieren manche Währungen mehr als den abermillionsten Teil ihres Wertes und niemand findet etwas dabei, aber von den Gogos wird verlangt, dass sie auf 1% genau gleich wert sein müssen.

Kein Mensch verlangt von der Nationalbank, dass sie den Wert ihres Geldes garantieren soll. Nur, wenn die Inflation dreistellige Zahlen im Jahr erreicht, beginnen die Leute zu murren. Wenn die Deflation 10% erreicht, glauben womöglich noch manche, dass das doch wunderbar ist. Ihr Geld wird ja dabei mehr wert. Dass sie dann wegen des Zusammenbruches der Wirtschaft keines mehr verdienen können und dass der Preisverfall daran schuld ist, erkennen sie nicht. Nur eines können alle.

Sie verlangen von den Gogos das Unmögliche an Genauigkeit und wollen mit ihnen sonst nichts zu tun haben. Da werden Voraussetzungen an den Haaren herbeigezogen, die angeblich erst erfüllt werden müssen, bis man Gogos einführen kann. Die Menschen müssen geändert werden oder Freiland muss vorher eingeführt werden. Der Staat muss es tun mit Hilfe eines Währungsamtes und dazu muss er die Nationalbank abschaffen. Die Banken müssen zu 100% Buchgelddeckung gezwungen werden.

Von den Behauptungen, dass niemand Gogos annehmen wird bis zur Aufgabe der Idee, weil die Gogos sowieso verboten würden, gibt es viele Varianten, die entschuldigen sollen, dass man nichts TUN will, bevor es nicht eine politische Mehrheit für solche Reformen gibt. Dass man diese Bewiesenerweise nicht erreichen wird und in 100 Jahren nicht erreicht hat, kümmert diese Theoretiker nicht.

Die Gogos können kaufkraftstabil und im Umlauf gehalten werden und das selbst von einem einzelnen Kaufmann, der sie als lokales Geld herausgibt und zwar mit der notwendigen Genauigkeit und solange er dafür seine Waren hergibt und die Gogos wieder an andere Akzeptanten weiter gibt auch mit der nötigen Umlaufsgeschwindigkeit.

Man braucht dazu weder eine Mehrheit noch müssen mehr als eine kleine lokale Gruppe die Gogos akzeptieren und weiter geben. Ihr Beispiel und ihr wirtschaftlicher Erfolg wird dann automatisch andere Leute dazu veranlassen, mitzumachen. Das bewies Wörgl, wo durch das Beispiel trotz der Gegnerschaft der Nationalbank und des dadurch beginnenden Rechtsstreites eine Nachbarstadt schon nach drei Monaten mitmachte und Nachbargemeinden das Wörgler Geld benützten. 170 weitere Gemeinden warteten nur mehr das Ende des Rechtstreites ab und waren bereit auch so ein Geld einzuführen.

Wer aber nun glaubt, dass so etwas den Buchgeldtheoretikern zu denken gibt, der täuscht sich. Die behaupten einfach, dass es damals noch kein Buchgeld gegeben hätte und dass dieses Buchgeld heute das Freigeld verdrängen würde. Die Tatsache, dass Buchgeld bei Deflation schneller noch als Bargeld vom Markt verschwindet wollen sie dabei nicht anerkennen.

Gerade habe ich nachgewiesen, dass in der USA das Buchgeld mit beginnender Stagnation 1994 bis heute immer weniger wurde, während das Bargeld noch vermehrt worden ist, aber anscheinend spielt das keine Rolle, wenn man glaubt, dass die Erde eine Scheibe ist.

 

Umlaufgebühr auf Buchgeld?

Wenn es einen einzelnen Grund dafür gibt, dass Freigeld bisher noch nicht eingeführt wurde, dann ist es die Vorstellung, die verbreitet wird, dass es nicht genügt Umlaufgesichertes alternatives lokales Geld wie in Wörgl herauszugeben, sondern dass man Freigeld durch ein Währungsamt herausgeben und die Banken zu 100% Deckung zwingen muss und noch dazu das Buchgeld auch umlaufsichern muss, weil es sonst das Bargeld ersetzen würde.

Das führte dazu, dass nicht einmal Pläne für eine Verbesserung des Wörgler Geldes gemacht wurden. Mit diesen angeblich notwendigen Voraussetzungen, die von so genannten Anhängern Gesells verbreitet werden, treibt man natürlich alle Interessenten aus den Vereinen der Anhänger Gesells, die etwas tun möchten und diese Vereine bleiben unbedeutend und dominiert von Leuten, die dort alles andere vertreten, nur nicht die Ideen Gesells.

Weil Gesell Vegetarier und Antialkoholiker war, sind es viele dieser Gesellianer auch und das ist ihnen wichtiger als grundlegende Wirtschaftsfragen. Wer die Diskussion über die Gogos in den freiwirtschaftlichen Medien verfolgt hat, kann sich selber ein Bild über die derzeitige Situation machen. Diese Leute werden nie den einzig möglichen Weg, Freigeld einzuführen, gehen.

Wer ein Währungsamt und Umlaufgesichertes Buchgeld als Voraussetzung ansieht, muss den politischen Weg gehen und eine politische Mehrheit dafür anstreben und stößt damit automatisch alle zurück, die die Aussichtslosigkeit so eines Weges erkennen. Da hilft es auch gar nichts, dass diese Aussichtslosigkeit schon 100 Jahre lang bewiesen wurde und tausende von Menschen nach kurzer Zeit diese Vereine so schnell verlassen wie sie angesprochen wurden, wenn sie die Aussichtslosigkeit erkennen. Es gab vor 50 Jahren mehr organisierte Anhänger Gesells als heute und noch immer sehen diese Leute nicht ein, dass sie auf dem falschen Weg sind und sich von den Anhängern des Status quo in ihren eigenen Reihen von der Aussichtslosigkeit alternativer Experimente überzeugen haben lassen.

Es wird nie Freigeld geben, solange es nicht neues Blut gibt, das sich von den Buchgeldfreiwirten absagt und einfach Gogos als Freigeld auf Bargeldbasis einführt und wie in Wörgl den Beweis erbringt, dass nicht Umlaufgesichertes Geld samt seinem Buchgeld vom Markt verschwindet.

Genau so wenig, wie Bahnbrechendes aus den alten Machtstrukturen kommen wird, werden die alten Gesellanhänger wirkliches Freigeld zur Realität machen können. (Ein kleiner sozialdemokratischer Bürgermeister hat mehr für Freigeld getan als sie alle zusammen.)

Es ist zwar die heutige Situation aber hoffnungslos ist sie nicht. Die Gogos existieren und es gibt schon Gogomeister, die erkennen, was getan werden muss. Jeder, der 30 Gewerbetreibende zusammen bekommt, sich einige tausend Gogoscheine besorgt oder selber drucken lässt und sie in Umlauf bringt, kann eine lokale Gogoinsel ins Leben rufen. Er darf sich nur nicht vom Negativismus der kritischen Geldreformer und der Gegnerschaft der „Wirtschaftssachverständigen" beeinflussen lassen und muss unbeirrt seinen Weg gehen und die Gelegenheit beim Schopf packen, wenn sie sich bietet.

Hat er nicht selber Waren und Leistungen anzubieten, die den Gogos, wie jedem anderen Tauschmittel ihren Wert geben müssen, muss er eben Kaufleute und Gewerbetreibende finden, die es aus eigenem Geschäftsinteresse für ihn tun. Am leichtesten ist das dort zu machen, wo in einem überschaubaren lokalem Gebiet noch Wirtschaftskreisläufe existieren, die nur aus Mangel an einem funktionierendem Tauschmittel stagnieren.

In Zeiten einer Wirtschaftsflaute (Stagflation) ist das gerade in kleinen Städten wie Wörgl eine war sehr bald der Fall und jeder, der mit so einem Gogoangebot zu den Gewerbetreibenden kommt, wird sehen, dass er offene Türen einrennt und sie gerne mitmachen werden. Die Gogos sind im Gegensatz zu den während der Weltwirtschaftskrise von Irving Fisher propagierten „Stamp script" mit 104% Umlaufgebühr, die dann natürlich niemand akzeptierte mit nur 5% Gebühr für jeden Geschäftsmann akzeptabel. Jeder würde sie sogar dann annehmen, wenn er keine Möglichkeit hätte, sie weiter zu verwenden und sie wieder umtauschen müsste. Er wird aber nicht nur wegen der 5% das vermeiden, sondern weil er weiß, dass dann, wenn er sie weiter gibt, die Gogos im lokalen Umlauf bleiben und vielleicht noch oft zu ihm zurück kommen werden.

Das ist in seinem Interesse, weil er ja mit jeder Rückkehr ein neues gewinnbringendes Geschäft gemacht hat. Hat er das erst einmal erlebt, wird er sich die Gogos nicht verbieten lassen und er wird sich auch bemühen sie weiter zu geben, selbst wenn es nicht ganz leicht ist. Nicht nur die verlorenen 5% Gebühr sind da seine Motivation, sondern die Hoffnung auf ein weiteres Geschäft. Ein Gogomeister braucht daher nur die Anfangsprobleme überwinden. Solange der Gogoumlauf noch schleppend ist, wird er sich bemühen müssen, ihn zu beschleunigen. Ist erst ein ausreichender Umlauf gegeben, kommt die Beschleunigung ganz von selber. Sie ist im Eigeninteresse eines jeden Gewerbetreibenden und jedes anderen Wirtschaftsteilnehmers.

Das ist eigentlich alles, was ein Gogomeister tun muss. Er muss den Teilnehmern klar machen, was die Gogos ihnen bringen werden. Das muss er nur tun, bis sie es selber SEHEN. Wer noch nichts ZEIGEN kann, tut sich da manchmal schwer. Niemand weiß das besser als ich, weil ich der erste Gogomann bin.

 

Das bessere Geld

Besseres Geld ist eines, das die wesentlichen Geldfunktionen besser ausübt. Diese Funktionen sind Zahlungsmittel (Zwischentauschmittel), Wertmaßstab und Wertaufbewahrungsmittel, wobei die Reihenfolge nicht willkürlich ist. Geld muss zuerst ein allgemein anerkanntes Tauschmittel sein, dann ein dauerhafter Wertmaßstab und zuletzt zumindest von einem Tauschvorgang zum nächsten ein Wertaufbewahrungsmittel, das seinen Wert behält.

Wenn wir nun untersuchen, ob die als lokales Tauschmittel vorgeschlagenen Gogos ein besseres Geld sind oder sein werden, müssen wir der Reihe nach betrachten ob die Gogos diese Funktionen besser ausüben können und weshalb.

Die allgemeine Anerkennung als zweites Geld in einem ausreichendem Markt wollen wir dabei einmal voraussetzen. Wenn die Gogos also die zweite Funktion als Wertmaßstab besser erfüllen sind sie damit das bessere Tauschmittel, welches sich in Konkurrenz mit einem schlechteren durchsetzen sollte.

Die Funktion als Wertaufbewahrungsmittel ist dabei sekundär, weil als Wertaufbewahrungsmittel verwendetes Geld ja kein Tauschmittel mehr ist. Primär ist es also die Frage. Sind die Gogos ein besserer Wertmaßstab, dann sind sie auch das bessere Geld.

Eigentlich kann man sofort sagen, dass die Gogos das bessere Geld sind weil das andere Geld kein dauerhafter Wertmaßstab ist und dauernden Wertschwankungen durch Inflation oder Deflation ausgesetzt ist. Alles Geld wird daran gemessen was man im Durchschnitt damit kaufen kann. Die Preise einzelner Güter werden immer in Geldeinheiten angegeben und der Gesamtwert des Geldes wird mit Hilfe eines repräsentanten Indexes eines Warenbündels gemessen, wobei ein Wert der Vergangenheit als 100 angenommen wird und der Wert eines späteren Zeitpunkts ist dann bei Deflation unter 100 und bei Inflation über 100. So wird der Wert oder die Kaufkraft des Geldes verglichen. Es wird somit zwar nachträglich die Wertveränderung gemessen, aber eine Wertveränderung nicht verhindert.

Bei den Gogos ist die Frage folgendermaßen gelöst: Man nimmt einen Wert der Vergangenheit (bei den Gogos in Canada wird der Wert des Dollars aus dem Jahre 1980 genommen) und die Wertveränderung durch einen entsprechenden Wechselkurs kompensiert. Der Gogo ist somit immer gleich viel wert, als der canadische Dollar 1980 wert war. Der Gogo wird damit zum unveränderlichen Wertmaßstab und da alle Gogos immer in Umlauf sind, kann man, selbst wenn es das Erstgeld nicht mehr gäbe immer rechtzeitig gegensteuern bevor der Wert der Gogos sich zu weit verändert hat. Solange das andere Geld noch auf dem Markt ist, genügt dafür die entsprechende Wechselkursänderung.

So einfach ist es ein besseres zweites Geld zu schaffen und da man mit einer viel geringeren Gesamtgeldmenge auskommt, wenn nicht der Großteil des Geldes als Wertaufbewahrungsmittel verwendet wird, kann die Ausgabestelle diesen Wechselkurs einfach dadurch halten, indem sie Gogos bei der Ausgabe und der eventuellen Rücknahme damit verrechnet. Die Größenordnung ist dabei, dass mit etwa 2% der heutigen Bargeldmenge das Auslangen gefunden werden kann, selbst wenn die gesamten Zahlungen mit Hilfe der Gogos gemacht würden.

Da aber bei dieser Art der Einführung nur das auf dem Markt fehlende andere Geld ersetzt wird und das nicht fehlende weiter umläuft, können die Gogos ganz langsam und in kleinen überschaubaren Mengen nach Maßgabe ihres Gebrauches und ihrer Akzeptanz eingeführt werden.

Die Gogos werden allerdings weil sie ein besseres und kaufkraftstabiles Tauschmittel sind das alte Geld auf alle Fälle vom Gütermarkt verdrängen, selbst wenn durch Widerinflation dessen Eigenschaft als bevorzugtes Wertaufbewahrungsmittel in Frage gestellt werden wird und es wieder auf den Markt kommen möchte. Die Inflation wird nicht im Rahmen gehalten werden können weil der Gegenspieler Ware nicht mehr im ausreichendem Maß auf dem Markt sein wird. Die Waren wurden mit Hilfe der Gogos weggekauft. Die Warenbesitzer werden ein stark inflationiertes Geld nicht mehr annehmen wollen, wenn ein anderes kaufkraftbeständiges Tauschmittel auf dem Markt ist.

Möge dann das bessere Geld gewinnen und mögen viele lokale Gelder wie der Gogo in der ganzen Welt verhindern, dass es eine weltweite Deflation und Wirtschaftskrise mit darauf folgenden Krieg noch einmal in der Menschheitsgeschichte gibt.

Die Wechselbeziehung zwischen Mensch und von ihm geschaffenem Medium Geld verändert die Verhaltensweise der Menschen und ein besseres Geld kann die bessere Seite der Menschen in den Vordergrund bringen genau so wie ein schlechtes Geld es mit den schlechten Eigenschaften tut.

Die Gogos zwingen niemand sich über Nacht in einen edlen Menschen zu verwandeln, der sein Hab und Gut verteilt. Es genügt, wenn er sie als Zahlung für seine Waren und Leistungen akzeptiert in welchen Ausmaß auch immer. Einen Gogo nach dem anderen, der seinen Weg kommt und sie dann weitergibt für die Waren und Leistungen seiner Mitmenschen in gerechten und ehrlichen Austausch. Der ehrliche Wert der Gogos tut dann den Rest.

Ehrliches Geld wird selbst unehrliche Menschen zur Ehrlichkeit zwingen und ein Geld, das ohne Macht ist andere Menschen zu erpressen wird die Macht von Menschen über Menschen mit Hilfe des Machtmittels Geld überwinden. Geld ist heute Monopolmacht, die, solange das Geldmonopol nicht durch alternatives besseres Geld überwunden wird, immer wieder zu Kämpfen um dieses Machtmittel führen wird.

Seit das Gold als Geld entthront worden ist, hat der Dollar diese Macht übernommen und wir sind auf dem Weg zu einer noch viel mächtigeren Weltwährung, wenn wir nichts tun. Wir sind auf dem Weg zu einem einzigen Weltmonopol, wenn wir nicht Monopolbrechendes anderes Geld verwenden. Tun wir das, verliert das Monopolgeld mit seinem Wert, der auf den Gebrauch als einziges Tauschmittel beruht auch seine Macht.

Kaufkraftbeständige Gogos oder andere lokale wertbeständige Tauschmittel können die Monopolmacht brechen, können aber selber nicht zu Monopolen werden, selbst wenn im Laufe der Zeit durch Zusammenschlüsse größere Strukturen entstehen. Der Weg ein Geldmonopol zu brechen ist dann bekannt und kann dann auch gegen die Gogos angewandt werden.

Das heutige Geld funktioniert nicht mehr als Tauschmittel wenn es zu lange und in großem Ausmaß als Wertaufbewahrungsmittel verwendet wird, Aber auch bei Hyperinflation funktioniert es nicht mehr und so eine Hyperinflation ist unausbleiblich wenn der Überhang gehorteten Geldes zu groß geworden ist. Die Gogos können nicht gehortet werden und deshalb wird es nie so einen Überhang geben. Es wird nie mehr Gogos auf dem Markt geben als notwendig sind und es wird keine Gogomengen außerhalb des Marktes geben.

Solange leichte Inflation das andere Geld auf dem Markt halten kann und es genügend lukrative Anlagen gibt um eine Verzinsung zu erwirtschaften ist es schwer alternatives Geld einzuführen. Es kann nur zu bestimmten Zeiten im Konjunkturzyklus, wenn das andere Geld vom Markt zu verschwinden beginnt getan werden. Ist es dann aber einmal eingeführt kann es auch die Wiederinflationierung des anderen Geldes nicht mehr vom Markt vertreiben. So eine Wiederinflationierung kann nämlich nicht im Rahmen gehalten werden und das wissen die Leute in den Nationalbanken recht genau. Sie wissen ja, dass die großen Geldmengen nicht verschwunden sind. Sie sind nur nicht auf dem Gütermarkt. Würde durch massive Geldvermehrung die Inflation wieder angeheizt, kämen diese Geldmengen aber sofort mit Naturgewalt wieder auf den Markt.

Das ist auch in vielen Ländern der Welt schon passiert und es wird wieder passieren. Nur dem Dollar ist es bisher gelungen durch den Weltreservebonus trotz gewaltiger Geldmengenvermehrung die Inflation im Rahmen zu halten. Der Dollar ist in der ganzen Welt verstreut und wenn diese Leute etwas dafür kaufen möchten, wird sich seine Wertlosigkeit herausstellen. Der Bonus hatte nämlich den Pferdefuß, dass damit im Laufe der Zeit die amerikanische Industrie ruiniert worden ist und keine konkurrenzfähigen Güter mehr erzeugen kann.

Was nun? Raubkrieg oder Gogos für Amerika? Die Wahl sollte eigentlich nicht schwer fallen.

 

Das Ende dieser Welt

Wir leben in der Endzeit. Das ist eine unumstößliche Tatsache nur ist sowohl der genaue Zeitpunkt des Endes dieser Zivilisation und das Ausmaß der Zerstörung unserer Umwelt unbekannt.

Seit dem Ende des Weltkrieges 1945 wurde ein weiterer verhindert aber da die grundlegenden Ursachen, die zu Kriegen führen nicht beseitigt wurden, konnte man an die Stelle eines Weltkrieges nur kleinere Auseinandersetzungen stellen.

Man konnte auch durch die Abschaffung des Goldstandards eine deflationäre Depression als Kriegsursache bisher verhindern. Nun sind aber dadurch die Schulden als auch die ihnen gegenüberstehenden Guthaben so gewaltig angestiegen, dass die Zinsen für diese Schulden nicht einmal annähernd mehr von zahlungsfähigen Schuldnern an die Gläubiger bezahlt werden können. Das Ende der Geldaufblähung ist damit erreicht. Von einer möglichen Rückzahlung der Schulden ist schon lange keine Rede mehr aber jetzt ist man auch schon am Ende der Zinszahlungen durch neue Schulden angelangt.

Das heutige Weltwährungssystem ist am Ende. Die entscheidende Wende passierte etwa 1993. Seither verschwindet das Buchgeld vom Markt und auch das Bargeld findet keine lohnenden Anlagen mehr und wird in Spekulationskassen festgehalten. Weltweit steigt die Arbeitslosigkeit und man beginnt schon Rüstung und Krieg als Konjunkturmotor einzusetzen.

Ob wieder einmal als Ausweg aus der Depression gewählt werden wird einen Krieg zu inszenieren ist trotz der krampfhaften Bemühungen der Führer der letzten und einzig verbleibenden militärischen Supermacht noch nicht endgültig sicher. Es gibt auch schon andere erkannte Wege, wie man die Deflation überwinden kann. Sie werden nur nicht gegangen, weil sie die Macht des Zinsfordernden Geldes brechen würden. Bisher ist es den wenigen wirklichen Nutznießern des heutigen Geldes gelungen selbst das Wissen über diesen anderen Weg zu unterdrücken. Es ist möglich, dass diese Zivilisation untergeht, wie schon viele zuvor, wenn nicht überlebende Inseln für einen Neuaufbau gebildet werden. Die Hoffnung einen Zusammenbruch gänzlich zu vermeiden, schwindet immer mehr.

Deshalb sollte wenigstens in einigen versteckten Tälern der Samen für einen Wiederaufbau gepflanzt werden. Im Zeitalter der Antike gab es solche Täler nicht und auch frühere Zivilisationen gingen unter ohne mehr als Reste von Bauten zu hinterlassen.

Vielleicht gelingt es der Idee des Freigeldes, sich schneller als erwartet zu verbreiten. Dann ist es nicht das Ende der Welt oder dieser Zivilisation sondern nur das Ende des Kapitalismus, das uns bevor steht. Es gibt keinen Zweifel darüber, dass sich Freigeld schnell verbreiten wird, wenn es erst einmal einen ausreichenden Minimal