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German 3

 

 

Inhaltsangabe für German 3

1) Prinzessin Clara und das Geld.

2) Wie stabil war die DM?

3) Gedanken zur Umlaufsicherung.

4)Wie Buchgeld ursprünglich entstand.

5) Auch ein Geld?

6) Der Preis des Geldes!

7) Ist der Index eine Deckung?

8) Gedanken über Handelsspannen und Handelskapital!

9) Gedanken über den Wert des Geldes

10) Der Unterschied!

11) Rostendes Geld.

12) Umlaufsicherung 3% oder 104%?

13) Alternatives Tauschmittel!

14) Was ist eigentlich Zins?

15) Geld, wie es ist und wie es sein könnte!

16) Der dritte Mann!

17) Gedanken über die Ursachen der Geldhortung.

18) Die Geschichte von Jim und Betty.

19) Weltwirtschaftliche Impressionen

20) Das überflüssige Bargeld!

21) Eine Frage an die Anhänger der schleichenden Inflation!

22) Was Gesell über Buchgeld sagt.

23) Was war früher, die Henne oder das Ei?  Was war früher Buchungsgeld oder Bargeld?

24) Voraussetzungen für (alternatives) Tauschmittel.

25) Alte Geschichten! Aber noch lange nicht klar genug gesehen.

26) Gesell und die bereinigte Quantitätstheorie des Geldes.

27) Gedanken über den Wert des Geldes und seine Wirkung.

28) Gedanken über Realitätenbesitz in Canada. (verschwunden)

29) Gedanken über die praktische Umsetzung der Ideen Gesells.(verschwunden(

30) Die Bedeutung von Bargeld.

31) Das „gehortete" Bargeld.

32) Erfolgreiches Freigeld in der Geschichte.

33)Der Traum von einer besseren Welt.

34)Wertbeständiges Bargeld

35)Das Schiff des Geldwesens.

36)Die Waage und das Freigeld!

37)Was genau ist Freigeld?

38)(Lokale) stabile alternative Währungen.

39)Die verflixte Geldmenge.

 

 


1) Prinzessin Clara und das Geld.

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Ein Märchen für groß und klein von Hannes Messenger.

Aus dem Englischen übersetzt von Hans Eisenkolb.

Einmal vor längerer Zeit war ich auf Urlaub in Deutschland und wohnte da in einer uralten Herberge. Eines Abends, ich war gerade eingeschlafen, hörte ich eine feine Stimme , die aus meiner Nachttischlade zu kommen schien und die rief: " Laß mich raus! Laß mich raus!"

Als ich die Lade öffnete, lag da meine Brieftasche und ein Hundertmarkschein war schon fast völlig herausgerutscht und sagte zu mir: "Na, endlich! Warum müßt ihr Menschen uns immer einsperren. Dazu sind wir nicht da!"

Ich war ganz verwundert und fragte: "Wer bist Du denn?"

" Ich bin Prinzessin Clara die 31,415. (einunddreißigtausendvierhundertfünfzehnte) aber du darfst einfach Prinzessin Clara zu mir sagen."

Ich betrachtete den Schein und da war wirklich das Bild einer jungen, hübschen Frau darauf und ich fragte weiter: "Wieso bist Du eine Prinzessin?"

"Weil die Menschen mich lieben. Jedes Mal wenn ich von einem zum anderen wechsle, sehe ich nur freundliche Gesichter."

"Warum willst du fort? Gefällt es Dir nicht bei mir?"

"Du magst ja ein recht netter Mensch sein, aber immer in deiner Brieftasche zu bleiben wird mir langsam langweilig. Ich kann zwar mit dir reden weil du ein Sonntagskind bist und deine Vorfahren bis ins siebte Glied auch Sonntagskinder waren, aber das ist nicht genug. Was meinst du denn, wozu ich eigentlich gemacht worden bin? Ich und meine Brüder und Schwestern sind gemacht worden, damit es die Menchen leichter haben. Ohne mich und meine Verwandten müßten die Menschen, wenn sie etwas tauschen wollten, weit und breit herumsuchen bis sie einen Tauschpartner gefunden hätten, der gerade das braucht, was sie zum Tausch anbieten und etwas hat, was sie brauchen könnten. Mit unserer Hilfe kann aber ein jeder das machen, was er am besten kann und kann das leicht für etwas eintauschen was andere besser machen können ".

. Dann erzählte sie weiter :

"Ich will dir eine Geschichte erzählen, die sich vor langen Jahren zugetragen und die einem entfermten Urahnen von mir, einem Prinz Thaler passiert ist. Er war schon viel in der Welt herumgekommen und hatte schon viele Täusche vermittelt, als er in den Besitz eines Kaufmannes kam. Normalerweise hätte der ihn auch wieder verwendet, um neue Sachen für sein Warenlager zu kaufen, aber zu dem Zeitpunkt ging sein Geschäft gerade nicht sehr gut. Der Kaufmann hatte keine normale Verwendung für ihn und ließ ihn deshalb in der Gesellschaft seiner Brüder in der Kasse. Anfangs war es da ganz nett und sie erzählten sich gegeseitig ihre Abenteuer, wie sie in der Welt herumgerollt waren. Sie waren nämlich silberne Scheiben und manche ihrer Verwandten waren sogar aus Gold, weil damals die Menschen glaubten, daß es so sein müsse.

Prinz Thaler und seine Brüder fehlten aber nun bei der Vermittlung von Täuschen und viele Leute konnten deshalb nicht mehr tauschen. Sie gingen deshalb zum Kaufmann und sagten: " Du hast Prinz Thaler und viele seiner Brüder da nutzlos eingesperrt, wir brauchen sie aber zum Tauschen. Leih sie uns! Wir geben Dir dafür nach einem Jahr für je hundert hundertundfünf zurück". Und so wurde der Zins wieder geboren!

Später fand es aber der Kaufmann zu umständlich immer wegen der paar zusätzlichen Münzen so viel Umtriebe in seinen Laden zu haben. Er beauftragte deshalb einen vertrauenswürdigen Mann damit sich auf eine Bank vor den Laden zu setzen und für einen Prozentsatz der Zinsen, das für ihn zu erledigen. Und so wurden die Banken geboren!

Die Leute konnten jetzt, wenn Prinz Thaler zu Besuch bei ihnen war mit ihm nicht nur tauschen, sie konnten ihn auch, wenn sie ihn nicht gleich brauchten, zu dem Mann auf der Bank tragen und der zahlte ihnen sogar dafür Zinsen. Natürlich nicht ganz so viel als er selber bekam.

All diese Umtriebe hielten aber trotzdem Prinz Thaler und seine Brüder und Schwestern davon ab, ihre Aufgabe, die Tauschvermittlung, reibungslos zu erfüllen. Sie verbrachten viel zu viel Zeit auf der Bank. Es nützte auch nicht viel, daß der Mann auf der Bank allerlei Ersatzmittel erfand ( Banknoten, Wechsel, Girokonten,Kreditkarten). Prinz Thaler und seine Brüder trieben sich überall herum, nur nicht dort wo sie sein sollten, beim Austausch von Waren und Leistungen.

Sie tanzten die Nächte durch auf den für sie errichteten Börsen und entzogen sich dabei ihrer eigentlichen Arbeit aber wehe wenn für die nun auf dem Warenmarkt fehlenden neue Banknoten gedruckt wurden. Da besannen sie sich gleich wieder auf ihre Arbeit in der wirklichen Wirtschaft und die Leute wollten ihren Gegenwert in realen Gütern. Aber jetzt hatte sich das Verhältnis von Waren zu Geld so verändert, daß zu viel Geld auf dem Markt war und deshalb weniger wert war. Und so wurde die Inflation erfunden!

" Hier in Deutschland",erzählte Prinzessin Clara dann weiter," hatten sie nach dem ersten großen Krieg auch so eine Inflation. Die war besonders schlimm, weil der Mann von der großen Bank, die das Geld drucken läßt, glaubte daß man bei Inflation mehr Geld drucken muß, weil die Leute mehr Geld brauchen. Wenn man zu viel Geld druckt, verändert sich aber das Verhältnis zu den Waren und das Geld wird immer weniger wert."

Da unterbrach ich sie ." Prinzessin",sagte ich," jetzt ziehst du mich aber am Bein. So dumm kann doch niemand sein!"

" O, ja", antwortete sie," er ließ sogar so lange Geld drucken, bis es gar nichts mehr wert war. Auch heute wird es in vielen Ländern noch so gemacht. Solange ich und meine Brüder und Schwestern im richtigen Verhältnis zu den mit uns zu tauschenden Waren und Leistungen gehalten werden, bleiben im Allgemeinen die Preise der Güter und Leistungen stabil. Leider war das aber noch nie in der Geschichte für längere Zeit möglich.

Es gibt immer Leute, die so viel Geld anhäufen, daß sie nicht einmal mehr die Zinsen, die sie dafür bekommen, verbrauchen können. Wenn ich so einem in die Hände falle, ist es um mich geschehen. Ich werde nie wieder einen Tausch vollziehen können, weil ich nie wieder in den Waren,Geld, Waren Kreislauf zurückkomme. Ich muß mich wie verrückt im Geld,Zins,Geld Kreislauf drehen. Wenn die Leute dann gezwungen sind für mich und meine Geschwister, die am Markt fehlen, Ersatz zu drucken und der Tanz wieder einmal vorbei ist, bin ich arme Clara bin auf einmal nichts mehr wert."

Sie hatte Tränen in den Augen und tat mir aufrichtig leid und ich dachte darüber nach.

Was kann man dagegen tun? Was passiert, wenn wir für die pflichtvergessene Prinzessin Clara und ihre Brüder Ersatz drucken, haben wir gesehen und daß das nur so lange halbwegs gut geht, als nur wenige aus dem Geld, Zins, Geld Kreislauf in den Warenkreislauf zurückkommen .Wenn nur wenige zurückkommen, wird ihr Verhältnis zum Waren und Dienstleistungsumsatz nur wenig geändert und die Inflation kann jahrelang in leichten Zuckeltrab gehalten werden. Solange die Inflationsrate klein ist, wird unsere Prinzessin Clara manchmal wieder ein Gastspiel in der realen Wirtschaft geben. Erst wenn die zinsheischenden Geldvermögen so weit gewachsen sind, daß niemand mehr die Zinsen bezahlen kann und selbst die Staaten, die jahrelang die Schuldzinsen nur durch neue Schulden zahlen konnten am Rande des Ruins sind, ist der Traum zu Ende.

Wenn wir keinen Ersatz drucken, ist die Geschichte aber eher noch schlimmer. Da bricht die reale Wirtschaft gleich in einer Krise zusammen, weil für die Pflichtvergessenen ja nun nicht eimal mehr Ersatz da ist. Zum schwerfälligen Tauschhandel ohne Geld kann man nicht mehr zurückkehren. Die Leute haben es sich schon lange abgewöhnt als Selbstversorger zu leben und wie könnten sie es zum Beispiel in einer modernen Großstadt tun? Wenn früher eimal das Geld vom Markt verschwand, konnten sich die Leute wenigstens vom eigenen Acker oder den eigenen Tieren ernähren und es gab auch gar nicht so viele Menschen. Heute müssen wir dafür sorgen, daß Prinzessin Clara mit ihren Brüdern und Schwestern ungestört ihre Arbeit tun können, sonst geht es mit uns selber zu Ende.

Nach diesen Gedanken wendete ich mich wieder an Prinzessin Clara und fragte: " Was kann ich tun, damit du nicht weinen mußt?"

" Ich hab' dir doch schon alles erklärt," sagte Prinzessin Clara zum Schluß, " und du solltest wissen, was du zu tun hast."

"Ja," antwortete ich," ich werde mich gleich morgen früh´ von dir trennen, so leid es mir tut und etwas für dich kaufen, damit du weiter arbeiten kannst."

Da wurde aber Prinzessin Clara richtig bös´ und fuhr mich an: " Verstehst du denn überhaupt nichts! Ich weiß doch, daß du mich sowieso bald ausgeben wirst. Du brauchst ja Sachen zum leben und mußt morgen auch die Herberge bezahlen. Nein, du mußt schon mehr tun. Du mußt diejenigen, die mich und meinesgleichen zurückhalten dazu veranlassen uns wieder frei zu geben."

" Wie kann ich das denn tun?" fragte ich.

" Das ist gar nicht schwer" sagte Clara,' du mußt nur verlangen, daß mich der Mann auf der Bank, der uns druckt öfters austauscht und eine Gebühr dafür verlangt, dann werden mich die Leute nicht mehr zurückhalten. Es soll da noch vor der Zeit des Prinzen Thaler einen Stamm der Braktis gegeben haben, die sich auch nicht zurückhalten ließen. Vielleicht kannst Du in alten Büchern herausfinden, wie die es gemacht haben."

Am nächsten Morgen mußte ich mich von Prinzessin Clara trennen, aber es tut mir sehr leid und jedesmal, wenn ich einen Hundertmarkschein bekomme, warte ich darauf, ob er nicht mit mir reden will. Bisher hatte ich aber noch kein Glück. Die Prinzessin Clara muß wohl eine besondere Rolle in ihren Kreis spielen. Das ist schade Ich hab´ noch nicht alles verstanden, was sie mir damals erzählte und habe noch so viele Fragen.

Deshalb habe ich das alles auch aufgeschrieben und vielleicht sollen wir uns gemeinsam überlegen, wie wir Prinzessin Clara und ihren Freunden helfen können. Sie wollen ja gar nicht pflichtvergessen sein.

 

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2) Wie stabil war die DM?

 

Wie uns schon die Tränen der Clara gezeigt haben, war die Deutsche Mark gar nicht so stabil, denn wenn sie seit ihren Bestehen mehr als drei Viertel ihres Wertes eingebüßt hat, kann man wohl nicht von Stabilität reden. Ja, sie war etwas stabiler als der „stabile" Dollar, denn der hat sogar im selben Zeitraum 9/10 seines Wertes verloren, was sich auch in der Veränderung seines Wechselkurses zur DM ausgedrückt hat und natürlich war sie viel stabiler als der Großteil der anderen Währungen der Welt. Die Staaten mit diesen Währungen haben ihre Sparer noch viel mehr betrogen aber Betrug bleibt Betrug.

Wir haben hier zwei kleine Graphiken, deren erste den ständigen Wertverfall der DM seit ihren Bestehen aufzeigt.

Die zweite zeigt den Kaufkraftverlust seit 1980 zu welchen Zeitpunkt eine kaufkraftstabile Verrechnungseinheit eingeführt wurde. Sie ist hier V80 für Verrechnungseinheit 1980 genannt aber im Prinzip könnte man sie auch Talente, Batzen, Credite oder was auch immer nennen. Hauptsache ist die feste Kaufkraft ab einem gewissen Zeitpunkt. Die Kaufkraft dieser Verrechnungseinheit V80 wurde nach dem Lebenshaltungskostenindex stabil gehalten. Das heißt, daß 100 Verrechnungseinheiten 1980 auch im Jahre 2000 dasselbe wert sind und auch in Jahr 2100 dasselbe wert sein werden. Der fiktive Umrechnungskurs am Fuß der beiden Graphiken zeigt die Entwicklung des Wechselkurses nach der Kaufkraftparität. Im Jahr 2000 ist das Verhältnis also 100 zu 166. Das ist der einzige ehrliche Standard für langfristige Verträge. Er würde weder den Gläubiger noch den Schuldner benachteiligen aber selbst für kürzere Zeiträume würde er die Preisgerechtigkeit klarer erkennbar machen.

Während man nun für längerfristige Verträge die Anerkennung durch das staatliche Rechtswesen braucht und diese wohl kaum so schnell herbeiführbar ist, weil der Staat als größter Schuldner ja kein Interesse daran hat, dem Betrug am Sparer Einhalt zu gebieten, ist es für kürzere Zeiträume auch ohne Staat und Rechtsverdreher möglich.

Die gegenseitige Ehrlichkeit ist nämlich sowohl im Interesse des Schuldners, wie auch des Gläubigers. Der Gläubiger wird bei kurzfristigen Schulden weniger Zinsen verlangen oder gar einen zinsfreien Kredit gewähren, wenn er sicher sein kann mit Geld von gleichen realen Wert bezahlt zu werden. Der Schuldner muß zwar damit rechnen, daß er nominell mehr Geld zurückzahlen muß, aber er wird erstens den Kredit leichter bekommen und zweitens weniger oder gar keine Zinsen dafür zahlen müssen. Wie gesagt, gilt das nur für kürzere Zeiträume, wo prozentuell die Summen nicht so bedeutend sind, daß jemand durch einseitigen Ausstieg aus dem geschriebenen oder ungeschriebenen Vertrag sein Gesicht verlieren will.

Bei langerfristigen Geschäftsverbindungen, wo gegenseitiges Vertrauen ein wesentlicher Bestandteil der beiderseitigen Erwartungen ist, braucht man auch heute nicht einen Rechtsanwalt. Ein Handschlag genügt. Hier ist es ja so, daß Verbindlichkeiten in relativ kurzen Zeiträumen abgedeckt werden und wenn jemand da seinen Verpflichtungen nicht haargenau nachkommt, er weiteren Kredit für sich in Frage stellt.

Eine Verrechnungseinheit in dieser Form im Rahmen eines Tauschkreises würde denselben Gesetzmäßigkeiten unterliegen. Schuldner, die da nur deshalb, weil die Schuld nicht einklagbar ist, sich von der Zahlung drücken, haben bald keinen weiteren Kredit mehr und wenn der Kreditrahmen klein genug gehalten wird, gibt es da keinerlei Gefahr einer Nichtzahlung.

Es läßt sich auch sicherlich ein Weg finden zumindest den Teil des Vertrages, der von einer Kaufwertveränderung nicht beeinflußt ist in dem Fall auf DM Basis abzuschließen, wenn es sich um größere Summen und längere Zeiträume handeln sollte, so daß nur ein Teil nicht rechtlich abgesichert ist. Früher oder später sollte es ja auch möglich sein eine ehrliche Regierung zu bekommen, welche die Gesetze gegen eine Indexsicherung verwirft oder womöglich gar ein indexgesichertes Geld herausgibt.

Die Fußleiste zeigt den Wechselkurs der vergangenenen 20 Jahre und ein Tauschkreis oder auch eine Stadt, die so eine Verrechnungseinheit einführen will, muß diesen Wechselkurs laufend bekanntgeben, denn er ändert sich laufend, wenn das Geld der Nationalbank nicht auch kaufkraftstabil gehalten wird.

Diese Veränderung wird, wie die Graphiken zeigen, wahrscheinlich auch weiterhin nur in eine Richtung gehen, es sei denn, der Staat entschließt sich eine Deflationspolitik zu betreiben, wie sie in den Zeiten der Weltwirtschaftskrise in den dreißiger Jahren gemacht wurde.

Diese Gefahr besteht zwar, außer bei einer Wiedereinführung des Goldstandards, kaum, da ist schon eher eine Beschleunigung der Inflation zu befürchten.

Allerdings könnten zu starke Bremsversuche der Nationalbanken auch einmal ins Auge gehen und eine Deflationsspirale auslösen. Der Handlungsspielraum der Nationalbanken ist durch die Riesenschulden aller Staaten sehr eingeschränkt und da sie keinen anderen Weg als Inflation kennen um das Geld in Umlauf zu halten, werden wir wohl weiterhin mit ihr leben müssen. Deshalb sollten lokale Selbsthilfeaktionen zumindest einen Teil der wirtschaftlichen Arbeitsteilung aufrecht erhalten, wenn das dafür notwendige Tauschmittel entweder durch Deflation oder durch zu hohe Inflation seinen Dienst nicht mehr erfüllt.

 

 

3) Gedanken zur Umlaufsicherung.

 

Wenn wir bei unser Beispiel mit der V80 eine Umlaufsicherung von jahrlich 5% einbeziehen, dann ist das zwar verglichen zu den getätigten Umsätzen eine winzige Summe, die vielleicht gerade ein Promille per Umsatz ausmacht. Warum wirkt sie aber trotzdem?

Nun, ich habe mir den Spaß gemacht und habe ausgerechnet, wieviele V80 einem übrig bleiben würden, wenn man die 20 Jahre auf unserer Tabelle nur die V8o Belege beim Verfallsdatum gegen 5% Gebühr für neue umtauscht. Es würden einem von 100 V80 genau 35.84 übrig bleiben. Ich glaube nicht, daß unter diesen Umständen jemand die V80 horten würde auch wenn sie durch ihre Kaufkraftbeständigkeit jetzt immerhin ungefähr 60 DM wert wären.

Längerfristiges Horten ist also kaum empfehlenswert aber andererseits braucht man seine V80 nicht schon am nächsten Tag ausgeben um den geringfügigen Verlust zu vermeiden. Die 5% im Jahr würden gerade genug Druck ausüben, daß diese V80 Belege im Umlauf bleiben aber nicht schon die Annahme verhindern würden, wie es die extremen Gebühren, wie sie ein Irving Fisher vorschlug, täten.

Es ist also gerade bei einer alternativen Einführung ungeheuer wichtig, die Umlaufsicherung nicht zu übertreiben und auch von allen Anfang an die Annahmebereitschaft durch eine Kaufkraftgarantie zu verstärken. Diese Kaufkraftgarantie ist aber nicht nur deshalb wichtig. Sie ist der Garant dafür, daß die Leute auch auf Dauer das Freigeld vorziehen werden und es besonders auch für längerfristige Verträge benützen werden. Tun sie das erst einmal, wird es nicht leicht sein es wieder abzuschaffen oder gar zu verbieten..

Fußnote:

Die durchschnittliche Umschlaghäufigkeit des umlaufgesicherten Wörgler Geldes lag bei etwa 500 mal im Jahr und die Gesamtkosten der Umlaufsicherung betrugen 740.-Schilling. Man kann leicht aus dem geschätzten Gesamtumsatz von 3 Millionen die prozentuelle Belastung errechnen.0.00246.

 

 

4)Wie Buchgeld ursprünglich entstand.

 

Vor den Zeiten der elektronischen Buchhaltung war es üblich, daß die Banken Einlagen und Entnahmen ihrer Kunden auf Sparbüchern vermerkten. Das waren Überbringerpapiere und jeder, der mit so einem Sparbuch zur Bank kam konnte damit im Rahmen gewisser Beschränkungen Geld beheben und natürlich auch einzahlen.

An sich war die Sachlage also ganz klar. Es handelte sich dabei um die Bestätigung eines Guthabens bei der Bank und gleichzeitig das Mittel um dieses Guthaben ganz oder teilweise zu beheben..

Nun war es aber üblich, daß manchmal diese Sparbücher, besonders bei größeren Käufen von Immobilien als Teil der Kaufsumme übergeben wurden. Wenn der Käufer dann fragte: "Wollen sie alles bar, oder nehmen sie auch ein Buch?" war die Antwort meistens zustimmend. Und so war das Buchgeld entstanden .Die Übertragung eines Guthabens wurde als Buchgeld bezeichnet, weil sie ja tatsächlich mit der Übergabe eines Buches verbunden war.

Im Prinzip hat sich an dieser Tatsache auch heute nichts geändert. Jedermann war es damals klar, daß dieses (Spar)buch nur der jeweilige Besitzer benutzen konnte. Er konnte es auch als Pfand für einen Kredit hinterlegen, aber dann konnte er nicht Geld davon abheben. Heute wird anstelle des Sparbuches die Buchung gleich auf einem Konto getätigt. Das ist meistens der einzige Unterschied.

Die Tatsache, daß verschiedene Leute nur nacheinander über das dort verbuchte Geld verfügen können und nicht gleichzeitig wird aber von vielen Buchgeldtheoretikern nicht verstanden.

Die Frage ist nun erstens warum damals Leute dieses (Spar)buchgeld verwendeten und zweitens warum aus dieser einfachen Tatsache eine irrsinnige Buchgeldtheorie entstand und Geldguthaben der Geldmenge zugerechnet werden, wohin sie auf keinen Fall gehören.

Fangen wir mit der ersten Frage an. Es gab verschieden Gründe Sparbücher in dieser Form zu verwenden. Man hatte üblicherweise so ein Sparbuch, wie das Wort schon sagt, als Bestätigung seiner Ersparnisse, die man der Bank zur Aufbewahrung gegeben hatte. Wenn man nun einen größeren Kauf machte, war es einfacher das Sparbuch gleich zu übergeben als das Geld erst abzuheben. Meist war das auch wegen der Sperrzeiten nicht sofort möglich. Immobilienhändler hatten dafür deshalb oft mehrere Sparbücher auf verschiedenste Namen. Es waren ja Überbringerpapiere und die ausstellende Bank übergab jedem, der es vorlegte, die darauf verbuchte Summe Geldes. Man brauchte also die Namen, auf die sie ausgestellt waren, nicht zu ändern. Wenn sie also so ein Buch als Zahlung bekamen, hoben sie in vielen Fällen das darauf verzeichnete Geld nicht ab und verwendeten es selber wieder an Zahlung statt. So lief also "Buchgeld" am Anfang um.

Andere Händler benützten diese Bücher auch als Finanzierungsinstrumente. Es war vorteilhafter ein Sparbuch zu belehnen, als das Geld abzuheben und es anstelle des Kredites zu benützen. Man bekam ja auf dem Sparbuch Zinsen gutgeschrieben, die man wegen der Anonymität nicht als Einnahmen versteuern mußte, während man die Kreditzinsen als Kosten steuermindernd einsetzen konnte.

Der zweite Teil der Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten. Warum glaubten die Wissenschaftler jahrhundertelang, daß die Erde eine Scheibe sei? Warum waren sie noch im vorigen Jahrhundert der Meinung, daß etwas was schwerer als Luft sei nicht fliegen könnte? Das waren einfache technische Fragen bei denen es eigentlich nicht so schwerwiegende Fehleinschätzungen hätte geben dürfen. Beim Buchgeld ist das etwas ganz anderes.

Die Wirtschaftswissenschaft braucht diese Theorie um ihre Unfähigkeit das Geldwesen in Ordnung zu bringen zu verschleiern. Wenn das Buchgeld, das geisterhafte Buchgeld nicht wäre könnten sie ja die Geldmenge steuern und Deflationen genau so verhindern wie Inflationen. Aber da ist es leider. Wir wissen noch nicht einmal ob wir nur die täglich fälligen Verbindlichkeiten dazu rechnen sollen oder womöglich nicht auch die Sparkonten. Niemand bestreitet, daß man auf Kredit auch kaufen kann, aber aus dieser Tatsache heraus Guthabenübertragungen als etwas Körperliches , als Geld, zu bezeichnen reiht sich würdig in die "wissenschaftlichen" Erkenntnisse von Erde als flacher Scheibe und ähnlichen Unsinn ein. Wo ist die Grenze?

Wer steht endlich auf und sagt, daß der Kaiser keine Kleider hat und daß Buchgeld eine Schimäre ist und nichts anderes als Umbuchung von Krediten und Guthaben?

Sozusagen körperloser Umlauf von Bargeld und daß man mit Steuerung der Bargeldmenge allein sowohl Inflation wie Deflation verhindern kann wenn man nur den Umlauf dieses Bargeldes sichert.

Das werden wir wahrscheinlich erst dann hören, wenn es die Praxis von umlaufgesicherten Bargeld an vielen Beispielen gezeigt hat, genau so wie die Hohlwelttheoretiker auch erst stille wurden als der erste Mensch auf dem Mond landete und selbst dann las ich bei einen von ihnen, daß er die Mondlandung anzweifelte, weil sie der wissenschaftlichen Erkenntnis widerspräche, die bei einem Versuch am Strand von Venedig gewonnen worden war, wo man das erste Mal längere Messungen ohne die Hilfe von Lichtstrahlen machte, indem man genaue Holzquadrate so lange aneinanderreihte bis man feststellte, daß die Wasseroberfläche tatsächlich konkav und nicht konvex sei und der Schein trüge, weil die Lichtstrahlen den Magnetlinien folgen und deshalb gekrümmt seien.

Es war in den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts, als ich das las aber ich habe leider vergessen, wann dieses berühmte Experiment in Venedig stattgefunden hat.

Man sieht also, daß manche Theorien ein zähes Leben haben und so wird die Buchgeldtheorie wohl auch noch lange unter uns weilen.

Also zusammenfassend noch einmal: Geld guthaben können als Zahlung nur einmal durch ihre Übertragung an den Erbringer einer Leistung verwendet werden. Erst wenn dieser die Übertragung erhalten hat, kann er sie wiederverwenden, also nur einer nach dem anderen und nicht gleichzeitig wie es uns manche Buchgeldtheoretiker weis machen wollen. Es ist genau so wie bei einem Geldschein. Der kann sogar noch viel schneller weitergegeben werden, als das sogenannte Buchgeld weil bei dem ja Buchungen gemacht werden müssen und eine Bank zwischengeschaltet werden muß. Auch hier ist normalerweise jede Weitergabe als Zahlung mit einer Gegenleistung verbunden. So wird ein und derselbe Geldschein oftmals als Zahlungsmittel gebraucht und niemand käme auf die Idee zu glauben, daß er sich dadurch wundersam vermehrt hätte und jedem ist es klar daß jeder nur durch eine Gegenleistung in den zeitweiligen Besitz so eines Scheines gekommen ist. (Raub, Erpressung, Diebstahl und ähnliches wollen wir als relativ bedeutungslos hier ausschließen auch wenn uns dabei die Libertären nicht ganz zustimmen werden). Wie dieser Schein ursprünglich auf den Markt gekommen ist mag ja ein recht interessantes Thema sein, aber die Tatsache, daß dies nur durch einen einzigen Vorgang erfolgt ist, welcher durch die vielen folgenden durch ihn ermöglichten Leistungsaustäusche zur Bedeutungslosigkeit verblaßt, ist von wirklich schwerwiegender Bedeutung. Jeder neu und zusätzlich in den Markt geschleuste Geldschein wirkt vielfach.

Wie ist es aber nun mit dem Kredit? Es sollte uns nun doch klargeworden sein, daß sich das gesamte Kreditvolumen durch Kreditübertragungen nicht verändert und daß jemand sein Guthaben bei einer Bank nur einmal übertragen kann und auch die Bank es nicht zehn mal gleichzeitig tun kann, wie es uns die Märchenerzähler von Buchgeldtheoretikern erzählen, für welche die Geldschöpfungsmöglichkeit der Geschäftsbanken eine unumstößliche Glaubensfrage ist.

Die Grundlage des Kredites sind Gelder auf deren Benützung für Konsumzwecke jemand zeitweilig verzichtet und sie einer Bank zur Weiterverwendung überläßt. Er hat damit das Verfügungsrecht zeitweilig aufgegeben. Im Falle von Giralgeld nur für kurze Zeit, im Falle von Sparkonten für längere Zeit. Die Bank kann nun diese ihr anvertrauten Gelder weiterverleihen - aber nur einmal, nicht mehrfach, wie uns weisgemacht werden soll. Im Falle von Giralgeld kann sie es sogar nur zum Teil tun, weil sie ja damit rechnen muß, daß dieses Geld sehr schnell abgezogen wird.

Ja, da handelt es sich um Riesensummen gegen welche die Bargeldmenge eines Währungsraums bescheiden anmutet, aber sie sind nicht Geld sondern Geldguthaben. Dabei üben besonders die Sparguthaben keinerlei Tauschmittelfunktion aus und auch die Tauschmittelfunktion des sogenannten Giralgeldes wird weit überschätzt und wenn bei deflationären Preisrückgängen das Bargeld vom Markt verschwindet, gilt das für das Buchgeld in noch viel größeren Ausmaß. Weit davon entfernt das verschwundene Bargeld zu ersetzen, zieht es sich sogar noch früher vom Markt zurück und die Girokonteninhaber verwandeln diese in Sparkonten oder zinstragende Anleihen und ähnliches.

 

 

5) Auch ein Geld?

Jetons in einem Spielkasino sind für Spieler und Kasino innerhalb des Kasinos auch Geld, welches frei konvertierbar ist. Wie schnell dieses Geld umläuft ist nur deshalb von Interesse für das Kasino weil nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung jeder Umsatz ihm einen Gewinn bringt, während das Interesse des Spielers am Umsatz daran liegt, daß er mit jedem Umsatz auch die Möglichkeit hat etwas zu gewinnen.

Wie schnell dieses Geld im Kasino umläuft hat keinerlei Einfluß auf die Preise außerhalb des Kasinos, genau so wie der Geldumlauf innerhalb der Börsenkasinos Einfluß auf die Preise in der Wirtschaft außerhalb hat.

Erst wenn jemand Gewinne wieder in normales Geld umtauscht (also so etwas wie Gewinnmitnahmen macht) und dafür dann etwas kauft sind sie wieder Bestandteil der wirksamen Geldmenge.

Was aber war vorher passiert? Da hat jemand Teile der wirksamen Geldmenge, anstatt damit etwas zu kaufen oder es auf die Bank zu bringen, wo jemand anderer sie hätte ausleihen können, der wirksamen Geldmenge entzogen und sie in Jetons verwandelt. Dieses fehlende Geld hatte schon einen Einfluß auf die Preise, denn es war ja fehlende Nachfrage. Es fehlte auf dem Markt so lange bis nicht irgendwelche Gewinner ihre Jetons wieder eintauschten und damit auf dem Markt etwas kauften.

Die Kasinobesitzer gebrauchen selbstverständlich das für die Jetons eingenommene Geld auch teilweise , um damit etwas zu kaufen. Meistens sind das aber nur neue Kasinos, die ihrerseits wieder Geld ansaugen. Einiges wird auch für Anreize an die Spieler ausgegeben und fürs Personal.. Tatsächlich wird in den richtigen Kasinos sogar mehr Geld auf diese Weise wieder freigegeben als in den Börsenkasinos, wo bei Hausse fast alles im internen Umlauf bleibt und in Form von Wertpapieren (Börsenjetons) dort umläuft.

Im Gegensatz zu den richtigen Kasinos ändert sich auch der Wert der Jetons und so lange ihr Wert steigt, werden sie nur immer wieder investiert und verlassen so die Börse nie.

In einem richtigen Kasino tauscht jeder Spieler beim Verlassen des Kasinos seine übriggebliebenen oder gewonnenen Jetons wieder gegen richtiges Geld um. Ein richtiger Spieler kauft allerdings dafür nichts sondern trägt es am nächsten Tag oder an einem der nächsten Tage wieder ins Kasino zurück. Damit ähnelt er sehr dem Spieler im Börsenkasino, nur nimmt der sein Geld fast nie heraus und investiert seine Gewinne nur immer wieder in „sichere" Sachen, wie z.B. Bre-X, wo eine Menge Gold nur darauf wartet ausgegraben zu werden. Und wie war das doch mit einem der größten Moneymarketfunds der Nachkriegsjahre aus den Staaten? Ich habe den Namen vergessen, nur daß ein deutscher Minister da mit verwickelt war. Ein canadischer Realitätenfund kommt mir auch in die Erinnerung, wo sich viele Lehrer die Finger verbrannten, aber das sind wohl alles alte Sachen.

Jetzt wäre es eventuell interessant diese Internetbuchhandlung zu beobachten, die in der kurzen Zeit ihres Bestehens nie einen Gewinn erzielte aber deren kapitalisierte Aktien nun mehr wert sind als die von größten Handelsketten. Wie war das doch auch mit dem Hedge Fund der beiden Nobelpreisträger?

Das sind doch wohl alles gute Wertpapiere? Die müßten sich doch gut eignen für eine Währungsdeckung a la Hayek? Wie heißt doch schnell der Fund von George Soros? Na ja, jedermann weiß ja, daß 1929 nie mehr möglich wäre, nur wenn man fragt: „Warum nicht?" bekommt man keine Antworten.

 

 

6) Der Preis des Geldes!

 

Immer wieder wird in der Diskussion der Preis des Geldes angeführt und niemand stellt klar, was damit eigentlich gemeint ist. Die Verwirrung ist so groß, weil man wohl alles andere mit einem Preis in Geld ausgedrückt mit eben diesem Geld kaufen kann aber was ist nun der Preis des Geldes selber?

Da werden drei völlig verschiedene Dinge damit bezeichnet und damit ist die Verwirrung vollkommen und niemand weiß mehr wovon der andere redet.

1) Der Zins wird manchmal als der Preis des Geldes bezeichnet. Das ist die falscheste Defination. Zins ist es, was man für Leihkapital zahlt oder bekommt. Sozusagen die Miete für Geld. Es ist also der Mietpreis des Geldes und nicht der Preis des Geldes selber.

2) Der Wechselkurs, also der Preis einer Währung ausgedrückt in einer anderen Währung wird auch als der Preis des Geldes angesehen und zu einem gewissen Ausmaß ist er das auch aber nur für einen Devisenhändler.

3) Die Inlandkaufkraft des Geldes gemessen an einem Index wird in einer Art Umkehrschluß auch manchmal als der wahre Preis des Geldes angesehen und mit etwas semantischer Vergewaltigung ergibt das auch einen gewissen Sinn. Der Preis des Geldes wird da in Warenquantitäten gemessen. Es ist so ähnlich wie beim Wechselkurs wo der Preis eines Geldes durch ein anderes ausgedrückt wird. Hier wird der Preis des Geldes durch ein Warenpaket ausgedrückt. Das macht irgendwie auch einen Sinn, trägt aber sicherlich noch mehr zur Verwirrung der Begriffe bei.

Abschließend wäre deshalb zu bemerken, daß man, wenn man den Begriff „Preis des Geldes" verwenden will man genau sagen soll was man wirklich damit meint oder sonst diesen Unsinnsbegriff erst gar nicht verwenden.

Im normalen Sprachgebrauch ist der Preis eine Summe Geldes, die für ein Gut verlangt wird. Man kauft etwas, wenn man Geld für etwas gibt und verkauft etwas wenn man Geld für etwas bekommt. Alle anderen Anwendungen sind nutzlos verwirrend.

Also 1) Zins ist der Mietpreis für Leihgeld und nicht der Preis des Geldes.

2) Den Preis einer Geldes ausgedrückt in einem anderen ist der Wechselkurs und so soll man es auch bezeichnen.

3) Man soll nicht als Preis bezeichnen was in Waren ausgedrückt wird. Das ist die Kaufkraft des Geldes und der Begriff ist klar genug.

 

 

7) Ist der Index eine Deckung?

 

Es werden die verrücktesten Ideen für eine angeblich nötige Deckung des Geldes vertreten. Die älteste davon ist, das Geld ein Warengeld sein soll mit einem inneren Wert, wie eine Gold oder Silbermünze. Dabei ist es gerade der Gebrauch als Tauschmittel, der Gold und Silber erst seinen hohen Wert gibt, wie der Preisverfall von Silber nach seiner Demonetisierung beweist.

Warengeld ist an sich schon eine Wortkonstuktion, die deshalb völlig irreal und unreflektiert ist, weil da Ware, ein Gut, welches den Markt nur einmal betritt und ihn dann nach Durchgang des Handelsweges als Gebrauchsgut verläßt mit Geldcharakter versehen wird. Geld ist aber ein Gut, welches als Tauschmittel, wenn auch mit wechselnden Besitzern auf dem Markt bleibt. Es wird in der Regel nicht seiner selbst willen in Zahlung für Güter und Leistungen angenommen, sondern weil man mit ihm die Güter und Leistungen anderer erwerben kann.

Die Herausgabe von Banknoten wurde ursprünglich nur als stellvertretend für das als Pfand hinterlegte Gold betrachtet und noch heute vertreten manche Leute - darunter auch Ökonomen - so ein veraltetes System, weil sie der irrigen Anschauung sind, daß Gold ein unveränderlicher Wertmaßstab sei. Diese uralte Illusion hat sich noch immer erhalten, weil die Leute jahrelang beobachteten, daß sich der Preis des Goldes nicht änderte während alle anderen Preise schwankten. Daß der Preis des Goldes als einziger Preis ja festgelegt worden war im sogenannten Goldstandard und sich deshalb nicht ändern konnte, kam ihnen nicht zum Bewußtsein. Deshalb erzielt auch heute noch Gold einen wesentlich höheren Preis als sein Gebrauchswert allein erzielen könnte. Es wird noch immer als Wertmesser angesehen und als Deckung, zumindest teilweise als Deckung von Geld.

Tatsache ist aber, daß Geld keine andere Deckung braucht als die Waren und Dienstleistungen, die man dafür kaufen kann. Das Verhältnis von Geldmenge multipliziert mit der durchschnittlichen Umlaufgeschwindigkeit zu den damit bewegten Warenströmen ist alles was dem Geld seinen Wert gibt. Zu viel Geld (G x U) und es gibt eine Inflation, d.h. das Geld wird weniger wert. Zu wenig Geld und es gibt eine Deflation. Das ist alles. So einfach ist in Wirklichkeit die Sache.

Und der Index? Der ist nichts anderes als ein Thermometer, mit dem man die Bewegungen des Preisstandes messen kann, wie man mit einem Thermometer die Temperatur messen kann. Wie der Thermometer keinen Einfluß auf die Temperatur hat, hat auch der Index keinen Einfluß auf die Preise. Er ist also keine Deckung.

Wenn jetzt jemand kommt und will anstelle eines Indexes von Waren und Dienstleistungspreisen eine Größe wie einen Aktienpreisindex nehmen, der sich unabhängig vom allgemeinen Warenpreisstand verändert und will damit die Geldmenge regulieren, ist er auch auf einen Deckungswahn hereingefallen. Es wäre damit unmöglich das Geld ohne Inflation oder Deflation stabil zu halten. Steigt nämlich der Preis dieses Aktienpaketes, würde das ein Steigen des Geldwertes bedeuten. Das ist aber nur mit reziproken Sinken der Warenpreise vereinbar. Das ist aber Deflation.

Sinkt der Preis dieses Aktienpaketes, hat man den umgekehrten Fall. Wenn nach diesem Standardgeldvorschlag das Geld durch so ein Aktienbündel „gedeckt ist, fällt also dann der Wert des Geldes. Fallender Wert des Geldes bedeutet aber steigende Warenpreise. Also Inflation!

Nun ist gar nichts dagegen einzuwenden wenn jemand so ein Aktienbündel als private Investition hält, denn er trägt ja auch das Risiko, daß es einmal nicht im Preis steigt. Es aber als Deckung des Tauschmittels Geld zu verwenden, ist erstens, wie schon angeführt nicht mit Stabilität des Geldes vereinbar. Stabilität heißt nämlich weder Inflation noch Deflation. Im schlechtesten Fall würde es zur Deflation führen, was auch nicht unbedingt im Interesse der Inhaber dieser Aktien ist, obwohl sie ja durch deren Preissteigerung immens gewinnen würden, denn wenn die Nationalbank solche Aktien als Deckung kaufen würde müßte diese gewaltige zusätzliche Nachfrage nach ihnen ja zu einer Preisexplosion führen. Das würde sie vielleicht anfänglich recht freuen, aber womit würden die Nationalbanken wohl diese Aktien kaufen? Erraten!

Im besten Fall würde es, wenn das Aktienpaket seinen Preis nicht verändert keinen Einfluß auf den Geldwert haben und im zweitschlechtestem Fall bliebe es wie bisher und die Inflation geht weiter und der reale Gewinn aus so einem Aktienpaket kann sich dann überraschend schnell verflüchtigen, wenn die Inflation zu galoppieren beginnt.

Und zum Abschluß noch einmal: Es gibt Geld, es gibt Ware und es gibt Kredit und das sind drei verschiedene Dinge.

 

 

8) Gedanken über Handelsspannen und Handelskapital!

Da will ich zuerst einmal zwei Geschichten erzählen, die ein bezeichnetes Bild auf die Handelsspannen werfen. Handelsspannen sind ein Thema über das niemand gern redet. Der Kaufmann möchte sicherlich nicht darüber reden, weil sein Kunde dann versuchen würde in seinem Fall diese Spanne bis zum Nullpunkt zu reduzieren und der Kunde ist meistens ohnehin recht unbedarft und hat reichlich wenig Ahnung von wirtschaftlichen Fragen, selbst wenn er ein „Wirtschaftssachverständiger" ist.

Die erste Geschichte ist eine Bemerkung, die ein sozialistischer Arbeiter mir gegen über machte, die ich für so kurios hielt, daß sie mir Jahre in Erinnerung blieb.

Ich hatte damals einen Schmuckgroßhandel und der junge Mann hatte gerade einen Ring für seine Freundin bei mir gekauft und zwar um 20% unter den handelsüblichen Ladenpreis. Er wollte dann aber herausfinden wieviel ich nach diesen Preisnachlaß noch immer verdient hatte und fing eine Debatte mit mir an, in der er die moralische Berechtigung eines Kaufmannes anzweifelte mehr für etwas zu verlangen als er selbst dafür bezahlt hatte.

Ich war derart perplex von dieser Argumentation, daß ich erstens einmal im Geist nachrechnete, wieviel ich an dem Ring nun tatsächlich verdient hatte. Es waren bei damals 36% Mehrwertsteuer für Luxusartikel, die ich nun aus eigener Tasche bezahlen mußte und einem Kaufpreis vom 1000 Schilling minus 20% also 800 Schilling gerade 148 Schilling. Ich band ihm das natürlich nicht auf die Nase, sonst hätte er womöglich versucht das auch noch abzuhandeln. Da hatte ich also tatsächlich an diesem Geschäft 18% verdient.

Dafür war ich das Risiko eingegangen, daß meine Wiederverkäufer davon Wind bekommen könnten, daß ich sie unterbiete und sauer geworden wären und daß zweitens das Finanzamt angezweifelt hätte, daß ich den bewußten Ring tatsächlich als Barverkauf für den Großhandelspreis verkauft hätte. Verständlicherweise machte ich solche Geschäfte späterhin nur unter äußerster Provokation.

Oh, ja, fast hätte ich es vergessen, die handelsübliche Spanne war gigantische 100% von unten oder 50% von oben und jeder Detaillist, der davon abwich konnte mit baldigen Besuch von der Steuerfahndung rechnen. Er war für wahrhaft bescheidenen Gewinn zum Steuereintreiber für den Fiskus geworden. Ich hätte übrigens bei dem großartigen Geschäft nur mehr 40 Schilling verdient, wenn ich anstelle der 500 Schilling Erlös die tatsächlichen 800 angegeben hätte.

Und der sozialistische Knabe meinte dann noch, daß jeder Kaufmann ein Betrüger sei, wenn er mehr für etwas verlangt als was er selber dafür bezahlt hat. Doch nun zur zweiten Geschichte.

Paul war ein selbständiger Unternehmer in Okanagan, einem Tal in B.C.Canada welches weltberühmt für Pfirsiche, Äpfel und Wein ist. Er hatte da eine kleine Farm, wo er Kirschen, Pfirsiche und Melonen zog. Er bewirtschaftete die kleine Farm ganz allein seit seine Frau gestorben war und verwendete nur für die Ernte Wanderarbeiter. Seine einzige Tochter arbeitete als Krankenschwester in der Stadt an der Westküste in der ich auch lebte.

Paul war sehr stolz auf seine Melonen und hatte in jahrelanger Arbeit eine seltene Sorte durch alle Kinderkrankheiten gepflegt. Nun hatte er endlich einmal eine gute Ernte, aber der einzige der Interesse daran hatte war der Einkäufer einer Lebensmittelkette. Überall hatten Billigimporte aus Mexiko und den Bananenrepubliken den Preis verdorben. Der Mann drückte seinen Preis auf drei Cent pro Pfund und da blieb ihm nicht viel, nachdem er die Wanderarbeiter bezahlt hatte.

Die Melonen waren seine letzte Ernte gewesen und wie jedes Jahr fuhr er nun seine Tochter und die Enkelkinder besuchen. Wie immer brachte er auch Geschenke mit und eines dieser Geschenke war ein Baseballschläger für seinen Enkel. Er war gerade in unserer Stadt angekommen aber bevor er zu ihnen ging machte er noch einen kurzen Stop bei einer Filiale der Handelskette, der er seine Melonen verkauft hatte, um einige Lebensmittel einzukaufen. Da sah er einen großen Tisch „seiner" Melonen dort angeboten mit dem stolzen Preis von 60 Cent das Pfund.

Verständlicherweise drehte er da durch, holte den Baseballschläger und verarbeitete die Melonen zu Schalen und Matsch. Niemand traute sich dem wildäugigen Mann mit seinem Schläger Einhalt zu gebieten und bis ihn die herbeigerufene Polizei dann abführte, hatte er sein Werk vollbracht. Ich weiß nicht, was ihm die Sache später gekostet hat, aber ich kann verstehen, daß ihm das im Augenblick der Tat keinen Gedanken kostete.

Das sind nun zwei extreme Beispiele von Handelsspannen, aber sie zeigen beide etwas ganz klar. Der Mann mit dem Geld bestimmt weitgehendst den Preis. Extreme Inflation ausgeschlossen, wo das Geld genau so seine Funktion als Tauschmittel verliert wie es das bei Deflation tut, hat das Geld die Vormacht gegenüber den Waren. Besonders gegenüber leicht verderblichen Waren und Waren wo nur wenige Käufer vorhanden sind, wie bei Paul mit seinen Melonen.

Hat sich ein Kaufmann aber dann von seinem Geld getrennt, ist er nun derjenige, der am kürzeren Hebelarm sitzt und hier ist die handelsübliche Spanne sein einziger Helfer.

Der Konsument kennt die Höhe der Spanne meistens nicht und er hat auch ein ganz anderes Verhältnis zur Ware. In seiner Hand verliert sie ja den Warencharakter und wird verbraucht oder gebraucht. Er möchte sie nur möglichst billig bekommen.

Das will zwar der Kaufmann auch. Billig kaufen und teuer verkaufen ist seine Parole. Er hat aber nur ein einziges Interesse an der Ware. Das ist ihr Wiederverkaufswert. Wenn die Ware unverkäuflich ist, hat sie für ihn keinen Wert. Da mag sie noch so billig sein.

Das klingt nun alles recht einfach und banal aber in Wirklichkeit ist hier ein höchst kompliziertes Netz von Wechselbeziehungen am Werk. Ein Kaufmann muß damit rechnen können, daß seine Handelsspanne groß genug (nicht unbedingt so groß wie bei den Melonen) ist um ihm auch Verkäufe mit Verlust zu erlauben und auch die Abschreibung von Ladenhütern. 5% Ladenhüter sind selbst bei Hochkonjunktur nicht außergewöhnliches und bei einem Konjunktureinbruch oder gar bei einer Depression kann unverkäufliche Ware Ausmaße annehmen, die sich unsere von langer Konjunktur verwöhnten Leutchen nicht erträumen können.

Bleiben wir aber vorläufig ruhig bei nur 5% Ladenhütern und da werden die unzähligen Leute, die versucht haben den Sirenenklängen vieler sagenannter „Networker" zu folgen nur leise lächeln, wenn ihnen das Lachen nicht schon vergangen ist. Nun, das hieße, daß eine Spanne von 5% einen Verlust von allen Kosten und Spesen, die mit jedem Handel verbunden sind. Reicht da eine Spanne von 10%, 20%, oder 50%? (Wir rechnen der Einfachheit halber immer vom Verkaufspreis.) Bei welcher Höhe der Spanne, fangen die Anbieter verkäuflicher Ware dann an andere Verkaufswege zu suchen?

Wenn, wie es in Europa üblich ist, die Umsatzsteuer oder Mehrwertsteuer im Verkaufspreis enthalten ist und angenommene 20% beträgt, ist da einschließlich der ebenfalls angenommenen 5% Ladenhüter 25% Spanne schon für Kosten beschlagnahmt. Ladenmiete und Personalkosten einschließlich der Lohnnebenkosten und sonstiger Betriebskosten, kann man in den meisten Fällen auch mindestens mit 15% ansetzen. In Einkaufszentren ist das oft wesentlich mehr. Da sind wir also schon auf 40% gekommen und die stolze Handelsspanne von 50% schaut auf einmal gar nicht mehr so gut aus. 10% Ladenhüter, was noch gar nichts Ungewöhnliches ist und dann sind nicht einmal mehr 5% Kassenskonti drinnen, denn schließlich betreibt man den Handel ja nicht als Beschäftigungstherapie. Es soll ja etwas übrig bleiben außer Ladenhütern.

Nun kommt aber ein anderes Problem auf unseren Kaufmann zu. Er ist also gezwungen eine Handelsspanne von mindest 50% einzukalkulieren, wenn er einen Gewinn erzielen will. Das heißt aber, daß dieselbe Ware beim Großhändler nur die Hälfte kostet und beim Fabrikanten noch weniger. Wenn wir nur eine Großhandelsspanne von 30% annehmen, die in manchen Branchen durchaus noch realistisch ist, kostet ein Artikel von 1000 Mark ab Fabrik dann nur 350 und dabei hat niemand enorme Gewinne gemacht außer dem Staat, der da normalerweise seinen Obolus von fast 50% kassiert.

Bei dieser Sachlage wird die Versuchung gigantisch, den normalen Handelsweg zu verlassen und direkt ab Fabrik zu kaufen und so sind der Erhöhung der Handelsspanne Grenzen gesetzt. Nur einer sieht diese Grenzen nicht. Der Staat und seine Diener.

Das alles ist aber die Sachlage bei guter Konjunktur. Bei schlechter braucht man schon einen guten Polster um längere Zeit der Pleite zu entkommen. Ja so ist es beim Handelskapital, dem ältesten und ursprünglichen Kapital. Wie schaut es wohl beim Sachkapital aus? Im Grunde genommen noch schlimmer. Da muß man mit derartig langen Zeiträumen rechnen, daß man mit höchster Wahrscheinlichkeit einmal in eine Flaute gerät und was bringt dann das schönste Miethaus, wenn man keine Mieter findet? Oder die schönste Fabrik, wenn man die Produktion nicht verkaufen kann?

Die einzigen, die sich da etwas absichern können sind die Händler mit Geld, aber auch die sind nicht gar so sicher. Es hat schon genug Bankzusammenbrüche gegeben.

Das Handelskapital kann seine Vormachtstellung nur ausüben, wenn es liquid in Geldform ist, als Warenlager ist es von der Konjunktur abhängig. Ähnlich geht es aber auch den Händlern mit Geld. Ist es erst einmal verliehen ist es besser sie kommen in keine Bargeld oder „Cashflow" Klemme. Von den Schuldnern bekommen sie das nötige Kleingeld nämlich nicht so schnell zurück und manchmal werden diese Schulden extrem faul.

 

9) Gedanken über den Wert des Geldes

 

Da sich die Wirtschaftswissenschaft ja nicht einmal einig ist, was überhaupt zur Geldmenge gerechnet werden kann, geschweige denn was seinen Wert bestimmt, möchte ich das einmal an einem sehr engbegrenzten Geldbegriff untersuchen. Ich rechne zur Geldmenge nur Banknoten und Münzen (legal tender) die im Auftrag einer Regierung von einer Zentralbank herausgegeben werden und lasse alle Geldsurrogate vorerst beiseite in unserer Untersuchung. Diese Geldmenge ist im Nationalbankausweis bis auf den letzten Cent genau nachlesbar.

Dann nehmen wir die Quantitätsformel des Geldes und zwar die für diesen Zweck völlig ausreichende Formel MV = PT wie sie Irving Fisher verwendete, wobei M die Geldmenge, V die Umlaufgeschwindigkeit, P den allgemeinen Preisstand und T alle mit Geld getätigten Güter und Leistungsübertragungen (transfers) darstellt.

Da wir ja nach dem allgemeinen Preisstand fragen, der gleichzeitig der Wert des Geldes ist, müssen wir P auf einer Seite der Gleichung isolieren und damit kommen wir auf die Formel P = MV

                                                                                  T  

Das heißt also, daß sich der allgemeine Preisstand (oder der Wert des Geldes) aus dem Verhältnis von umlaufender Geldmenge zu den mit einem bestimmten Preis umgesetzten Gütern ergibt. Einfach und klar und ohne wenn und aber.

Da Irving Fisher mit seiner Formel nur eine vollendete Tatsache feststellt, sollten wir vielleicht besser sagen: „Der Wert des Geldes hat sich aus den Verhältnis von Geldmenge mal Umlaufgeschwindigkeit und dem Güterstrom ergeben."

Das genügt für den Zweck unserer Untersuchung auch,denn wenn wir wissen was den Wert des Geldes bestimmt, haben wir ja die Frage beantwortet.

Welche Rolle die Geldsurrogate wie Giroüberweisungen, Handelswechsel, Cashcards oder Kreditkarten dabei spielen und ob man sie der Geldmenge zurechnen soll oder sie als körperlosen Umlauf von Geld ansieht ist hier von untergeordneter Bedeutung und eine fiktive „Deckung" des Geldes spielt nur dann eine Rolle, wenn sie direkt oder indirekt die Geldmenge beeinflußt.

Für den Zweck Bewegungen des Geldwertes also Inflation oder Deflation zu untersuchen ist diese Formel allerdings nicht geeignet. Da muß man T durch W ersetzen, welches nicht einen vollendeten Transfer darstellt sondern einen potentiellen, nämlich das Waren und Dienstleistungsangebot. Die Gleichung verliert dadurch allerdings eine fixe Größe, aber die wirksamen Kräfte können trotzdem klar erkannt werden und als periodische Gleichung auch einigermaßen berechnet werden. Wesentlich ist hier, daß man damit auch die nicht verkauften Waren (bei unrealistischen Preiserwartungen und nicht erbrachte Leistungen (Arbeitslosigkeit) mit einberechnen kann.

Abschließend soll aber noch festgestellt werden, daß die Quantitätsformel des Geldes nichts anderes ist als eine Abwandlung des uralten Gesetzes von Angebot und Nachfrage. Silvio Gesell hielt diese mathematischen Spielereien deshalb für nicht so wichtig, weil ja durch seine Reformvorschläge die schwankende Größe U (oder V in der englischen Version) eine feste Größe wird und damit die alte Formel auch Gültigkeit hat. Diese alte Formel lautet P = G:W und ist die ursprüngliche Quantitätstheorie des Geldes.

 

10) Der Unterschied!

Da schrieb einmal jemand, der von Freigeld gehört hatte, daß eine Umlaufsicherung eine rasende Umlaufgeschwindigkeit des Geldes verursachen würde und die Banken eigene Hallen bauen müßten um die Bargeldmengen umzuschaufeln. Was würde aber wirklich das Resultat sein? Nichts anderes als daß alles Geld so schnell umlaufen würde als das Geld eines Arbeiters es jetzt tut. Jeder, der nur so viel Geld in die Hand bekommt, als er für den Eintausch gegen seine Lebensnotwendigkeiten braucht, muß es wieder ausgeben und kann es deshalb nicht horten. Das Wenige, welches er vielleicht auf die hohe Kante legen kann für die Zeiten, wo er eventuell arbeitslos oder arbeitsunfähig ist, fällt dabei kaum ins Gewicht.

Nun ist aber das meiste Geld nicht in den Händen von Leuten, die es für ihren Lebensunterhalt brauchen und dieses Geld und die Tatsache, daß es mindestens 95% der Geldmenge sind, wird von der Wirtschaftswissenschaft nicht beachtet. Sie bedenkt nicht, daß Geld bei denen nicht als Tauschmittel sondern als Machtmittel gebraucht wird.

Diese 95% werden nur investiert, wenn mindestens 3% Nettorendite herausschauen und werden als Handelskapital nur dann gegen Waren eingetauscht, wenn der Warenanbieter schon derart in Verlegenheit gebracht worden ist, daß er einen Preis akzeptieren muß, der beim Wiederverkaufe genug Luft für einen Profit läßt. Daß dies selbst in Zeiten guter Konjunktur so ist, versteht jemand, der nie ein Händler war, kaum. Geld wir doch nicht gehortet, meinen sie, weil man dabei ja auf den Profit der Anlage in zinsbringende Anlagen verzichten müsse. Das stimmt auch, solange es zinsbringende Anlagen gibt oder Waren zu kaufen, deren Wiederverkauf einen Gewinn verspricht. Gibt es die aber, wenn die Preise fallen?

Wenn die Preise steigen (also das Geld weniger wert wird) schaut es allerdings so aus als ob das herkömmliche Geld in den Händen derjenigen, die 95% der Geldmenge kontrollieren, diese Macht nicht ausüben könnte. Sie wird aber trotzdem ausgeübt und solange nicht galoppierende Inflation das Geld als Tauschmittel ungeeignet macht, wird diese Macht über das Tauschmittel Geld beim Einkauf der Händler trotzdem einen Preis der Waren erzwingen, der genug Spanne läßt um auch Inflationsverluste auszugleichen. Im Falle von Verleih hat es auch noch genügend Macht, um eine zusätzliche Inflationsprämie auf den Zins zu verlangen.

Damit wird aber der Zinseszinsmechanismus, der das Geld von den Armen, die es als Tauschmittel brauchen zu den Reichen, die es nur als gewinnbringende Anlage verwenden wollen, befördert, immer virulenter.

Wir sehen es jetzt wieder einmal sehr deutlich, daß die Schulden der Staaten bei denjenigen, die Geld zu verleihen haben unbezahlbar geworden sind und sie deshalb nicht mehr genügend Mittel haben, die übelsten Auswirkungen des Systems auszugleichen.

Die Regierungen der meisten Staaten haben es daher schon lange aufgegeben etwas Grundlegendes gegen dieses System zu tun und dienen nur mehr den Drahtziehern im Hintergrund als Schutzwall, wobei alles, was diesem System gefährlich werden könnte, wie die richtige Erkenntnis der Zusammenhänge, schon im Keim erstickt wird. Das gesamte Erziehungswesen wurde der Erhaltung des Status quo untergeordnet und es bedarf schon einer großen Widerstandskraft, um den Bildungsweg ohne dauernde Schäden zu durchlaufen. Einsicht in wirtschaftliche Zusammenhänge, welche die Grundlage der menschlichen Existenz sind, wird nicht vermittelt und eine Auseinandersetzung mit bahnbrechenden neuen Ideen von Außenseitern findet nicht statt.

Eines der besten Beispiele dafür sind die Ideen von Silvio Gesell. Obwohl so emminente Volkswirtschaftler wie Irving Fisher und Maynard Keynes zugeben mußten, daß sie von ihm lernten, scheint er heute nirgendwo auf und ein Milton Friedman hält es für unnötig auch nur etwas von ihm zu lesen. Darum wird er wohl auch nie den Unterschied kennen lernen.

Der Unterschied zwischen normalen Geld und umlaufgesicherten, indexgesteuerten Freigeld liegt darin, daß Freigeld die Übermacht des Geldes beseitigt und auch diese 95% als Tauschmittel auf den Markt bringt. Das ist alles.

 

 

11) Rostendes Geld.

 

Da Silvio Gesell erkannte, daß Geld bei festen Preisstand und einem Zinssatz unter 3% seinen Dienst als Tauschmittel versagte, propagierte er das sogenannte Freigeld, welches erst einen festen Preisstand ermöglichen sollte, weil es durch eine Umlaufsicherung, direkt mit den Geldscheinen verbunden, auch bei durch Kapitalfülle verringerten Zinssätzen noch umlaufen mußte.

Freigeld ist daher umlaufgesichertes Geld, welches durch die Umlaufsicherung es ermöglicht, daß Geld auch bei festen Preisstand im Umlauf bleibt, selbst wenn der Zinssatz unter 3% sinkt. Das ist der Kern der Sache und es ist wohl verständlich, daß diejenigen, welche an einen hohen Zinssatz interessiert sind so eine Reform nicht in ihren Interesse finden. Sie möchten wohl einen festen Preisstand, obwohl ihnen auch sinkende Preise nicht unlieb sind, aber doch nicht auf Kosten der hohen Zinsen, die sie derzeit beziehen können. Sie waren es auch die den Ausdruck rostendes Geld oder schimmelndes Geld prägten um die Sache ins Lächerliche zu ziehen.

Diejenigen, die diese Zinsen zahlen müssen, erkennen nur selten wie viel sie zur Kasse gebeten werden und wie relativ einfach sie sich dagegen wehren könnten und auch unter den Geldreformern sind viele, die sich Sand in die Augen streuen lassen und eine unmögliche feste Währung als Primat ansehen, die sie auch ohne Umlaufsicherung glauben erreichen zu können Viele würden sich sogar mit einer schleichenden Inflation abfinden.

Sie biedern sich an die herrschende Lehrmeinung an ohne das höhnische Lachen der wahren Nutznießer zu hören, die diese herrschende Lehrmeinung dirigieren und alles. was ihr Zinseinkommen schmälern könnte, wenn nötig, mit allen Mitteln bekämpfen. Sie können das nur nicht allzu öffentlich tun, weil sie eine so verschwindende Minderheit sind und nur durch die Unwissenheit der Politiker und der sie beratenden (Entschuldigung) Nationalökonomen ihre Pfründe erhalten können..

Dabei ist die Sache so einfach, daß sie ein kleines Kind begreifen kann. Das heutige Geld ist den Waren und Dienstleistungen dehalb überlegen, weil es im Gegensatz zu ihnen weder rostet noch schimmelt und auch nicht unmodern wird. Es braucht auch nicht, wie ein Dienstleistender essen, um sich zu erhalten. Diese Überlegenheit läßt es sich bezahlen und diese Zahlung, Zins genannt, erhöht selbsttätig alle Geldvermögen in den Händen von Leuten, die dieses Einkommen auch durch größten Luxus nicht mehr verbrauchen können.

Im Gegensatz zu Zinseinkommen geringerer Vermögen, wo der Zins den man in den Preisen aller Güter zahlen muß höher als das Zinseinkommen ist, spielt das bei den Riesenvermögen kaum eine Rolle und das Vermögen samt Zinszuwachs sucht nur immer "lohnende" Anlagen.

Solange es diese lohnenden Anlagen gibt, wobei in ihren Augen nur lohnend ist, was mindestens 3% Zinsen abwirft, wird auch investiert. Da ist nur das Problem, daß trotz Arbeitslosigkeit und fallweisen Kriegen mit Kapitalzerstörung immer mehr solcher Anlagen produziert werden und dann die Konkurrenz unter ihnen den Zins drückt. Erreicht der Zins die ominöse Rentabilitätsgrenze von 3% für Realkapital, wird kein Geld mehr investiert und weil das Geld ja im Gegensatz zu den Waren kostenlos vom Markt zurückgehalten werden kann, wartet es einfach bis der mangelnde Absatz die Preise so drückt, daß die Wertsteigerung des Geldes (im Verhältnis zu Waren und Realkapital) das fehlende Zinseinkommen auf diese Weise ersetzt.( In der Weltwirtschaftskrise stieg der Geldwert im Allgemeinen jährlich bis zu 10% und die stillgelegten Anlagen verloren noch wesentlich mehr).

Dieses System arbeitet so seit der Erfindung des Geldes, auch wenn manchmal für einige Zeit schleichende Inflation das Geld im Umlauf hält obwohl die Realverzinsung des Realkapitals schon nicht mehr gegeben ist. Das verursacht dann die sogenannte Stagflation, wo trotz weiterbestehender Inflation nicht mehr investiert wird. Die Geldeigentümer sind nämlich nicht so dumm, um nicht zu erkennen, daß es auf den realen Zins ankommt und es wenig Sinn macht in 5% bringende Anlagen zu investieren, wenn der Wertverlust durch Inflation den Gewinn auffrißt.

Geldkapital geht dann in immer riskantere Anlagen und treibt die Preise dieser Anlagen in schwindelhafte Höhen, wie es derzeit auf den Börsen passiert. Wenn dann wieder einmal die Spekulationsblase platzt, kann nach einer Übergangszeit, in der Massenarbeitslosigkeit und Realkapitalvernichtung durch Kriege einen genügend großen Realkapitalmangel gebracht hat, das Spiel von vorne beginnen.

Und das alles, weil man das Tauschmittel Geld nicht den damit zu tauschenden Waren und Dienstleistungen gleich stellt und damit den Geldstreik unter 3% verhindert. Mit umlaufgesicherten ("rostenden") Geld könnte man das tun und damit eine Realkapitalfülle schaffen, die allen Mangel auf dieser Welt überwinden würde.

Dieses rostende Geld wäre dann ein Geld mit ewig gleichbleibendem Wert, gemessen an einen Index von Preisen, deren Bedeutung für die Menschen wesentlich wichtiger ist als der Preis eines einzigen manipulierbaren Gutes von unbedeutendem Gebrauchswert wie Gold.

Der Fluch des Goldes, wenn es als Tauschmittel oder Deckung des Tauschmittels verwendet wird ist der, daß es den damit zu tauschenden Dingen an Dauerhaftigkeit überlegen ist und deshalb einen Preisvorteil oder bei Verleih einen Zins erpressen kann. Dauernder Zins ist aber eine Unmöglichkeit, weil schon bei 3.6% mit Zins und Zinseszins sich die Geldvermögen in 20 Jahren verdoppeln und bei 7.2% sogar schon in 10 Jahren. Wem das zu theoretisch vorkommt, der soll sich vorstellen, daß es für jeden Zinsbezieher auch einen Zinszahler geben muß.

Das heißt aber, unter anderen, daß alle zinstragenden Güter dieser Welt (7.2% Zinsen vorausgesetzt) von den Zinszahlern in zehn Jahren noch einmal erarbeitet werden müssen und den Zinsbeziehern als Tribut abgeliefert werden müssen. Da kann man nur sagen: "Viel Vergnügen bei der Arbeit!" Viel Vergnügen bis zum nächsten unvermeidlichen Zusammenbruch dieses Systems..

 

 

 

 

 

 

 

12) Umlaufsicherung 3% oder 104%?

 

Selbst bei Leuten, die den Sinn und die Notwendigkeit einer Umlaufsicherung sehen, wird ihre Höhe manchmal als nebensächliches Detail angesehen. Silvio Gesell selber schlug anfänglich 5.2% im Jahr ( 0.1% pro Woche) vor und später 6% ( 2% bimonatlich) und sagte irgendwo einmal, ich weiß nicht mehr wo, daß später auch 3% im Jahr ausreichen könnten.

Das andere Extrem stammt von Irving Fisher, der 2% wöchentlich vorschlug.

In der Praxis wurden bei den Brakteaten anfangs 25% im Jahr verwendet in der Form, daß vier alte Münzen gegen drei neue umgetauscht wurden und eine als Schlagsatz einbehalten wurde. Erst gegen das Ende der Brakteatenzeit wurde diese Verrufung öfter als einmal im Jahr gemacht und diese Übertreibung brachte dann auch das Ende dieser Zeit.

Bei den erfolgreichen Experimenten von Wörgl und bei Wära wurden 12% (monatlich 1%) verwendet. Diese relativ hohe Gebühr funktionierte, weil durch starke Deflation zu diesem Zeitpunkt das andere Geld als Tauschmittel fast völlig versagte aber besonders Wära verbreitete sich erst, als die Krise schon weiter fortgeschritten war, während vorher die Umsätze eher bescheiden waren.

Irving Fishers stamp scrip setzten sich nirgendwo durch weil die Gebühr einfach zu hoch war. Er hatte nicht bedacht, daß es nicht funktioniert das Geld durch die Gebühr im Umlauf zu halten, wenn niemand bereit ist es anzunehmen.

Um die am besten wirkende Höhe der Umlaufsicherung herauszufinden, kann man außer den Erfahrungen aus der Praxis nur zum ursprünglichen Sinn der Umlaufsicherung zurückkehren. Sie soll die Überlegenheit des Geldes den Waren gegenüber ausgleichen. Ausgleichen! Nicht aber nun die Waren dem Geld überlegen machen.

Geld funktioniert bei hoher Inflation genau so wenig als Tauschmittel, weil dann im Gegensatz zu Deflation, wo Geld gehortet wird, eben Waren gehortet und nicht mehr angeboten werden. Beides behindert den Austausch.. Dasselbe würde eine zu hohe Umlaufsicherung tun und, falls da noch ein anderes funktionierenden Tauschmittel, wie normales Geld mit leichter Inflation vorhanden ist, schon seine Annahme extrem erschweren.

Beweise, daß bei höherer Inflation der Warenaustausch nicht mehr funktioniert, weil Waren zurückgehalten und gehamstert werden gibt es genügend und der Mangel an Waren auf dem Markt treibt dann die Preise höher, was natürlich bedeutet, daß Geld weniger wert wird. Das bewegt Leute dazu es noch schneller auszugeben, während die Warenbesitzer es sich immer mehr überlegen, ob sie ihre gute Ware für ein Geld hergeben sollen, welches sichtlich immer weniger wert wird. Genau so würden sie es sich aber überlegen, ob sie ihre Waren und Dienstleistungen für ein Geld hergeben sollen, welches mit 104% (oder auch 60% oder 25%) besteuert wird.

Sie können ja gar nicht sicher sein, ob es ihnen andere wieder abnehmen werden. Hergeben möchte es wohl jeder und sicherlich auch nicht horten, aber wenn es niemand annehmen will, bleibt er wohl darauf sitzen.

Darum muß die Umlaufsicherung mit der geringst möglichen Höhe, die noch wirksam ist, angesetzt werden.

Wenn Gesell annahm, daß mit funktionierender Freiwirtschaft 3 % auch genug sein könnten, wenn sich die Gewohnheiten der Menschen geändert hätten, hatte er dafür einen guten Grund. Geld geht heute bei 3% Zinsen in den Streik und läuft bei 4% noch um. Anscheinend sind also die 3% der Vorteil, den es gegenüber den Waren hat. Der muß ausgeglichen werden aber wieviel darüber hinaus noch notwendig ist, bis sich die Menschen an die neuen Gegebenheiten gewöhnt haben, ist fraglich. Diese mindestens 3% müssen aber sein, um den Vorteil des Geldes auszugleichen und es auch bei stabiler Kaufkraft im Umlauf zu halten.

Wenn Irving Fisher glaubte, daß man nach einem Jahr mit 104 % Umlaufsicherung wieder zu den ursprünglichen 0% zurückkehren könnte, beweist das nur das eine, nämlich, daß er den Sinn und Zweck einer Umlaufsicherung nicht erkannt hat, wenn dieser Beweis nicht schon durch die vorgeschlagenen 104% erbracht ist.

Abschließend möchte ich deshalb sagen, daß, besonders bei Einführung als alternatives Geld, 5 oder 6 % wohl das Optimale sein würden. Als Umlaufsicherung wären sie ausreichend und jeder Kaufmann würde 5% des Kaufpreises akzeptieren für ein zusätzliches Geschäft, selbst wenn er dieses „lokale" Geld nicht weitergeben könnte an seine auswärtigen Lieferanten und es rücktauschen muß. In der Regel wird er das ja nicht tun müssen, weil er es an seine lokalen Lieferanten oder für Gemeindesteuern und auch als Bezahlung für seine Angestellten verwenden kann.

Nun funktionierte für kurze Zeit eine Umlaufsicherung von 12% in Wörgl auch recht gut und auch die Wära war nach einigen Anfangsschwierigkeiten recht erfolgreich aber die Verhältnisse habe sich geändert und Arbeitslosigkeit und Krise sind noch nicht so einschneidend und, was der entscheidendste Punkt ist, wir haben keinen Goldstandard mehr und deshalb noch keine so einschneidende Deflation. Deshalb würde eine so hohe Umlaufsicherung die Annahme eines alternativen umlaufgesicherten Geldes erschweren. Es muß, im Gegensatz zu Wörgl, gleich von Anfang an mit allen Vorteilen des Freigeldes gearbeitet werden und auch eine feste Kaufkraft garantiert werden.. Es muß alles getan werden um die Annahme des umlaufgesicherten und kaufkraftbeständigen alternativen Geldes zu erleichtern und dazu gehört die niedrigst mögliche Umlaufgebühr, die noch ausreicht das Geld im Umlauf zu halten.

Der gröbste Fehler aber wäre, eine hohe Umlaufgebühr als Steuer zu benützen.. Im Falle einer lokalen Einführung würde das die Annahme unnötig erschweren oder gar unmöglich machen. Bei einer staatlichen Einführung als Zweitgeld mit gleichen Wert als das bestehende Geld, wie es Irving Fisher vorschlug, wäre eine Inflation nicht zu vermeiden und wenn man damit das existierende Geld gänzlich ersetzt, wäre eine noch viel stärkere Inflation unausbleiblich, weil ein derart besteuertes Geld nicht einmal für den kurzen Zeitraum bis zum nächsten Kauf als Wertaufbewahrungsmittel gebraucht werden kann.

Nun soll zwar Geld nicht vorwiegend und für längere Zeit als Wertaufbewahrungsmittel gebraucht werden, weil das seinem Gebrauch als Tauschmittel im Wege steht, aber man darf es auch nicht gänzlich dieser Eigenschaft berauben. Das heutige Geld wird zum Großteil als Wertaufbewahrungsmittel verwendet und nur 5 % sind wirkliches Tauschmittel, was das Hauptproblem unserer Wirtschaft ist, weil dadurch der Geldumlauf völlig außer Kontrolle ist, weil auch das als Wertaufbewahrung gebrauchte Geld jederzeit wieder Tauschmittel werden kann. Umlaufgesichertes Geld mit der richtigen Höhe der Umlaufsicherung würde und sollte zu 90% als Tauschmittel gebraucht werden und nur für den unvermeidlichen Zeitraum bis zum nächsten Handwechsel Wertaufbewahrung sein.

Das würde erstens bedeuten, daß etwa 6 % der heutigen Geldmenge denselben Güterumsatz bewältigen würden und daß anstelle von 5%, 90% des Umsatzes ohne Unterbrechungen funktionieren könnten.. Diese geringe Geldmenge ist überschaubar und kontrollierbar und die Frage ist nur, was man mit den nun überflüssigen 94% der Geldmenge machen soll.

 

 

 

 

 

13) Alternatives Tauschmittel!

 

Nach den Erfahrungen von Wörgl lief das umlaufgesicherte Geld 25 mal so schnell um als anderes Geld das sonst normalerweise tut. Zum damaligen Zeitpunkt war der Unterschied noch größer, weil das andere Geld wegen der herrschenden Deflation schleppender als normal umlief. Behalten wir das einmal im Gedächtnis und stellen weiter fest, daß Geld seinen Wert aus seiner Funktion als Tauschmittel bezieht.

GxU/W bestimmt den Wert des Geldes. Da macht es einen gewaltigen Unterschied ob es Gx20 heißt oder Gx500.

Mit anderen Worten: Bei umlaufgesicherten Geld braucht man nur 4% der sonst üblichen Geldmenge, wenn man keine gigantische Inflation riskieren will. Die Einführung von Freigeld ist also mit Schwierigkeiten verbunden, die noch niemand richtig bedacht hat. Was macht man mit den 96% überflüssigen Geldes, wenn man es gegen Freigeld umtauscht? Gesell konnte es sich noch relativ einfach machen. Damals war Gold noch Geld und hätte bei einer Demonetisierung noch immer einigen Wert behalten, aber wie ist das jetzt? Das Papier hat ja keinen Wert und wenn sich das erst einmal herumspricht, wird der Teufel los sein.

Ich sehe derzeit keinen anderen Weg als der kommenden Inflation ihren Lauf zu lassen und von vorne beginnen. Falls einzelne Gruppen oder Regionen oder auch Länder vorsichtig und langsam Freigeld einführen beschleunigen sie allerdings die Inflationierung des anderen Geldes, weil sie ihm ja die Grundlage seiner Wertes, das Verhältnis zu den Warenströmen entziehen. Je mehr alternatives Geld verwendet wird desto schlechter wird das Verhältnis des alten Geldes gegenüber dem Warenangebot. Immer weniger Ware steht dem Geld gegenüber. Das heißt es ist zu viel Geld da und das bedeutet verstärkte Inflation.

Nicht indexgesteuertes Geld wird also seinen Wert verlieren und mit ihm alle auf Geld lautenden Guthaben und Verträge. Das ist bei den gigantischen faulen Schulden in aller Welt aber sowieso unausbleiblich auch ohne Freigeld.

Umlaufgesichertes alternatives Geld mit einem Wechselkurs, der den Unterschied an Kaufkraft ausgleicht kann zur Arche Noahs in der Sintflut weltweiter Inflation werden für Leute, die rechtzeitig solche Tauschkollektive aufbauen.

Die wahren Kosten der Umlaufsicherung beim Wunder von Wörgl waren nicht einmal ein Promille der getätigten Umsätze und das bei einem sehr beschränkten Wirtschaftsgebiet und relativ hoher Umlaufsicherung von 12% im Jahr. Bei diesen geringfügigen Kosten wird niemand auf den wesentlich teureren bargeldlosen Verkehr ausweichen, wie immer wieder von Gegnern einer Umlaufsicheung behauptet wird. Bei 5% Umlaufsicheung wären diese Kosten sogar noch wesentlich geringer und bei einem größeren Markt noch mehr so.

Wahrscheinlich wäre die Methode über alternative Gruppen und in freien Wettbewerb dieser „Währungen" untereinander und zu den Währungen der Staaten und Staatenverbindungen der sicherste Weg die beste Währung für alle zu finden.

Aber ich betone noch einmal: 0hne einen Wechselkurs geht das auf längere Sicht nicht und ohne Index der die genaue Kontrolle der Geldmenge erlaubt auch nicht.(Dieser Index kann anfangs durch einfache Umrechnung des staatlichen Lebenshaltungskosten indexes erstellt werden.)

Mit wie immer gearteten Konten oder auch Computercash wird es aber auch nicht gehen, weil das nur Bargeldersatz ist, der im ersten Fall wesentlich langsamer umläuft (im Vergleich mit umlaufgesicherten Geld, bewiesen in Woergl, etwa 1 zu 250).

Bei Computercash ist einfach die Infrastruktur nicht vorhanden und im Vorfeld des Z2K wäre es heller Wahnsinn darauf eine Wirtschaft aufzubauen. Wir müssen derzeit schon mit den gegebenen Möglichkeiten arbeiten. Übrigens hätte ich dabei auch noch schwerwiegende Bedenken, weil ich da das Machtmittel eines „großen Bruders" sehe. Das ist genau so mit dem Buchungsgeld, welches eigentlich im Gegensatz zu den allgemeinen Vorstellungen schon vor dem Bargeld da war.

Damals gab es einer Priesterklasse eine derart absolute Macht, daß die aus ihr hervorgehenden Herrscher wie Götter selber waren. Die Buchungen dieses „Buchungsgeldes" waren allerdings nicht in Geld ausgedrückt, denn das gab es ja noch gar nicht, sondern in Naturalien aller Art, Rindern, Schafen und auch Sklaven.

Erst das Aufkommen und die Erfindung des Geldes befreite die Menschen aus dieser Abhängigkeit und nun gibt es Menschen, die in völliger Verkennung dieser Tatsachen das Geld abschaffen wollen, um sich wieder in diese Abhängigkeit zu begeben.

Ja, das Geld schafft auch Abhängigkeiten und es ist höchste Zeit, es nach Jahrtausenden endlich von seinen Fehlern zu befreien, aber wenn man es abschafft, schafft man auch die Arbeitsteilung und die Freiheit ab, die es trotz seiner Mängel gebracht hat.

 

 

14) Was ist eigentlich Zins?

Wenn man einen normalen Bürger fragt, wird die Antwort wahrscheinlich lauten, daß es das Geld ist, welches er für seine Mietwohnung monatlich zahlt. Im Englischen ist das etwas anderes weil es da eine klare Unterscheidung zwischen interest und rent gibt, wobei rent der Zins für die Mietwohnung ist und interest die Zinsen sind die man für Geld bekommt oder zahlen muß. Im Deutschen ist dafür die Rente etwas was man bekommt, wenn man alt ist und niemand bezieht es auf Grundrenten einkommen oder das Einkommen eine Rentiers aus seinen Aktiencoupons. Fast schaut es so aus als ob diese Begriffsverwirrung Absicht ist, damit der einfache Bürger wirtschaftliche Zusammenhänge nicht erkennen kann. Wenn wir also im weiteren Verlauf von Zins reden, meinen wir nicht die Mietzahlung für eine Wohnung, sondern den Zins, der für Leihgeld bezahlt oder kassiert wird. Den kennt wohl auch jeder. Er ist das, was man bekommt, wenn man sein Geld auf ein Sparbuch legt und er ist das, was man bezahlt, wenn man sich Geld ausleiht oder sein Konto überzieht. Alles klar?

Nun, wer bestimmt , wie hoch dieser Zins ist, der auf der einen Seite ja nichts anderes ist als der Preis für die Miete von Geld und auf der anderen Seite der Preis den jemand willig ist für die zeitweise Verfügung über dieses Geld zu zahlen?

Die einfache und die richtige Antwort ist: das Gesetz von Angebot und Nachfrage.

Wenn mehr Leute Nachfrage nach Leihgeld halten als Anbieter da sind, steigt der Zins. Sind mehr Anbieter da als Leute die sich Geld für Investitionen oder für Verbrauch leihen wollen, dann sinkt der Zins. Das ist genau so wie bei jeden anderen Preis. Alles klar?

Nun stellt sich aber die Frage warum die Börse bei jeder Veränderung des Zinssatzes, den die jeweilige Nationalbank für neues Geld verlangt so ins Zittern gerät. Es handelt sich doch dabei um minimale Summen in Vergleich zu den Geldern, die schon im Umlauf und damit der Kontrolle der Nationalbanken entzogen sind.

Ha, jetzt kommen wir zum Kern der Sache. Auf den Börsen wird nicht Gegenwart gehandelt sondern Zukunft. Daß diese Zukunft manchmal so irreal gesehen wird, daß eine Tulpenknolle ein Vermögen wert sein kann oder ein Buchladen den Wert einiger Länder der dritten Welt, ist dabei nebensächlich.. Man investiert also nicht in einen Betrieb der einen Gewinn abwirft, denn der finanziert sich ja meistens aus diesen Gewinnen und falls er überhaupt Anteilscheine auf der Börse hat sind sie als blue chips viel zu teuer. Nein, man investiert in etwas von dem man zu recht oder zu unrecht glaubt, daß die Anteilschene in der Zukunft mehr wert sein werden.

So kommt es, daß die Leute Bre-X Aktien kauften, weil ihnen jemand vorgemacht hatte, daß da ein Haufen Gold im Grund wäre.

So weit so gut, aber welche Rolle spielt da der Zinssatz? Das ist auch recht leicht zu erklären. Um an der Börse (sowie auch am Immobilienmarkt) große Gewinne zu machen, muß man, wie es im Englischen ausgedrückt wird „leverage" verwenden, was auf deutsch Hebelwirkung heißt und bedeuted, daß man sich auf seine Aktien Geld leiht, damit noch mehr Aktien kauft und die auch wieder belehnt und mit diesen Geld wieder Aktien kauft und so fort. (Genau dasselbe kann man auch mit Immobilien tun.)

Nun kostet dieses Leihgeld aber Zinsen und wenn die Aktien einmal entgegen den Erwartungen nicht im Preis steigen sondern fallen, dann sieht die Bank, daß auf einmal die hinterlegten Aktien nicht mehr so viel wert sind, wie der gegebene Kredit uns sie ist gezwungen den Kredit zu kündigen, um wenigstens einen Teil ihres Geldes zu retten. Bei sehr niedrigen Zinssätzen haben die Schuldner meistens keine Probleme, die Zinsen zu zahlen und neue Kredite zu bekommen.

Weil Lieschen Müller ja auch sehr wenig Zinsen auf ihren Sparkonto gutgeschrieben bekommt, ist sie auch gerne bereit ihr Geld dorthin zu geben wo höhere Gewinne locken und sie läßt sich dazu verleiten Aktien zu kaufen. Die Banken machen ihr das auch recht schmackhaft, haben sie doch diese unsicheren Papiere schon im Depot. Da nun das neue Geld von vielen Lieschen Müllers eine vermehrte Nachfrage nach Aktien bringt, steigen die im Preis und alles ist wieder in Butter. Die Schulden der Spekulanten sind wieder gedeckt und niemand kommt darauf, daß das Geld weniger wert geworden ist, weil es ja nichts gekauft hat, wo dann höhere Preise einen Wertverlust des Geldes signalisiert hätten.

Lieschen Müller hat ja nur Papier gekauft und wenn dieses im Preis gestiegen ist, glaubt man ja nicht, daß das Geld weniger wert geworden ist, sondern nur, daß die anderen Papiere im Preis gestiegen sind. Das Vaterland ist wieder einmal gerettet.Alles klar, soweit?

Nun wissen wir aber immer noch nicht, warum eine Zinserhöhung der Nationalbank für neues Geld ( daß sie auf das alte,im Umlauf befindliche keinen Einfluß mehr haben, wissen wir nun ja) das große Zittern in der Börse auslöst. Das ist aber auch recht einfach zu erklären. Wenn das neue Geld den Banken mehr kostet sind sie erstens gezwungen auch höhere Zinsen zu verlangen und das erhöht die Kosten der Spekulanten. Zweitens sind die Banken nun bereit auch Lieschen Müller wieder höhere Zinsen auf ihren Sparkonnto zu zahlen und da überlegen es sich viele Lieschens wieder ob sie ihr Geld in die unsichere Börse geben sollen. Damit sinkt die Nachfrage nach Aktien und damit deren Preis. Sinkende Aktienpreise und höhere Kreditkosten bringen dann aber das Ende für einige Spekulanten und deren Aktien landen nun in Notverkäufen auch auf der Börse und der Krach ist da.

Noch immer alles klar?

Die Frage ist nun, warum erhöht die Nationalbank überhaupt die Zinsen? Sie sind ja nicht ganz bescheuert und wissen genau, welche Folgen ihre Aktionen haben. ( Ganz sicher wegen bescheuert, kann man zwar nicht sein , wenn man sieht, wie manche Nationalbanken Geld herausgeben auf Teufel komm raus, bis es nichts mehr wert ist.) Nun, mit den hohen Zinsen wollen sie eine Inflation verhindern. Sie stehen so vor zwei Alternativen, von denen keine sehr schmackhaft ist. Erhöhen sie die Zinsen, kann das einen Börsenkrach verursachen. Erhöhen sie die Zinsen nicht, kann ihnen die Inflation davonlaufen.. Dann müssen sie aber auf Biegen oder Brechen die Geldmenge einschränken und dann ist sowohl die Börse, wie die gesamte Wirtschaft im Eimer und da nützt alles gelehrte Herumgefasel nichts.

Genau so, wie die Inflation den Händen der Nationalbanker entgleiten kann, kann es auch umgekehrt eine Deflation tun. Wenn Banken und Geldgeber mangels lohnender Anlagen liquide bleiben, heißt das nichts anderes als daß sie zeitweise auf bescheidene Zinseinnahmen verzichten und das Geld dem Markt entziehen. Die Leute, die in so einen Fall bei schwindenden Absatz bereit wären höhere Zinsen zu zahlen sind aber ein zu schlechtes Kreditrisiko. Das Geld bleibt also nach wie vor dem Markt fern, aber wehe die Nationalbank gibt für das fehlende Geld nun neues heraus. Tut sie es nicht in massiven Ausmaß, verschwindet das neue Geld auch, wie es sich in der Weltwirtschaftkrise der dreißiger Jahre gezeigt hat. Gibt sie aber merkbar und massiv neues Geld heraus, stürzt sich sofort das bisher zurückgehaltene auch auf den Markt und wie können die Nationalbanken dann die Geldmenge einschränken? So kann eine Deflation im Nu wieder in eine Inflation umschlagen.

 

 

15) Geld, wie es ist und wie es sein könnte!

 

Laut Volkswirtschaftlehre hat das Geld drei Eigenschaften:

1) Tauschmittel (Zahlungsmittel)

2) Wertmaßstab

3) Wertaufbewahrungsmittel

Zu Punkt eins ist nicht sehr viel zu sagen. Geld ist Zwischentauschmittel, gleichgültig aus welchen Stoff es gemacht ist, welches nicht um seiner selbst willen angenommen wird, sondern weil man damit rechnen kann, es für andere Güter und Leistungen wieder eintauschen zu können. Es ermöglicht als solches erst eine wirtschaftliche Arbeitsteilung wo Waren erzeugt werden können. (Waren sind Gebrauchsgüter, die nicht für den Eigenbedarf sondern für Weiterverkauf produziert werden). Geld muß weitgehend als Tauschmittel anerkannt werden, sonst könnte es nicht als solches funktionieren.

Punkt zwei ergibt sich aus dieser generellen Anerkennung. Jedermann weiß, wieviel so eine Tauschmitteleinheit wert ist und rechnet bewußt oder unbewußt damit, wenn er etwas verkauft. (Für Geld eintauscht). Er kennt normalerweise die Preise der Güter und Dienstleistungen, die er dafür wieder eintauschen (kaufen) will. Geld ist also zum Zeitpunkt des Verkaufes für ihn ein klarer Wertmaßstab.

Das Problem ergibt sich erst, wenn einige Zeit zwischen Verkauf und darauf folgendem Einkauf verstreicht und sich der Wert dieses Wertmaßstabes in der Zwischenzeit verändert. Diese Veränderungen können in Wertverminderung des Tauschmittels bestehen und das ist Inflation, oder in Wertsteigerung und das ist Deflation. Deren (psychologische) Einflüsse auf das Verhalten der Marktteilnehmer sind hier nicht Gegenstand der Untersuchung und wurden anderswo ausführlicher behandelt. Hier soll nur das eine festgestellt werden: Ein Wertmaßstab, der selber Schwankungen unterliegt, kann kein Maßstab sein.

Bleibt noch die dritte Eigenschaft des Geldes: Wertaufbewahrungsmittel. Hier muß klar erkannt werden, daß die Eigenschaft als Wertaufbewahrungsmittel den Gebrauch als Tauschmittel ausschließt. Man kann Geld nur als das eine oder das andere verwenden. Es wird also immer ein Teil der Geldmenge entweder die eine oder die andere Funktion ausüben. Dieses Verhältnis liegt, außer in Zeiten hoher Inflation etwa bei eins zu zwanzig. Nur etwa 5% der Geldmenge stehen in dauerndem Gebrauch als Tauschmittel und weil das dauernd wechselnde Teile sind und sich auch die Relation praktisch von einem Tag zum anderen ändern kann, bringt das große Probleme.

Zum Problem des sich verändernden Maßstabes kommt jetzt noch das Problem der sich verändernden wirksamen Menge. Das Geld muß aber auch als Wertaufbewahrungsmittel verwendet werden können, zumindest für die übersehbare Zeit zwischen Verkauf und folgendem Einkauf. Nimmt man ihm nämlich die Funktion als Wertaufbewahrungsmittel gänzlich, wie es bei hoher Inflation passiert ( oder bei hoher Umlaufsicherung passieren würde) verliert es auch seine Eigenschaft als Tauschmittel.

Dasselbe passiert aber auch bei Deflation. Dann wird die Eigenschaft als bevorzugtes Wertaufbewahrungsmittel so verstärkt, daß es als Tauschmittel nur mehr für unbedingt lebensnotwendige Transaktionen benützt wird.

Die 95 % der Geldmenge,(mehr in Deflationszeiten) die als Wertaufbewahrungsmittel benützt werden haben noch eine vierte und fünfte Eigenschaft des heutigen Geldes und die sind:

Wertvermehrungsmittel (durch den Zins) und

Machtmittel ( durch die Erpressung der jeweiligen Besitzer, welche sie durch Investititionsverweigerung gegenüber dem Sachkapital ausüben können.)

4)Als Wertvermehrungsmittel kann es nur dadurch gebraucht werden indem es entweder als Handelskapital verwendet oder in zinstragende Produktionsmittel angelegt wird.

5) Als Machtmittel hängt das Geld von seiner Eigenschaft als Wertaufbewahrungsmittel und Wertvermehrungsmittel ab. und beide verliert es bei starker Inflation. Bei stabilen Preisstand jedoch wird die Liquiditätspreferenz, wie die Verteidiger des Status quo es zu nennen belieben immer stärker. Sie wird sogar schon in Zeiten leichter Inflation akut, wenn die erzielbaren realen (inflationsbereinigten) Gewinne in Realkapital unter eine gewisse Grenze sinken. Bei sinkendem Preisstand wird sie virulent.

Damit haben wir die Eigenschaften des heutigen Geldes und des Geldes der gesamten Geschichte kurz beleuchtet und wollen im folgenden untersuchen, in welcher Weise sich das von Silvio Gesell vorgeschlagene Freigeld davon unterscheidet.

Geld, wie es sein könnte.

1) Tauschmittel ( mit eingeschränkter Fähigkeit als bevorzugtes Wertaufbewahrungsmittel durch eine Gebühr die es als Wertaufbewahrungsmittel dem Durchschnitt der Waren gleich stellt)

2) Wertmaßstab (dadurch, daß es so nach einem Index gesteuert wird und gesteuert werden kann, daß es seinen Wert zum Durchschnitt der damit getauschten Güter auch für längere Zeit behält.

3) Wertaufbewahrungsmittel ( nur insofern als es nicht die primäre Funktion als Tauschmittel in Frage stellt.)

4) Wertvermehrungsmittel (nur mehr so lange als die Wechselbeziehung zum knappen Realkapital noch einen Zins erlaubt.)

5) Machtmittel (fällt wegen der Unmöglichkeit es zwecks Erpressung zurück zu halten oder zumindest die Zurückhaltung anzudrohen aus)

Dazu ist noch zu bemerken, daß es mit der Liqiditätspreferenz in dem Moment zu Ende ist, in dem es gleich viel kostet Geld auf Lager zu halten, als es kostet Waren auf Lager zu halten.

 

 

 

16) Der dritte Mann!

 

Immer wieder werden die wildesten Theorien über die uferlose Ausweitung der Geldmenge durch die Geldschöpfung der Geschäftsbanken oder auch durch die Monetisierung von Besitz vertreten. Diese Theoretiker sehen nur die Entwicklung der Banken, von denen Milton Friedman in Bezug auf die Goldwährung völlig richtig bemerkt:(Money Mischief p68)

„The downward pressure was relieved somewhat by a rapid expansion of the banking system, which increased the amount of money which could be pyramided on each ounce of gold."

Dasselbe gilt auch heute wo die Banken auf eine dünne Bargeldbasis einen gewaltigen Kreditüberhang aufbauen können.

Niemand sieht aber, daß die ganze Pyramide von der Willigkeit desjenigen abhängt der sich verschulden will oder seinen Besitz „monetisieren" will, was auch eine Verschuldung ist.

Wann tut das aber dieser dritte Mann nach dem ersten, dem Geldgeber und dem zweiten, dem Vermittler (die Banken)?

Nur dann, wenn er mit dem gegen Zinsen geliehenen Geld etwas kaufen kann, was ihm beim Wiederverkaufe genügend Gewinnspanne verspricht, um die Zinskosten für die Zeit der Lagerhaltung abzudecken und noch genügend Raum für andere Kosten, Ladenhüter und einen Reingewinn zu lassen. Bei allgemein sinkenden Preisen ist das nie der Fall. Er wird es also wohlweislich bleiben lassen, sich zu verschulden.

So ist das beim Handelskapital, aber auch bei Realkapital gilt dieselbe Gesetzmäßigkeit. Niemand wird z.B. ein Miethaus bauen, wenn die voraussichtlichen Mieteinnahmen nach Abzug aller Kosten nicht mindestens so viel einbringen, wie ihm das Geld auf der Bank einbringen würde.

Es gibt nur noch eine weitere Möglichkeit für den dritten Mann. Die ist, daß er einen vierten dummen Mann findet, der ihm höhere Zinsen bezahlt als er selber zahlen muß. Da besteht allerdings die Gefahr, daß dieser Dumme seine Rückzahlungsmöglichkeiten überschätzt hat und unser armer dritter Mann sieht weder Zinsen noch Geld jemals wieder und, falls er seinen Besitz dafür verpfändet hat, wird er den auch noch los.

Soviel also zur uferlosen Geldmengenvermehrung und ebenso uferlosen Monetisierung von Besitz. Recht einfach, nicht wahr? Man braucht nur einmal den Standpunkt des für diese Theorien unbedingt notwendigen dritten Mannes einzunehmen.

Wieviel habe ich dazu gebraucht? Eine gute Seite und da habe ich noch zitiert und erklärt. Wahrscheinlich könnte man es noch kürzer darstellen. Jedenfalls braucht man dazu nicht seitenlange Abhandlungen.

 

 

17) Gedanken über die Ursachen der Geldhortung.

Viele Geldreformer sind der Ansicht, daß Geldhortung oder wie die Angelsachsen sagen „liquidity preference" eine finstere Verschwörung dunkler Mächte sei, welche die Welt immer wieder in Krisen stürzt. Man kann ihnen das vielleicht auch nicht verdenken, wenn man sieht wie immer wieder die an sich einfache Lösung des Problems von manchen Kreisen immer wieder torpediert wird.

Die einfachen Gründe für diese Liquiditäts Präferenz, die nichts anderes ist als die Benutzung des Tauschmittels Geld als Wertaufbewahrungsmittel, wird kaum von jemand genauer untersucht.

Stellen wir gleich zu Anfang fest, daß Geld bei Inflation ungeeignet als Wertaufbewahrungsmittel ist und deshalb auch nicht zurückgehalten wird. In den raren Zeiten eines festen Preisstandes wird es auch nur dann in größeren Ausmaß gehortet, wenn der allgemeine Zinssatz lukrative Anlagen, die mindestens 3 bis 5% Zinsen versprechen nicht mehr zuläßt.

Bei Deflation ist das etwas anderes. Da wird die erwartete Wertsteigerung des Geldes mit dem angebotenen Zins verglichen und dann, wenn die Zinsen zu niedrig sind oder die Bonität des Kreditwerbers nicht über jeden Zweifel erhaben ist, wird das Geld lieber in der Kasse behalten.

Dabei ist es bedeutungslos ob einer 1000 DM ein Jahr lang einsperrt oder ein Dutzend Leute je 1000 DM ein Monat zurückhalten. Die Wirkung in Form eines Nachfrageausfalls ist dieselbe.

Tatsache ist, daß 95% der sogenannten umlaufenden Geldmenge ohne Inflation nicht optimal als Tauschmittel umlaufen, weil sie als bevorzugtes Wertaufbewahrungsmittel benützt werden. Das ist keinesfalls böser Wille und die Gründe, das Geld zurückzuhalten, welches man nicht für lebenswichtige Anschaffungen braucht, können vielfältig sein und von der einfachen Tatsache, daß jemand sich nicht entschließen kann, was er kaufen soll bis zum Mißtrauen gegen Banken reichen.

Sinkende Preise während einer Deflation machen es für einen Kaufmann unmöglich etwas für sein Warenlager einzukaufen, wenn er damit rechnen muß, daß sein Konkurrent, der später und billiger einkauft seine Preise dann unterbieten kann. Da wartet er lieber bis er derjenige sein kann, der billiger eingekauft hat. So schlau sind aber alle, also kauft niemand ein und jeder hält sein Geld zurück, verwendet das eingehende Geld nur zur Rückzahlung seiner Schulden und vermindert damit auch die sogenannte Buchgeldmenge. Oder er hält es in Bereitschaft für extrem billige Notverkäufe seiner Lieferanten und da diese, besonders wenn sie am Rande des Konkurses stehen, lieber bares Geld haben wollen, welches sie dann als schwarze Überlebenskasse benützen können, hält er eben auch mehr Geld als in normalen Zeiten bar in der Kasse. Da dies alle tun und da ja pro Kopf und Nase nur etwas mehr als ein Monatsbedarf an Geld insgesamt im Umlauf ist, verschwindet so das Geld als Tauschmittel vom Markt.

Das alles geschieht automatisch und ohne böse Absicht und je mehr Geld vom Markt verschwindet, desto mehr Druck wird auf die Warenpreise ausgeübt und desto tiefer sinken die Preise und immer unmöglicher wird es für einen Kaufmann etwas einzukaufen. Wenn aber die Kaufleute nichts einkaufen, haben die Produzenten keinen Absatz und müssen Arbeiter entlassen. Nun haben auch diese weniger Geld um bei den Kaufleuten etwas zu kaufen und das wenige Geld welches die Arbeiter noch haben, müssen sie zurückhalten und damit sind wir dort angelangt, wo jeder Geld zurückhält.

Ist es erst einmal so weit gekommen, hilft selbst die Ausgabe neuen Geldes und selbst wenn es jetzt wie in Japan zu billigsten Zinsen angeboten wird nichts mehr. Ein Kaufmann kann auch mit 0% Zinsen keinen Kredit aufnehmen um Waren zu kaufen, wenn die Warenpreise ihm keinen Gewinn erlauben. Selbst 0% Zinsen befreien ihn ja nicht von der Rückzahlungspflicht und wenn er dann die Schuld mit einem Geld zurückzahlen muß, welches im Jahr um 10% mehr wert geworden ist, was während der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre der Fall war, ist das ein Ding der Unmöglichkeit.

Da man niemand zwingen kann, sich unter solchen Umständen Geld auszuleihen, verschwindet dann nicht nur das Bargeld vom Markt sondern auch das sogenannte Buchgeld.

 

 

Die folgende Geschichte zeigt, daß die Grund und Bodenrente, wenn sie sich nur als Preissteigerung des Grundes niederschlägt und nicht dauernd entweder durch Verpachtung des Grundes oder im Einkommen aus anderwertiger Verwendung des Grundes einen "cashflow" erzeugt auch eine Schattenseite für den Grundbesitzer haben kann..

 

18) Die Geschichte von Jim und Betty.

Jim hatte als Fischer gutes Geld gemacht und gedachte sich im Alter von 55 Jahren zur Ruhe zu setzen. Das war im Jahr 1960. Er verkaufte sein Boot und kaufte für den Erlös von 50,000 .-$ ein etwa 50 Hektar großes Grundstück 20 km nördlich von Nanaimo, welches damals ungefähr 15,000 Einwohner hatte. Nanaimo ist an der Ostküste der Insel Vancouver in Canada und hat heute fast 100,000 Einwohner. Das Grundstück lag am Meer und war nur deshalb so billig weil vor Jahren der Wald, der darauf gestanden hatte, kahlgeschlagen worden war.

Die an sich spärliche Humusdecke war durch die starken Regenfälle, die an der Westküste Kanadas auftreten, deshalb zum Teil weggeschwemmt worden und es wuchs nur recht kümmerliches Gesträuch darauf. 1985, als ich es sah, standen aber doch schon wieder recht nette Bäume dort. Jim hatte dem auch mit einigen Planzungen nachgeholfen. Es ist schon eigenartig, welch armseeliger Grund einen schönen Wald hervorbringen kann, wenn es nur gemug regnet. Der amazonische Urwald soll ja auch auf bescheidener Humusdecke wachsen, wie die Siedler, die ihn abholzen um dort Felder anzulegen zu ihren Nachteil feststellen mußten.

Jim selbst habe ich nur zweimal getroffen und kenne die ganze Geschichte deshalb nur aus Erzählungen eines Bekannten. Unser erstes Treffen ist eine Geschichte für sich, aber ich will das doch hier erzählen:

Es war im Jahr 1982 oder 1983 und ich ging um diese Zeit sehr oft Scubatauchen. Zu diesem Zweck hatte ich mir aus einem alten Boot eine Tauchplattform gebastelt, indem ich längsseit zwei luftgefüllte Pontons daran befestigt hatte. Dadurch war das Boot praktisch unsinkbar geworden und man konnte sich in voller Tauchausrüstung aus dem Wasser ins Boot schwingen, ohne es umzukippen. Als Antrieb hatte ich mir einen kleinen Außenbordmotor ausgeliehen und hatte für den Notfall auch zwei Paddel. Das Boot war allerdings durch die seitlich angebrachten Luftkörper fast so breit wie lang geworden und ließ sich beim kleinsten Wellengang kaum mehr steuern.

Eines Tages überredete ich meine Süße zu ihren ersten und letzten Ausflug aufs Meer mit diesem Boot. Wir hievten das Boot auf unseren Zeltanhänger, den ich als Transportmittel dafür benützte und fuhren zu einer nahegelegenen Bucht, die ein paar kleine Inselchen hatte. Wir brachten das Boot ins Wasser, ich startete den Motor und bald waren wir bei einer der kleinen Inseln angelangt. Dort gerieten wir aber in ein Seegrasfeld und das Seegras wickelte sich um meine Schiffsschraube und brachte den Motor zum stehen. Nachdem ich das verwickelte Seegras entfernt hatte brachte ich den Motor wieder zum laufen, bald starb er aber wieder ab und all meine Mühe in wieder zum laufen zu bringen, blieb vergeblich.

Ich gab die vergeblichen Versuche für einige Zeit auf um dem abgesoffenen Motor Gelegenheit zu geben sich etwas zu erholen und blickte um mich. Wir waren auf besten Weg ins offene Meer abzutreiben!

Allerdings hatten wir uns dabei der Halbinsel am anderen Ende der Bucht genähert und es gelang uns durch Paddeln, immer wieder durch Versuche den Motor doch zu starten unterbrochen, unsere Drift soweit zu beeinflußen, daß wir am Ende doch gerade noch die Spitze der Halbinsel erreichten. Und da stand Jim. Er hatte uns schon lange beobachtet und war schon nahe daran gewesen die Küstenwache zu verständigen, sah aber dann, daß wir es allein schaffen würden.

Er half mir das Boot bis zu einer nahegelegenen Waldsstraße zu schleifen und ging dann mit mir zu einem nahen schönen alten zweistöckigen Haus wo sein Pickup parkte. Auf meine Frage, ob dieser schöne Besitz ihm gehöre, sagte er nur: " O, nein, ich bin nicht so reich, ich passe nur für einen Bekannten darauf auf der auf Urlaub in Mexiko ist."

Mit keinem Wort erwähnte er, daß er ein paar Kilometer weiter auch einen schönen Besitz im Wert von damals zweieinhalb Millionen hatte. Er erzählte mir nur noch auf der kurzen Fahrt zum anderen Ende der Bucht, wohin er mich mit seinem Pickup brachte um mein Fahrzeug abzuholen, daß er früher Berufsfischer gewesen sei.

"Ich hätte mich mit so einer Nußschale nicht aufs offene Meer getraut," meinte er dann.

Später sah ich ihn dann noch einmal beim Einkaufen in einer Drogerie und da stellte er mich auch seiner Frau Betty vor , als das verrückte Grünhorn, das keine Ahnung von der Gefahr gehabt hätte, in die es sich begeben hatte. Von der Unsinkbarkeit meines Bootes konnte ich ihn nicht überzeugen.

Aber nun zurück zur Hauptgeschichte.

Nachdem Jim den Grund gekauft hatte, baute er darauf ein bescheidenes Blockhaus mit zwei Schlafzimmern, gerade groß genug für ihn und Betty. Sein bescheidenes restliches Kapital verbrauchte er, wie geplant bis zu dem Zeitpunkt, wo er mit 60 Jahren eine Frührente bekommen würde.

Er hatte nur eines nicht berechnet. Sein Grund lag in der Ausdehnungsrichtung von Nanaimo! Die Grundstückspreise rings um ihn stiegen und stiegen und damit auch der Schätzwert des seinen. Aus 100,000.- Schätzwert 1961 waren bis zum Zeitpunkt 1988 als er verkaufte 3 Millionen geworden.

Wie schön für ihn werdet ihr denken. Die Geschichte schaut aber leider ganz anders aus.

1965 , als er die bescheidene Altersrente von 340.-$ zum ersten Mal bekam war der Schätzwert schon auf 250,000 gestiegen .Bei zirka 1% Hebesatz mußte er deshalb 2,500.-$ Grundsteuer in Jahr bezahlen und er war schon zwei Jahre im Rückstand. Da gerade zu dem Zeitpunkt sein altersschwacher Kleinlaster seinen Geist aufgab und er 20 km außerhalb der Stadt nicht ohne Fahrzeug sein konnte, nahm er deshalb eine Hypothek über 30,000.-$ auf mit 15 % Zinsen.Da sein Besitz nun schon laut Schätzung fast das zehnfache der Hypothek wert war, hatten weder die Bank noch er irgendwelche Bedenken. Doch um es gleich vorwegzunehmen, diese erste Schuld war mit Zins und Zinseszinsen auf über eine Million angewachsen als er verkaufte.

Das war aber noch nicht das Schlimmste. Seine Grundsteuern insgesamt für die 28 Jahre, die er seinen Grund besaß, beliefen sich auf 420,000.-$! Da er diese auch praktisch von Anfang an durch Hypotheken finanzieren mußte, machte das zusätzlich noch über eine Million aus und die Bank wurde bei der Schuldenlast von fast zweieinhalb Millionen schon recht schwierig. Jim hatte die letzten Jahre seines Lebens wirklich nicht mehr viel zu lachen und mußte noch froh sein, daß der erzielte Kaufpreis gerade mit Müh und Not seine Schulden deckte.Ein weiteres Jahr mit der Grundsteuer nun bei fast 30,000.- und einer jährlichen Zinsenlast von 300,000 hätte er nicht mehr schaffen können, obwohl die Zinsen gerade heruntergegangen waren und er jährlich "nur" mehr 12 % zahlen mußte.

Er hatte das alles nicht gewollt und wäre froh gewesen, wenn sein Besitz noch immer nur die ursprünglichen 100,000 wert gewesen wäre. Die geringen Steuern hätte er bei seinen sonstigen bescheidenen Lebenswandel mit seiner Rente und vielleicht mit dem Verkauf von etwas Brennholz aus seinem Wald bezahlen können und er wäre nicht gezwungen gewesen sein Heim im Alter von über 80 Jahren aufzugeben. So aber machten die hohen Schulden seine letzten Lebensjahre zur Qual. Obwohl die Bank ihm, selbst wenn der Kaufpreis die Schulden nicht gedeckt hätte, nichts mehr hätte nehmen können.

Betty und er starben kurz hintereinander nur Monate nach dem erzwungenen Verkauf ihres Heimes und brauchten nicht mehr zuzusehen, wie der junge Wald auf ihren Grund wieder abgeschlagen wurde und Raum für eine Siedlung machte.

Der schöne Besitz auf der Halbinsel, wo ich damals Jim zum ersten Mal traf, wurde übrigens auch für 6 Millionen an einen Spekulanten verkauft, der dort eine Nobelsiedlung bauen wollte. Da es aber das letzte naturbelassene Stück Land am Meer in der Nähe der Stadt war, regte sich doch nun Widerstand und die Stadt gab keine Baubewilligung, aber....der Käufer wollte nun 11 Millionen dafür, falls die Stadt oder die Provinzregierung das Land als Park kaufen wolle.

Die Moral der Geschichte ist, daß sich Bodenspekulation schon auch lohnen kann und es ist bekannt, daß viele große Vermögen dort ihren Anfang nahmen. Aber...

Jim und Betty hatten jedenfalls die Zins und Zinsezinsproblematik aus einer ganz anderen Sicht aus erlebt und die Wertsteigerung ihres Grund und Bodens hatte ihnen nichts als Kummer gebracht.

 

 

 

19) Weltwirtschaftliche Impressionen

Vor kurzem fragte ich mich einmal, was eigentlich in Südamerika los sei, denn außer daß man hier Lederschuhe praktisch nur mehr „ made in Brazil" sehr billig in den Kaufhäusern findet, habe ich damit sehr wenig zu tun. Aber Europa ist ja nicht allein auf der Welt und wie es in anderen Ländern ausschaut, beeinflußt die Zukunft Europas.

Euro hin, Euro her! Wir wollen doch mit der ganzen Welt Handel treiben und wenn wir denen erst das Geld leihen müssen ohne je auf eine Rückzahlung hoffen zu dürfen, damit sie uns etwas abkaufen können wie man es jetzt mit Rußland macht, dann ist da ein Wurm drinnen.

Nun fiel mir ein schon etwas älterer Artikel in die Hände und ich machte mir einige Gedanken darüber :

>>>Latin Americans have become experts in crisis," said Naim, but

the region's exemplary "reform resilience" faced a rigorous test if its

prime economy, Brazil, were to catch the Asian contagion. Under

President Fernando Henrique Cardoso, the country's economic

situation has stabilized, but Naim warned that the country had

already suffered a "very sharp deterioration" in its trade surplus.

Even more worrying is the country's federal debt, of some $200

billion. The average maturity of Brazilian debt has shrunk to a

nail-biting seven months overall, and the country has had to crank

up interest rates to over 40% to attract funding. "In Latin America,"

cautioned Naim, "as Brazil goes, so go a lot of other things."<<<

Da muß also Brasilien 40 % Zinsen zahlen, damit ihnen jemand noch Geld leiht. Was bedeutet das aber? Es bedeutet daß die Schulden sich durch Zins und Zinseszins in weniger als zwei Jahren verdoppeln! Wie lange kann das gut gehen? Die werden bald nicht nur Schuhe sondern auch alles andere was nicht niet und nagelfest ist auf dem Weltmarkt verschleudern müssen und die anderen südamerikanischen Staaten werden es nicht anders machen und natürlich auch die ehemaligen Tigerstaaten Asiens und natürlich China und bald vielleicht auch Japan.

Wer wird das Zeug aber kaufen? Die Arbeitslosen in den „reichen" westlichen Ländern sicherlich nicht. Und die werden auch arbeitslos bleiben, weil das was sie produzieren könnten keinen Markt finden kann. Es ist ja viel zu teuer gegenüber den mit Hungerlöhnen produzierten Gütern. Der Markt ist ja schon überschwemmt von den billigen Gütern aus dem Rest der Welt.

Der gigantische Ausverkauf hat schon begonnen und deshalb steigen die Preise trotz Geldmengenvermehrung nicht.

Und was wird wohl im Euroland passieren? Wieviel Arbeitslose wird es da geben? Wird der Rest etwas produzieren und verkaufen können? Welche Betriebe werden überleben können? Kommen auf sie auch so hohe Zinslasten wie in Brasilien zu? Wie kann man bei so hohen Zinsen, die ja als Kosten in den Preisen ihren Ausdruck finden müssen, die Inflation im Zaum halten?

Dabei faseln die Wirtschaftsexperten von Überproduktion und während sie sich in Korea mit 70 Stundenwochen aus der Pleite herausarbeiten wollen, will Frankreich die 35 Stundenwoche einführen, um die wenige Arbeit auf mehr Leute aufzuteilen. Sieht denn niemand, daß es sich nicht um Überproduktion handelt sondern um Unterkonsumation!?

Die Leute mit Rieseneinkünften, die sie arbeitslos aus ihren Kapital beziehen kaufen damit ja nichts, sie wollen es nur wieder gewinnbringend anlegen. Den Leuten, die etwas kaufen würden, bleibt nicht einmal das Geld für Lebensnotwendigkeiten, weil sie von Zins- und Steuerlast erdrückt werden.

Dabei ist die Lösumg des Problems so einfach! Zwingt das Geld durch eine Umlaufsicherung wie sie in Wörgl gemacht wurde auf dem Markt, auch wenn ein „ausreichender Zins" für den Kapitalgeber nicht mehr gewährleistet wird. Eine Umlaufsicherung würde auch das Geld der Kapitalisten auf den Markt bringen und damit würde die „Überproduktion" verschwinden. Das ist alles! Technisch kann man das heute einfacher machen als mit dem Stempelmarken, wie sie in Wörgl oder bei Irving Fishers Stamp scrip verwendet wurden. Es geht auch mit jährlichen gebührenpflichtigen Umtausch der Geldscheine, wie es ähnlich bei den Brakteaten des Mittelalters schon gemacht wurde.

Alle anderen Probleme werden damit zwar nicht gelöst, werden damit aber zumindest lösbar gemacht. In diesem Zusammenhang muß man die Arbeitslosen auch der „Überproduktion" zurechnen, Die Produkte, die sie erzeugen könnten, sind nicht mehr gefragt.

Übrigens: Während des „Wunders" von Wörgl ging in dieser kleinen Stadt die Arbeitslosigkeit um 25 % zurück während sie im Rest von Österreich teilweise um fast denselben Prozentsatz anstieg. Und das alles kostete ganze 25 Groschen pro Kopf der Bevölkerung!

Ach, bald komme ich mir vor wie ein Prediger in der Wüste.

http://www.cityline.at/woergl/gemeinde/gestern_heute/unterguggenberger/

 

 

 

 

20) Das überflüssige Bargeld!

Immer wieder wird von den Buchgeldleuten dargestellt, daß heute das Bargeld keine Bedeutung mehr hat und leicht von den Banken mit selbstgeschöpften Buchgeld ersetzt werden kann.

Ich will die völlig überflüssige und irreale Debatte nicht wieder anheizen, aber ich habe nur eine einzige Frage. Wie erklären die dann, warum bei allen Währungen der Welt seit dem Krieg die Bargeldmenge erhöht wurde. Selbst bei den stabilsten Währungen um etwa das zwanzigfache! Wenn das Bargeld so überflüssig geworden ist, macht das doch keinen Sinn. Es müßte doch, wegen Überflüssigkeit, schon fast verschwunden sein, oder nicht?

Sollte diese Vermehrung nicht doch etwas mit dem Wertverlust des Geldes zu tun haben? Ein einziger Blick auf einen Nationalbankausweis müßte es den Leuten zeigen , wie dumm ihre Anschauungen sind, aber was tun sie in ihrer Überheblichkeit? Sie stellen diejenigen für dumm hin, die darauf hinweisen und bezeichnen sie als Anhänger veralteter Theorien.

Eigenartigerweise ist im englischen Sprachraum die Buchgeldtheorie kein Thema, weil fast alle Wirtschaftssachverständigen „fractional banking" als Gegebenheit ansehen und erkennen, daß es auf Bargeld aufgebaut ist. Nur im deutschen Sprachraum und auch da nur bei Bekämpfern der Gesell`schen Reformen wird das so breit ausgetreten. Hauptsächlich wohl deshalb, weil es die einfache Lösung, die Unterguggenberger gezeigt hat und selbst schon Rudolf Steiner vorgeschlagen hat, die Herausgabe alternativen Geldes, untergräbt.

Was in den Hirnen dieser Buchgeldleute vorgeht, ist mir schleierhaft und daß sie nicht erkennen, wie ihre (falschen) Anschauungen in die Hände der Beherrscher des Geldes spielen, wird mir wohl ewig ein Rätsel bleiben.

Ich hoffe, daß im richtigem Zeitpunkt genügend Unterguggenbergers zur Stelle sind, die sich von diesen Leuten nicht verwirren ließen. Dafür werde ich weiter arbeiten. Natürlich sehe auch ich, daß andauernde leichte Inflation wie Umlaufsicherung wirkt und deshalb Geld nicht in großem Ausmaß gehortet wird. Die Inflation verfälscht aber alle längerfristigen Verträge und beseitigt in keinen Fall die Zinsen. Diese werden im Gegenteil durch die Inflationsprämie noch erhöht und beim Fallen der Realzinsen unter die Rentabilitätsgrenze tritt trotzdem der Investitionsstreik ein. Man nennt das Stagflation.

Die fast dauernd in den Industriestaaten vorherrschende leichte Inflation hat bisher das totale Versagen des Tauschmittels, zu dem es bei einer Deflation kommt, verhindert und damit auch indirekt eine alternative Währung. ( Die Unmöglichkeit einer praktischen Einführung von Freigeld zu solchen Zeiten hat mich persönlich veranlaßt, nicht vergeblich gegen Windmühlen und Buchgeldfanatiker anzukämpfen)

Nun hat aber die Zinseszinsautomatik die Schulden in derartige Höhen getrieben (und da für jede Schuld auch ein Gläubiger existiert, auch die Vermögen einiger großen Haie), daß sie unbezahlbar geworden sind und der Zusammenbruch dieses Systems mit inflationärer Vernichtung der Geldvermögen ist unaufhaltbar.

Die darauf folgende ebenso unaufhaltbare Währungsreform wird sicherlich eine Deflationsperiode einleiten mit noch größerer Arbeitslosigkeit als bisher und da können umlaufgesicherte lokale oder regionale Währungen nach dem Beispiel von Wörgl endlich wieder zum Zuge kommen. Um ihnen Dauerhaftigkeit zu geben, müssen sie außer einer Umlaufsicherung aber auch eine stabile Kaufkraft haben, denn nur diese erlaubt dann einen festen Wechselkurs zwischen den verschiedenen lokalen Währungen und befreit sie von der Bindung an das bisher „herrschende" Geld. Das dienende alternative Geld beseitigt dann die Arbeitslosigkeit, wie sich auch schon in Wörgl, trotz der kurzen Zeit bis zum Verbot, gezeigt hat.

Dieses alternative Geld muß aber Bargeld sein, denn Buchgeld, wo immer nur ein Überweiser einem Empfänger gegenübersteht erlaubt keinen Wettbewerb und keine Preisbildung. Es existiert auch heute nur aufgebaut auf den Preisen des Bargeldmarktes. Die Zahlen auf den Konten ergeben nur dann einen Sinn wenn sie in (Bar)geldeinheiten ausgedrückt werden und auch ihr Wert wird davon bestimmt.

Ein Beweis dafür ist auch die Bedeutungslosigkeit der auf Buchgeld aufgebauten Tauschkreise, die alle zusammen nicht die Umsätze des kleinen Wörgl mit seinem „Papiergeld" erreichen können. Selbst die bescheidenen Täusche, die in diesen Tauschkreisen stattfinden sind von Preisvergleichen mit dem offenen Markt abhängig und die Versuche mit anderen „Währungseinheiten" wie zum Beispiel Stunden zu arbeiten, müssen auch irgend eine Bindung zum Markt haben. So ist die Ithakastunde zehn Dollar wert. Immerhin sind sie aber ein, wenn auch nicht umlaufgesichertes lokales Papiergeld.

Sie werden aber nie mehr als lokale Bedeutung haben, wenn sie nicht durch einen Wechselkurs vom Dollar getrennt werden und einen festen Preisstand bekommen. Damit sie dann aber nicht vorwiegend als Wertaufbewahrungsmittel verwendet werden, müssen die einer Umlaufsicherung unterworfen werden.

Auf die Dauer funktionsfähiges alternatives Tauschmittel braucht unbedingt drei Eigenschaften. Es muß seinen Wert ohne Inflation und ohne Deflation halten und es muß umlaufgesichert sein und es muß Bargeld sein.

Die ersten beiden Eigenschaften werden von allen Geldreformern, falls sie überhaupt alternatives Geld in Erwägung ziehen, meistens anerkannt, aber daß Freigeld Bargeld sein soll und muß, wollen die wenigsten einsehen, weil sie die preisbestimmende Wirkung von Bargeld auf dem Markt nicht erkennen.

Selbst das heutige Bargeld ist fast alleinig preisbestimmend und zwar auf dem Endverbrauchermarkt, wo sich die Preise der Güter nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage bilden. Erst die Rückkoppelung von dort zeigt dem Händler welche Waren und zu welchen Preis er verkaufen kann und nur solche, die er verkaufen kann und deren Großhandelspreis ihm einen Gewinn nach Abzug aller Kosten verspricht, kann er von seinen Großhändlern kaufen. Dasselbe gilt für diese und auch sie kaufen vom Erzeuger nur solche Waren. So weit wird das von jedem Kaufmann eingesehen, nur Wirtschaftsachverständige haben manchmal etwas Verständnisprobleme. Was aber kaum jemand sieht, ist, daß sich auch der Preis des Geldes so bildet. Ist zu viel Geld ( und zwar wirkliches körperliches Geld in Form von Münzen oder Scheinen) auf dem Markt, wird es weniger wert und ist zu wenig da, wird es mehr wert. Genau nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Der Preis (oder Wert) dieses Geldes überträgt sich dann auch auf die Geldguthaben. Diese Geldguthaben können mit Hilfe eines Mittlers (den Banken) vom Käufer zum Verkäufer übertragen werden und so ist das geisterhafte Buchgeld entstanden.

 

 

 

21) Eine Frage an die Anhänger der schleichenden Inflation!

Die Frage ist ganz einfach. Wollt ihr ein ehrliches Geld mit fester Kaufkraft, welches weder Gläubiger noch Schuldner betrügt?

Mit dem, der diese Frage mit nein beantwortet, erübrigt sich wohl jede weitere Diskussion.

Wer aber diese Frage mit ja beantworten möchte, soll sich erst einmal überlegen, wie er das mit Inflation in Übereinstimmung bringen kann. Die primitivste Logik wird ihm dann sagen, daß es nicht möglich ist. Inflation IST Geldentwertung und Betrug am Sparer. Da führt kein Weg daran vorbei.

Natürlich bekommen die Sparer einen teilweisen Ausgleich der Inflationsverluste in Form von Zinsen und die Arbeitnehmer können in langwierigen Lohnkämpfen ihre Löhne entsprechend erhöhen solange nicht lohndrückende Arbeitslosenheere das verhindern. Sogar die Rentner bekommen meistens durch Indexierung der Renten einen gewissen Ausgleich aber eine Indexierung anderer langfristiger Verträge wird von den heutigen Gerichten und der Rechtsprechung mit der fadenscheinigen Begründung, daß solche Verträge inflationär wirken würden, nicht anerkannt.

Warum wird wohl eine feste Währung ohne Inflation und ohne Deflation von niemand wirklich angestrebt, außer von einigen Freiwirten mit „veralteten" Anschauungen?

Ganz einfach! Weil das ohne Umlaufsicherung nicht möglich ist und weil diese die einzige Möglichkeit ist, das Zinsgefälle aufrecht zu erhalten, welches notwendig ist um Kapital dorthin zu lenken, wo es am notwendigsten gebraucht wird. Daß dies auf Kosten der ZINSHÖHE gehen wird ist den Zinsbeziehern sehr wohl klar und alle, die eine Umlaufsicherung ablehnen oder sie für überflüssig ansehen, stehen, ob sie es wollen oder nicht und ob sie es erkennen oder nicht, in den Diensten der Zinsbezieher.

 

 

22) Was Gesell über Buchgeld sagt.

Eines der Hauptargumente gegen Freigeld ist immer wieder, daß die Geldreformen nach Gesell nicht durchführbar seien, weil die Leute dann eben auf Buchgeld ausweichen würden und daß heute die Bargeldumsätze gegenüber den bargeldlosen Verkehr nahezu bedeutungslos seien.

Selbst Anhänger Gesells verfallen oft diesen Trugschlüssen und wollen deshalb die Umlaufsicherung auch auf Girokonten ausdehnen.

Nun habe ich zwar, gegenteiligen Behauptungen zuwider, Gesell nicht auswendig gelernt aber nachdem sich nun herausstellt, daß Keynes und vor ihm Irving Fisher Gesell auch nur halb verstanden hatten und besonders das Kuckucksei, das uns Keynes mit seinem „defizit spending" gelegt hat nun voll ausgebrütet ist, wollte ich doch beim alten Meister etwas nachblättern.

Zu meiner Überraschung mußte ich feststellen, daß er sehr wohl